Handlung:
Der Wissenschaftler Bruce Banner forscht gemeinsam mit seiner Geliebten Betty Ross an einem Serum für eine Abteilung der US-Army unter der Leitung von Bettys Vater General Thaddeus Ross. Dabei lässt sich Banner auf einen Selbstversuch mit radioaktiver Gamma-Strahlung ein, wodurch sich seine DNA stark verändert. Immer wenn er Wut verspürt, verwandelt sich Banner in ein grünes Monster, den Hulk.
Um niemanden zu verletzen und der Army nicht als lebendes Testobjekt zur Verfügung zu stehen, flüchtet Banner nach Brasilien, um in einer Limonaden-Fabrik zu arbeiten und dabei zu versuchen, seine Wut in den Griff zu bekommen. Als er sich dort Jahre später in den Finger schneidet und sein von Gamma-Strahlung verändertes Blut in eine der Limonaden-Flaschen gerät, wird er erneut von General Ross aufgespürt und zurück nach Amerika gejagt.
Da der Hulk nahezu unverwundbar ist, wird dem Elite-Soldaten Emil Blonksy ebenfalls das verstrahlte Serum verabreicht, um dem Hulk Paroli zu bieten. Währenddessen stellt die Tochter des Generals, Betty Ross, fest, dass der Hulk schützend auf sie reagiert und ihre Anwesenheit eine beruhigende Wirkung auf das grüne Monster hat. Emil Blonsky hingegen nimmt eine Überdosis des Serums ein und verwandelt sich schließlich in die Kreatur Abomination, die wahllos Soldaten und Zivilisten angreift. Nur der Hulk kann Abomination stoppen.
Da die Menschen weiterhin Angst vor ihm haben und auch das Militär den Hulk weiterhin verfolgt, flieht Bruce Banner erneut. In einer kleinen Hütte versucht er nicht weiter, seine Wut zu kontrollieren, sondern sich nun kontrolliert in den Hulk zu verwandeln. Banner möchte seine Probleme nicht mehr los werden, sondern möchte mit ihnen leben.   

Bezug zur Kontinuität:
Tony Stark wendet sich an General Ross und teilt ihm mit, dass er eine Truppe zusammenstellen möchte. Außerdem erwähnt er, dass das Supersoldaten-Programm aus gutem Grund eingestellt wurde. Der erste Supersoldat war Captain America, auch ihm wurde ein Serum verabreicht.
S.H.I.E.L.D. untersucht die Umstände um Bruce Banner unter Leitung von Nick Fury.
Bruce Banner verschwindet von der Bildfläche und ist weder von S.H.I.E.L.D. noch von Tony Stark auffindbar.

Wichtige Charaktere: 
Bruce Banner/Hulk, Betty Ross, General Thaddeus Ross, Emil Blonsky/Abomination

Fun Facts:
Stan Lee kauft zufällig genau die Flasche Limonade, in der sich das Blut von Bruce Banner befindet.
Der Darsteller aus der ursprünglichen Hulk-Serie Lou Ferrigno hat einen kurzen Auftritt als Pförtner des Forschungslabors von Betty Ross.

Zitat:
„Also ich kenne ein paar Techniken mit denen du Wutausbrüche gut unterdrücken kannst.“ -Bruce Banner

Fazit:
Da es bereits einen Hulk-Film von Ang Lee gab, verzichtet Marvel hier auf eine zweite Origin-Story. Die Entstehung des Hulk wird im Vorspann kurz zusammengefasst. Die eigentliche Handlung des Films startet Jahre später.
Das Niveau von Iron Man kann The Incredible Hulk nicht halten. Bruce Banner macht kaum eine Entwicklung durch, er hat auch keine Zeit dafür, da er permanent auf der Flucht ist.
Für das Marvel Cinematic Universe dient dieser Film lediglich dazu, den Hulk für den ersten Avengers-Film in Position zu bringen.

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Handlung:
Der Waffenhändler Tony Stark wird bei der Vorführung seiner Waffen in einem Krisengebiet angegriffen, schwer verletzt und entführt. In Gefangenschaft entwickelt er den sogenannten Arc-Reaktor im Brusttaschenformat, der ihn nicht nur vor dem sicheren Tod durch Granatensplitter bewahrt, sondern ihm auch als Energiequelle für einen Kampfanzug dient, mit dem er sich in die Freiheit kämpft.
Zurück in den USA, stellt Stark fest, dass Mitarbeiter seiner Firma Stark Industries Terroristen mit Waffen beliefern und so für große Krisen mitverantwortlich sind. Er baut daher in seinem Keller gemeinsam mit der künstlichen Intelligenz Jarvis den Kampfanzug weiter aus, und beschließt, die Herstellung von Waffen einzustellen und sich fortan auf die Weiterentwicklung des Arc-Reaktors zu konzentrieren, der eine saubere Energie für ganze Städte liefern könnte. Sein Mitarbeiter Obadiah Stane versucht dies zu verhindern und ihn aus der Geschäftsführung zu vertreiben.
Mittlerweile mischt sich Stark auch in die Konflikte zwischen Militär und Terroristen ein und muss sich als „Iron Man“ in seinem Anzug gegen beide Seiten behaupten.
Nachdem Starks Vertraute Pepper Potts aufdeckt, dass Stane ursprünglich hinter der Entführung Starks steckt, versucht dieser, Tony Stark umzubringen, indem er sich seinen eigenen Kampfanzug baut. In einem Showdown zwischen den beiden Industriegrößen in eisernen Anzügen kann Tony Stark die Oberhand gewinnen, indem er eine große Reaktor-Explosion auf dem Gelände von Stark Industries auslöst.
Die Strategische Heimat-Interventions-, Einsatz- und Logistik-Division, kurz S.H.I.E.L.D., bittet Tony Stark darum, den Vorfall zu vertuschen. Stark entscheidet sich jedoch bei einer Pressekonferenz spontan, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass er Iron Man ist.

Bezug zur Kontinuität:
Mit diesem Film startet Marvel das Cinematic Universe. S.H.I.E.L.D. wird uns in Form von Agent Phil Coulson und Direktor Nick Fury präsentiert, Tony Stark wird zur Zusammenarbeit gebeten und zur sogenannten Avengers-Initiative eingeladen. Die Öffentlichkeit erfährt, dass Tony Stark nun Iron Man ist.

Wichtige Charaktere:
Tony Stark/Iron Man, Pepper Potts, Jarvis, James Rhodes, Happy Hogan, Obadiah Stane/Iron Monger, Phil Coulson, Nick Fury

Fun Facts: Stan Lee taucht bei einer Gala auf und wird von Tony Stark mit Hugh Hefner verwechselt. Eine Jazz-Band spielt zu Beginn des Films die Titelmelodie der „Iron Man“-Zeichentrickserie, die Melodie ist später noch einmal als Klingelton zu hören.

Zitat:
„Manchmal muss man rennen, bevor man laufen kann.“ -Tony Stark

Fazit: Das Marvel Cinematic Universe startet durch Iron Man mit einem Knall. Popcorn-Kino wird hier mit leichter Anti-Kriegs-Botschaft vermischt, um den Charakter des zunächst unbeschwerten und arroganten Tony Stark zu Iron Man zu formen, der beschließt, die Problematik amerikanischer Waffenlieferungen an Terroristen zu lösen und gleichzeitig durch seine Nahtoderfahrung einen Wandel zum verantwortungsbewussten Großindustriellen macht.
Der Film legt einen guten Grundstein für die Nachfolger.

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Zum kommenden Kinostart von Avengers Infinity War habe ich beschlossen, einen Rewatch aller bisher erschienener Marvel-Filme zu machen, die zusammen das Cinematic Universe bilden.
In Absprache mit Sothi werde ich hier regelmäßig Artikel über die Filme in chronologischer Reihenfolge schreiben. Ich beziehe mich hierbei aber absichtlich nur grob auf die Handlung, die wichtigen Figuren sowie die Bedeutung des Filmes für die Kontinuität der anderen Filme.

Übersicht über alle Filme:
Nachbetrachtung und die Infinity-Steine
Avengers: Infinity War (2018)
Ant-Man and the Wasp (2018)
Captain Marvel (2019)
Avengers: Endgame (2019)
Spider-Man: Far from Home (2019) - Ende Phase 3

Ich werde den jeweils englischen Titel der Filme angeben, da ich die deutschen Titel teilweise sehr verwirrend finde. Ein wundervolles Beispiel ist der Film „Captain America: The Winter Soldier“, der bei uns in Deutschland unter dem Titel „The Return Of The First Avenger“ veröffentlicht wurde.
Unter der kleinen Rubrik Fun Facts möchte ich zudem Dinge benennen, die mir aufgefallen sind oder kleine Anspielungen auf die Comics, Zeichentrickserien oder weitere Filme darstellen.
In einem Fazit bewerte ich den Film kurz. Ziel meines Rewatchs ist es für mich persönlich, noch einmal die Filme chronologisch Revue passieren zu lassen und zu sehen, wie sie nun alle in einem Rutsch auf mich wirken. Ziel dieser Artikel ist es, für alle Leser eine grobe Zusammenfassung der Handlung und eine Liste der wichtigen Charaktere zu geben und außerdem die Auswirkungen einzelner Filme auf die Kontinuität des kompletten Filmuniversums sowie ein paar zusätzlich veröffentlichte Marvel-Serien zu geben.

Zuletzt muss ich natürlich noch eine Spoiler-Warnung aussprechen, ich werde die Handlung aller Filme zusammenfassen und dadurch natürlich den kompletten Inhalt spoilern. Ihr wurdet hiermit gewarnt.

Ash of Gods: Redemption kam für mich ein wenig aus dem Nichts und direkt beim ersten Blick war mir klar: Das haben die Banner Saga-Leute gemacht. Aber: Haben sie nicht. Sondern ein bisher unbekanntes Team (AurumDust Studio) aus Moskau, die das Spiel erfolgreich via Kickstarter finanziert und damit bei rund 1700 Backern über 87 000 Dollar eingenommen haben -- Respekt erstmal bis dahin!

Zurück zum Banner Saga-Vergleich: Der Titel ist ein Mix aus (Runden-)Strategie, RPG-Management und dialoglastiger Geschichte. Gewürzt wird das Ganze, und das macht das Spiel im Grunde auch so phänomenal, mit einer Präsentation, die einem Zeichentrickfilm (für Erwachsene) in Nichts nachsteht. Und da der komplette Absatz 1:1 für Banner Saga verwendet werde könnte, trügt der erste Eindruck auch nicht: Ähnliche Optik, ähnliche Gameplaymechanismen, anderes Szenario: Hatten wir es in Banner Saga noch ein skandinavisch-angehauchtes Fantasy-Szenario, erinnert die Umgebung von Ash of Gods mehr an das europäische Mittelalter -- natürlich auch hier im Fantasy-Gewand.

Der Story-Teil klingt sehr interessant, direkt nach dem Intro bekommt man richtig Lust, mehr von den Hauptprotagonisten und dieser Welt zu erfahren. Das darf man dann auch reichlich in jeder Menge Dialoge -- nicht alle davon sind super-spannend und bringen die Hauptgeschichte weiter. Das bedeutet im Umkehrschluss: Das Spiel ist nur für Leute geeignet, die kein Problem damit haben, sich auch mal in ein interaktives Buch zu vertiefen. Sprachausgabe ist übrigens rar gesät in diesem Titel, dafür sind alle Texte wenigstens in deutscher Sprache.

Das Kampfsystem erinnert stark an das von Banner-Saga: macht Spaß und ist eine gelungene Abwechslung, wenn die Dialoge mal wieder ausufernd waren. Ein Battle Brothers haben wir hier aber nicht vorliegen.

Man hat ein Gruppenmanagement, kann sich überlegen, wen man mit in die Schlacht führt, hat verschiedene Klassen zur Auswahl (Kämpfer, Tank, Bogenschütze, Attentäter, etc.) und auch die Unterscheidung zwischen Lebenskraft und Energie kommt mir irgendwie bekannt vor. Rollenspieltechnisch gibt's dann natürlich auch Erfahrungspunkte zu verdienen, die Recken lassen sich aufleveln und mit Skills ausstatten. Insgesamt weder innovativ, noch besonders komplex -- aber ein guter Mix aus allem.

Highlight des Ganzen ist wie gesagt die phänomenal-gute Präsentation, insbesondere dann, wenn mal wieder eine Zwischensequenz losgeht. Das Spiel könnte man sich sicherlich auch als Film anschauen und würde sich nicht langweilen. Interessant ist übrigens, dass man auch einen rein storylastigen Modus spielen kann -- dann fallen wohl die Kämpfe weg und das Spiel wird gameplay-technisch deutlich einfacher. Und auch das klingt interessant (aber nicht getestet): Ein Mehrspielermodus mit PvE- und PvP-Möglichkeiten.

Fazit: 

Ash of Gods ist für all jene bestens geeignet, die Banner Saga kennen und lieben gelernt haben. Das Spiel verströmt aus jeder Pore den gleichen Flair und das Gameplay deckt weitgehend mit dem offensichtlichen Vorbild. Das Szenario und die Story machen wirklich Lust auf mehr und könnten direkt aus einem Fantasy-Schmöker stammen. Die ausufernden Dialoge sind leider nicht immer spannend geschrieben und arten manches Mal in reiner Fleißarbeit aus. Insgesamt aber ein tolles Paket, das für knapp 23 Euro fast schon als Schnäppchen durchgehen darf.

Wertung: 10 / 12



Rise & Fall -- die erste (und hoffentlich nicht das letzte) Erweiterung zu Civilization VI hinterlässt mich mit gemischten Gefühlen. Sicherlich: Die neuen Spielmechaniken heben sich wohltuend von der bisherigen Contenttropfen-Politik der Szenarien- und Völker-DLCs ab und verdammt, es war endlich Zeit für ein echtes Add On. Aber sind auch die Baustellen, allen voran die oft bemängelte KI, behoben worden? Macht Rise & Fall aus CIV 6 das, was einst die Add Ons Gods&Kings und Brave New World mit CIV 5 vollbrachten?

Was kommt jetzt eigentlich genau mit der Expansion dazu?

  • 8 neue Völker + 1 neuen Anführer (für Indien)
  • Neues Zeitalter-System
  • Loyalitätsystem
  • Gouverneure
  • Aufgebohrtes Allianz-System
  • Neue Gebäude, Wunder, Einheiten etc.

Völker:

Eine Sache, die mir in Civ 6 schon immer etwas sauer aufstieß und die der Vorgänger eindeutig besser hinbekam: Die Völker waren insgesamt viel kreativer ausgedacht, hatten mehr Persönlichkeit in ihrer Spielweise (denkt mal an Venedig). In Civ 6 kommt mir das alles ein wenig dahingeschludert vor oder vielleicht kann man auch sagen: Hier wurde mehr wert auf die optische Inszenierung der Anführer als auf den Inhalt gelegt.

Das hat sich meiner Ansicht nach mit dem Add On nicht sehr verändert. Es gibt ein paar positive Ausnahmen wie die Cree, deren Handelskarawenen zum Beispiel Felder annektieren, aber Civs wie Korea oder Schottland spielen sich schon recht uninspiriert.

Zeitalter:

Zeitalter (Antike, Klassik, etc) gab es ja schon immer. Neu ist, dass diese nun in drei Stufen aufgeteilt sind: Dunkel, Normal, Golden. Es müssen Punkte durch "große" Taten verdient werden, um in die jeweiligen Stufen zu kommen. Diese Ereignisse werden ganz nett auf einer historischen Schriftrolle zum Volk festgehalten. Die Auswirkung der Zeitalter halten sich allerdings in Grenzen und wirken sich zum Großteil nur auf das neu eingeführte Loyalitätssystem aus: Dunkle Zeitalter produzieren weniger Loyalität, Goldene deutlich mehr. Außerdem erhält man spezielle soziale Karten: Ein dunkles Zeitalter beschert uns Karten mit besonders starken Boni, aber gleichzeitig auch besonders starken negativen Eigenschaften. Insgesamt eine gute Idee, obschon ich mir gewünscht hätte, dass ein Goldenes Zeitalter mehr Auswirkung hat als nur Loyalität zu erhöhen.

Wer in ein Zeitalter eintritt, kann nun eine Widmung wählen, über welche Zeitalter-Punkte verdient werden. Insgesamt dreht sich bei den Mechaniken irgendwie viel um sich selbst: Ich trete in ein Zeitalter ein, um eine Widmung auszuwählen, die steuert, wie ich Zeitalter-Punkte verdiene. Wieviel umspannender kann man eine Mechanik gestalten?

Loyalität:

Trügt mich meine Erinnerung nicht, wurde ab Teil 3 Kultur als Faktor in Civ eingeführt, die dazu führen konnte, dass Städte zu unserer Civ übergetreten konnten, wenn wir sie mit unserer überlegenden Kultur quasi überschwemmt haben. Diesen Mechanismus habe ich in Civ 6 nicht wiedergefunden -- bis jetzt: Denn das Loyalitätsystem macht genau das: Städte haben einen Loyalitätswert, der auf die Umgebung ausstrahlt. Werden Städte zu stark unter Druck gesetzt, können sie rebellieren und im Besten Fall Teil unserer Nation werden. So weit, so bekannt. Schön ist der zweite Mechanismus, der sich dahinter verbirgt: Wer mit seiner Stadt irgendwie weit entfernt in die Pampa siedelt, verliert automatisch den Bezug zu seiner Nation -- wer keine Gegenmaßnahmen ergreift, verliert die Stadt quasi aufgrund mangelnder Loyalität an Rebellen und die können dann wiederum von jeder Nation erobert werden. Gegenmaßnahmen wären zum Beispiel Annehmlichkeiten oder das Abkommandieren eines Gouverneurs. Damit wären wir bei der nächsten neuen Spielmechanik...

Gouverneure:

Es gibt sieben Gouverneure, die, wenn man die grafische Fassade weglässt, einfach nur Boni sind, die man Städten zuteilen kann. Jeder Gouverneur hat zwei grundsätzliche Aufgaben: Erste Aufgabe ist das Erzeugen von Loyalität. Das heißt, wer eine weit entfernte Stadt mit Loyalitäts-Problemen hat, kann einen Gouverneur dort etablieren und umgeht damit das Problem (hoffentlich). Zweite und wichtigere Aufgabe ist das Kerngebiet des Gouverneurs: Jeder ist einer speziellen Richtung gewidmet: Der Kastellan stärkt etwas die heimische Abwehr der zugeteilten Stadt, die Diplomatin beeinflusst Stadtstaaten und verströmt Loyalität im weiten Umkreis. Andere kümmern sich mehr um unser Vermögen oder den Glauben. Jeder Gouverneur kann ähnlich wie die "normalen" Einheiten in mehreren Stufen baumartig aufgelevelt werden.

Was sich auf den ersten Blick erstmal richtig toll anhört (wow Gouverneure, wow Rollenspiel-Aufleveln) ist im Endeffekt eine ziemlich billige Mechanik, denn die Gouverneure sind wie gesagt einfach nur Boni, die man ein wenig entwickeln kann und durch ihre vorgegebene Richtung halt weder dynamisch noch sonderlich spannend. Oder anders ausgedrückt: Im Grunde genommen ziemlich primitives Spieldesign.

KI-Probleme gelöst?

Was ja die meisten beschäftigt sind ja die KI-Probleme. Und wie das neue Allianzen-System funktioniert. Vorweg: Ich finde die Art und Weise, wie man Allianzen abschließen und verbessern kann, ganz gut. Es gibt dem ganzen etwas mehr Tiefe. Wie die KI reagiert und das vor allem in Bezug auf den Kampf, kann ich aber immer noch nicht ganz nachvollziehen. Vor allem die Aggressivität lässt echt zu wünschen übrig. In einer Runde erklärten mir die Amerikaner den Krieg, waren militärisch auch weit voraus, aber stellten sich so passiv an, dass bis zur Beendigung des Krieges absolut kein Benefit für die USA eingestellt hätte. Auch lassen sich manche Kriegserklärungen von eindeutig unterlegenen Völkern weiterhin nicht so recht erklären. Um es kurz zu machen: In dieser Beziehung hat sich nicht viel getan.

Fazit

Unterm Strich ist Rise&Fall eher unspektakulär: Das Zeitalter-System ist ne coole Idee, hat für mich aber viel zu wenig Auswirkungen. Das Loyalitätssystem wirkt sich für mich in der Praxis nicht so aus, wie man es sich vielleicht erhofft hat -- am ehesten ist da noch die Mechanik des nicht weit-weg-Siedelns der interessante Kernpunkt. Die Gouverneure -- ja, nette Idee, aber spieldesigntechnisch auf keinem sonderlich cleveren Niveau. Und die neuen Civs: Eher so hübsch-hässlich -- manche sind ganz nett, viele wie die Koreaner (10% Bonus auf Städten mit Gouverneuren gääähn) eher belanglos. Da wurde wieder mehr Wert auf die optische Ausarbeitung der Anführer gelegt.

Der große Wurf ist dieses Add On nicht geworden und es macht Civ 6, wenn überhaupt, eher im geringen Maße zu einem deutlich besseren Spiel, aber Spaß macht es natürlich trotzdem und deshalb empfehle ich es trotzdem. Für das nächste Add On erhoffe ich mir dennoch, dass Firaxis mal was Revolutionäres auf die Beine stellt, von dem man sagt: Ohne DIESES Add On macht Civ 6 absolut keinen Spaß. Das sehe ich bei Rise&Fall eher nicht.

Wertung: 9 / 12