Leisure Suit Larry: Wet Dreams Dry Twice
Leisure Suit Larry: Wet Dreams Dry Twice

Developer: CrazyBunch Studios
Publisher: Assemble Entertainment
Genre: Adventure
Review von: @Darkvamp76
Einige von euch erinnern sich bestimmt noch ein mein Review vor zwei Jahren des ersten Teils der neuen Larry Reihe? Der deutsche Entwickler Crazy Bunch aus dem schönen Hamburg lieferte eine wundervoll umgesetzte Neuinterpretation des legendären Leisure Suit Larry aus den 80er Jahren.

Leisure Suit Larry: Wet Dreams Dry TwiceIch hatte das Spiel damals sehr gelobt, weil es viele neue Ideen in die Serie brachte ohne den Spirit von LARRY dabei zu vernachlässigen. Umso erfreulicher fand ich, dass Teil 1 wohl erfolgreich genug am Markt angekommen ist, um es dem Studio zu ermöglichen an einem zweiten Teil zu arbeiten.

Nachdem Larry in Teil 1 mehr oder weniger erfolgreich seiner großen Liebe Faith nachgestellt hatte, landet er nun in Teil 2 in einem Insel-Archipel der Südsee. Sämtliche Gemeinsamkeiten mit alten Lucasarts Titeln sind hier natürlich ausdrücklich gewollt und sehr schön ins Spiel integriert.

Beispielsweise wird die erste Insel von einer Gouverneurin "regiert", welche zufällig auch noch Marley heißt. Leckere Drinks gibt's in der (S)cumm Bar und ein paar Schauplätze sind liebevoll aus alten Larry-Teilen übernommen worden. 

Leisure Suit Larry: Wet Dreams Dry Twice



Als Kind der 80er (ich war damals Teenager) bekommt man hierbei einen Lachflash nach dem anderen. Der tolle SIRI-Verschnitt namens Pi ist natürlich wieder dabei und mir persönlich richtig ans Herz gewachsen. Ich mochte die weibliche deutsche Sprecherstimme von Pi sehr und diese hätte man nicht besser besetzen können. Viele Kritikpunkte am Benutzerinterface des ersten Teiles wurden nun behoben und man kommt z.B. per Scrollrad der Maus sofort ins Inventory ohne erst das entsprechende Icon auf seinem Pi-Phone klicken zu müssen. Ebenfalls wurde nun eine Art Tagebuch ins Spiel integriert wodurch man ständig wunderbar den Überblick behält.

Ohne etwas vorweg nehmen zu wollen kann man als Nerd-Spieler von Larry am Ende locker 10% auf die Wertung draufschlagen, denn so bekommt man wirklich alle Anspielungen mit und man muss sich nach einigen Stunden im Spiel erstmal die Schmunzelfalten aus dem Gesicht bügeln. Aber nun zurück zum eigentlichen Spiel. Man ist immer noch auf der Suche nach der verschollenen großen Liebe "Faith" von Larry, welche nach den Ereignissen aus Teil 1 unauffindbar ist. Zusammen mit seiner elektronischen Assistentin Pi machen wir uns also auf die Suche. Das Spiel beginnt exakt auf der gleichen Insel wo Teil 1 endete und die ersten 30-60 Minuten sind als Tutorial zu verstehen.

Sobald man dann im besagten Inselarchipel angekommen ist bekommt man im späteren Verlauf des Spiels immer mehr Freiheiten und kann zwischen vielen verschiedenen Schauplätzen (Insel) verreisen. Nach den ersten paar Spielstunden hatte ich kurz Panik, dass es möglicherweise zu wenig Abwechslung geben könnte, was sich aber dann später nicht bewahrheitet hat.

Die Rätsel sind meistens nachvollziehbar, wenn auch nicht immer wirklich logisch. Auch ich habe mich ab und an dabei ertappt einfach die verschiedenen Kombinationen durchzuprobieren. Es sind aber eher Ausnahmen und ich finde die Rätsel insgesamt sehr gelungen. Einige der Charakter aus Teil 1 sind wieder mit von der Partie und man freut sich diese wieder "missbrauchen" zu können, um seinen eigenen Zielen näher zu kommen. Ich finde auch diesmal, dass Larry einfach großartig in die Gegenwart portiert wurde. Man trifft hier Umweltaktivistinnen oder auch Travel-Bloggerinnen, welche ihre Bilder auf Instracrap veröffentlichen und das Hotel kämpft mit schlechten Wertungen auf Gulp. Ich würde hier gerne alle tollen Anspielungen im Game nennen aber 1. hätte ich sie mir dafür aufschreiben müssen und 2. sollt ihr euch das Game kaufen und selber spielen.

Ein tolles Beispiel war aber als unsere Pi auf dem PiPhone im späteren Verlauf Software-Probleme hat und nach einem Reset ruft "Hilfe Softwarefehler! => 64738". Kinder der 80er wissen sofort, dass man mit dem "SYS 64738" den alten Commodore 64 software-resetten konnte ;) Ihr könnt euch nicht vorstellen, welchen Spaß ich bei den ganzen Anspielungen hatte. Außerdem bekommt man am Ende des Spiels die Möglichkeit „Benzin für Kettensägen“ im Darknet zu kaufen ;)

Der Umfang des Spiels wurde (subjektiv) stark erweitert zum ersten Teil und ich war deutlich mehr als 15 Stunden mit dem Spiel beschäftigt.

Technisch gibt es nichts zu meckern und es ist ein schöner popiger Comiclook in hoher Auflösung. Gefreut hätte ich mich persönlich über UltraWideScreen-Support, aber dies ist bei gezeichneten 2D
Grafiken natürlich kaum machbar und mit mehr Aufwand verbunden. Und da (Zitat aus dem Spiel) jedes "Asset" Geld kostet, musste vermutlich hier gespart werden.

Fazit:

Beim Spielen war ich sehr oft hin und her gerissen, ob die Entwickler es nun übertreiben oder ich sie dafür einfach nur Liebe immer wieder Anspielungen auf alte Adventure-Klassiker ins Spiel integriert zu haben. Ich war mir einfach nicht sicher, ob es zu viel des Guten ist und damit zu wenig eigene Kreativität ins Spiel geflossen ist. Am Ende bin ich aber eindeutig zum Entschluss gekommen, dass es sich beim neuen Larry um eine wundervolle Fortsetzung handelt und ich beim Durchspielen unglaublich viel Freude hatte. Jedes Kind der 80er oder 90er Jahre, der entweder Lucasarts oder SIERRA Online-Spiele vergötterte kann blind zugreifen. Alle anderen mit Spaß an billigen sexistischen Sprüchen und einem extrem sympathischen Helden ebenfalls.

Dem Entwickler Crazy Bunch in Hamburg würde ich nach zwei so tollen Spielen nun wirklich ein eigenes Spiel mit komplett eigene Charakteren ans ans Herz legen. Sie haben nun mehr als bewiesen, dass sie es drauf haben und ich würde mich über was komplett neues aus dem Hause extrem freuen.


Wertung: 10/12

The Last of us 2 ist das erste Spiel, was mir am Anfang gar nicht gefallen hat und immer besser wurde, je weiter ich es gespielt habe. Daher habe ich hier ein spoilerfreies Fazit geschrieben, das ich in ein paar Abschnitte eingeteilt habe.


Technik und Gameplay:
Zunächst mal fand ich die Technik und die Grafik verdammt genial, die Grafik holt wirklich alles aus der PS4 raus (was natürlich auch der Lüfter deutlich demonstriert), aber ich habe noch nie so schöne Charaktermodelle und eine so schön gezeichnete Welt gesehen. Im Vergleich zu Spider-Man werden hier alle Modelle scharf gezeichnet, bei Spider-Man war zB nur er selbst ziemlich genial animiert, die Gegnermodelle wirkten grafisch eine Nummer schlechter. Hier ist alles verdammt schick. Auch die Gesichtsanimationen sind echt gut und man sieht selten Unterschiede zwischen Spielegrafik und Cutscenes. Klar wird hier eine ständige Wiederholung auch nervig, z.B. wenn Ellie jemanden mit einem Stealth-Kill umbringt spult sich immer die gleiche Animation ab: Sie schnappt sich einen Gegner und hält ihm das Messer oder die Pistole ins Gesicht, dann kann man ihn noch etwas umher schleifen, um zum Beispiel in Deckung zu gehen und dann drückt man auf die Kill-Taste, und jedesmal greift der Gegner sich vorher noch über den Kopf, um sich zu wehren. Hier wird auch meiner Meinung nach immer klar diese Schuldfrage ab absurdum geführt: Ellie bringt Leute nur um, weil sie sich wehren bzw. weil sie vorher von ihnen angegriffen wurde. Daher auch meine Kritik an dem Kampfsystem: Trotz Stealth-Elemente schaffe ich es ganz selten, schleichend durch ein Gebiet zu kommen. Mir ist klar, dass das Spiel hier einen realistischen Ansatz wählt und es auch nicht logisch ist, dass ich nie entdeckt werde. Aber außer den Backsteinen und Flaschen, die ich als Wurfobjekt zur Ablenkung nutzen kann und zwei (am Ende des Spiels drei) Waffen, die überhaupt leise verwendet werden können, kann ich schlicht nichts machen, außer anschleichen und von hinten einen Stealth-Kill zu machen. Hier kommt dann noch hinzu, dass ich mir immer die oben genannte Animation anschauen muss, die auch lange dauert. In dieser Zeit kann mich ein Gegner sehen und ich kann als Spieler nicht eingreifen. Sowas wie in Batman Arkham oder Spider-Man, zum Beispiel ein Greifen von oben, ein Umreißen auf den Boden und dort einen Stealth-Kill gibt es nicht. Das führt mich dann auch zu meinem nächsten Problem, das ich bei Videospielen dann oft habe: Hat mich ein Gegner gesehen, wissen alle Gegner wo ich bin, und zwar ausnahmslos. Und dann ballert jeder auf mich. Es gab ein paar Stellen, bei denen ich es geschafft habe, zumindest wieder in den "Wo ist sie hin?"-Modus zu kommen. Hier finde ich es übrigens gut gemacht, dass die Gegner mich, anders wie bei vielen anderen Stealth-Spielen nicht mehr vergessen. Außerdem sind die Savepoints so gut gesetzt, dass ich nach einem Entdecken direkt schnell laden kann und bin wieder vor dem Punkt, an dem ich entdeckt wurde. Trotzdem nerven mich hier auch die Restriktionen bei der Munition: Ich kann zum Beispiel für die Pistole nur 16 Kugeln mitnehmen, da sie zu anfangs genau 8 Schuss im Magazin hat. Somit kann ich mit jeder Waffe immer genau ein volles und ein weiteres Magazin mit mir führen. Später gibt es aber durch eine Werkbank die Option, alle Waffen zu verbessern. Das ist ziemlich cool gemacht und erinnert an das Crafting aus Tomb Raider. Allerdings kann ich dann dort auch die Magazingröße erweiteren, was dazu führt, dass ich dann 10 Schuss in meinem Magazin habe, ich kann aber dann nur weitere 6 Kugeln mit mir rumtragen. Das nervt tierisch. Schlimmer noch: es gibt zum Beispiel für die Schrotflinte auch noch Munition zum Craften, hier kann ich aber auch nicht die Maximalmenge für Kugeln überschreiten. Das heißt, habe ich bereits volle normale Munition für die Schrotflinte, darf ich keine Crafting-Munition bauen. Hier verstehe ich das Spielsystem nicht. Das ganze wird dann noch total ad absurdum geführt, wenn ich in einem Raum voller Munition bin, aber bereits volle Munition dabei habe und nichts aufnehmen darf, aber genau weiß, dass dieser Raum nur existiert, weil mich nun gleich eine Horde Gegner erwartet. Ich bekomme also reichlich Munition vor die Nase gelegt, darf sie aber nicht mitnehmen. Gleichzeitig trage ich aber einen Rucksack, in dem sichtbar viel Platz ist. Man findet andererseits Notizen von NPCs überall in der Spielwelt, von diesen darf ich endlos welche einsammeln. Ich hätte mir vor allem für die Kämpfe mehr Munition gewünscht, zumal ich zum Beispiel, wenn ich keine Headshot erziele, 3 oder mehr Pistolenkugeln brauche, um einen einzigen Gegner zu erledigen. Die Gegner haben übrigens endlos Munition, wenn ich sie aber erledige, finde ich maximal 3 Schuss. Alles in allem hab ich mich aber irgendwann an das Gameplay gewöhnt, aber hier hätte ich mir die Kämpfe etwas mehr wie in den Tomb Raider Spielen gewünscht, mehr Munition und dann von mir aus auch stärkere Gegner aber einfach dann auch mehr Action, das hätte auch mehr zum Experimentieren beigetragen. Trotz dieses Munitionsmangels ist es nämlich so gut wie gar nicht möglich, ungesehen durch ein Gebiet zu schleichen, man muss eigentlich immer mindestens ein paar Wachen erledigen, um durch zu kommen. Hier hätte ich mir dann auch die Variante gewünscht, dass ich ohne Gewalt durch komme. Das geht aber nahezu nie.


Spielwelt:
Nun kommen wir zu den positiven Seiten, ich fand die Spielwelt und vor allem die Stadt Seattle einfach nur verdammt gut gemacht. Man begibt sich oft von A nach B, es ist meistens auch linear, aber die Art, wie der riesige Level dieser Stadt aufgebaut ist, ist einfach fantastisch. Hier finde ich auch, dass die Bezeichnung "Next Gen" passt. Und das ist einer der Punkte, in dem ich einem Spielemagazin recht gebe: Das Spiel setzt Maßstäbe, an denen sich andere Spiele messen müssen. Ein Beispiel: Ichmuss zu einem Krankenhaus. Das ist ein großes Hochhaus mit einem roten Kreuz. Und ich sehe dieses Haus in der Ferne. Dann kämpfe ich mich durch die Stadt, 3 Stunden lang und komme dem Haus immer näher. Es geht durch einige Gebäude, durch Keller, durch Parkhäuser und so weiter. Und im Krankenhaus angekommen stehe ich dann an einem Fenster und sehe im Hintergrund ein Riesenrad und weiß dann: Krass, dort war ich vor 3 Stunden und ich bin hier durch die ganze Stadt durch, habe mich von A nach B gekämpft, habe dazwischen auch kleine Geschichten erlebt und wenn ich das gefunden habe, was ich brauche, muss ich da auch wieder zurück. Hier merke ich dann, wie groß diese Stadt ist und wie genial dieser riesige Level gebaut ist. Und auch hier merke ich dann, wie wenig mir Open World Spiele noch gefallen und wie gut die Entscheidung war, dieses Spiel eben nicht zu einem Open World Spiel zu machen, sondern den Spieler durch Kampfbegegnungen und durch Story-Fortschritte da durch zu führen. Das Gebiet wirkt auf mich dadurch auch komplett anders als zum Beispiel in einem Red Dead Redemption, bei dem die Welt zwar deutlich größer ist, ich aber dann einfach mal 30 Minuten reite, bis es weiter geht. Hier erlebe ich unterwegs etwas und das Spiel führt mich dabei. Bei Spider-Man komme ich zum Beispiel durch das Bewegungssystem schnelle vorran aber das Spiel wirft mir dann Zufallsbegegnungen oder Nebenquests zwischen die Beine oder Sammelaufgaben. Hier ist das nicht so. Ich entscheide hier nicht sondern das Spiel. Mein Charakter will zwar von A nach B aber unterwegs erlebt er etwas oder muss sich eben durch einen Kampf durchschlagen. Bei einer Open World entscheide ich mich ja auch oft, nicht zu kämpfen, werde dann von Gegnern verfolgt, schüttele sie ab und dann vergessen sie mich. Hier ist das nicht so, und das gefällt mir unglaublich gut. Noch eine weitere Sache die mir gut gefällt, aber die dann eher zur Story passt: Sobald ich einen krassen Moment im Spiel erlebt habe, nimmt das Spiel die Bremse in die Hand und lässt mich dann gut 30 Minuten lang eine ruhige Szene spielen. Das macht es auch bewusst, indem es mir keine Option zum Kämpfen gibt. Ein Beispiel: Ich falle durch eine Barrikade in einen Keller und durchlebe dort eine unglaublich krasse Begegnung, die mich auch als Spieler gut Nerven gekostet hat und sämtliche Munition leer ballern ließ. Mein Charakter ist nicht nur fertig mit den Nerven sondern auch verletzt. Danach gibt es einen Cut, der Rückweg bleibt mir also auch spielerisch erspart und ich bin wieder in einem friedlichen Gebiet. Hier sind dann aber mein Rucksack und meine Waffen nicht da oder aber die UI ist quasi gesperrt und ich kann gar keine Waffe ziehen und ich laufe durch einen friedlichen Level, suche eine bestimmte Person, rede mit ihr, spiele mit einem Hund und so weiter. Das Spiel gibt mir dann 30 Minuten Ruhe und erzählt dabei trotzdem seine Geschichte weiter. Dadurch wachsen mir dann auch bestimmte Charaktere ans Herz, ähnlich wie Sully in Uncharted 1. Bei einem Dark Souls oder einem Assassins Creed muss ich mir nach manchen Stellen als Spieler eine Pause gönnen, weil mir das Spiel zu stressig war, hier sorgt das Spiel selbst für eine Pause und lässt mich das alles in Ruhe erleben. Und das hat mir sehr gut gefallen.
 

Story:
Dritter und letzter Punkt meines Fazits: Ohne nun zu spoilern hat mir die Story nach anfänglichem Aufregen wirklich gut gefallen. Bis zur Hälfte des Spiels war ich ehrlich gesagt genervt. Nicht von einem Story-Twist sondern von der Ausarbeitung eines Charakters und der Umgang des Spiels mit ihm, Das hat das Spiel aber nach der ersten Hälfte dermaßen gut begründet und mir dann einfach mal gezeigt, warum ich das nun alles so gesehen habe. Auch hier greift wieder das Zitat "neue Maßstäbe". Sowas habe ich noch nie erlebt und es war super inszeniert. Geiler Scheiß auf gut deutsch gesagt. Dieser Punkt ist nun extra kurz gehalten weil ich nicht viel über die Story erzählen kann, ohne zu spoilern. Es sei nur soviel gesagt: Der Fokus der Story ist diesmal ein deutlich anderer als im ersten Teil, die Charaktere werden alle sinnvoll weiter entwickelt, neue Charaktere kommen hinzu und werden gut eingebaut. Es sind außerdem Rückblenden vorhanden, die die Lücke zwischen Teil 1 und 2 schließen, da hier soweit ich weiß 5 Jahre vergangen sind. Was mir als Gitarrist sehr gut gefallen hat, waren Szenen in denen Ellie Gitarre spielt. Die Gitarre wird auch gegen Ende des Spiels nochmal als tragisches Element eingesetzt und Ashley Johnson singt die Songs auch alle selbst. Wer will, kann sich online spoilerfrei ihre Version von "Take on me" anhören. Hier finde ich auch die Tatsache klasse, dass Musik hier auch als Relikt vergangener Zeit eingesetzt wird, da es ja nie wieder neue Künstler geben wird in der Welt von Last of us und daher das Musikmachen ein sehr kostbares Gut ist. Ellie hat mehrere Schallplatten und einen aufziehbaren Plattenspieler, auch das zeigt wieder, dass die gute alte Vinyl die Apokalypse überleben kann. In den Credits zeigen sie außerdem nochmal alle Songs, die im Spiel vorkommen. Toll, ich liebe Musik.


Fazit vom Fazit:
Aktuell ist das eindeutig mein Spiel des Jahres und ich kann, obwohl ich es vorher kritisiert habe, die hohen Wertungen absolut verstehen. Ich hätte mir in den Kämpfen mehr Alternativen gewünscht oder auch mal die Alternative, eben nicht zu kämpfen, sondern weiterzuziehen. Die habe ich leider nie. Ansonsten war das ganz großes Kino und ich freue mich nun sehr auf das nächste Naughty Dog Spiel, denn seit Jahren hab ich nicht mehr so voller Leidenschaft ein Spiel durchgespielt wie dieses.

"Ein Spiel ist eine Reihe von interessanten Entscheidungen."
Wenn wir über Old World sprechen, einem Spiel von der Entwicklungsfirma Mohawk Games, werden wir nicht umhinkommen, über eines der berühmtesten Spiele von Sid Meier zu sprechen. Die Rede ist von Civilization. Das ist keine große Überraschung. Jeder, der mal einen Trailer oder Screenshots zu Old World gesehen hat, erkennt die verblüffende Ähnlichkeit zwischen diesen Titeln.


Old World orientiert sich in der Lesbarkeit klar an Civilization
 

Der Eindruck trügt, soviel vorab. Old World bedient sich zwar fleißig bei Civilization was die Bildsprache und die Lesbarkeit angeht. Dies geht vermutlich auf die Einflüsse von Soren Johnson zurück, der seinerzeit früher bei Firaxis Lead Designer von Civilization IV war.

Das Gelände und die grundsätzlichen Ressourcen wie Holz, Gold und Stein unterscheiden sich wenig. Sie werden auf der Karte angezeigt und können auch wie gehabt über Verbesserungen wie Farmen und Minen aufgewertet werden. Es werden auch grundsätzliche Mechaniken wie Siedlungsgründungen und Stadtmanagement übernommen. Aber so ziemlich jedes Detail wird anders gelöst.

Wer also mit dem Spiel anfängt, um ein neuen Civilization zu haben wird eventuell enttäuscht werden! 

Kommen wir also zu den grundlegenden Unterschieden. Eine Siedlung gründen, kann man in Old World nur in vorhergesehen Gebieten. Das ist eher eine taktische Einschränkung. Diese Plätze sind rar und machen Städte bzw. Gebiete der Gegner eher noch interessanter, als sie es in Civilization waren.

Die Forschung bietet spielerische Details


Die Forschung wirkt sehr kleinteilig und wenig „entscheidend“. Die Vorteile geben einem keine große Befriedigung, wenn man diese erreicht hat. Das Spiel beschränkt sich dem Namen entsprechend auf einen gewissen Bereich der technischen Weiterentwicklung: Atombomben, Raumschiffe und Kampfhubschrauber werden wir hier nicht zu Gesicht bekommen.

Der Character steht im Mittelpunkt

Ausgeglichen wird diese Einschränkung durch ein aufgesetztes Charakter-Management. Der Herrscher ist hier nicht mehr ein Gefäß, sondern besitzt eigene Eigenschaften und Boni. Das trifft auf meine ganze Familie und Gefolgschaft zu. Dadurch, dass der Zeitraum eingegrenzt wird, besteht die Möglichkeit Dynastien aufzubauen und auch politische Verbindungen zu anderen Herrschern über die Familie aufzubauen. Wer jetzt auf Crusaders Kings schielt, liegt vermutlich nicht ganz falsch.

Familien spielen bereits bei der Gründung einer neuen Siedlung eine Rolle. Diese wird einer auszuwählenden Familie zugesprochen. Familien unterscheiden sich ganz „klassisch“ in Militär, Handwerk, Forschung und Wirtschaft. Personen wie der Spieler, Ehepartner und eventuelle Kinder spielen ebenfalls eine große Rolle, da sie eine ganze Reihe an Boni/Mali bringen, eigene Rollen/Berufe übernehmen können oder auch Spezialaktionen erlauben. Die Möglichkeiten sind abwechselnd und bieten eine ziemliche Tiefe. Ähnlichkeiten zu den Paradox-Spielen wie Stellaris und Crusaders Kings sind verblüffend. Mit Civilization hat es meiner Meinung nach nur das eigentliche Thema und die visuelle Darstellung gemeinsam.

Fazit:

Ich hatte ein wenig auf eine Civilization-Alternative gehofft und war dementsprechend abgeschreckt. Das Spiel krankt in den ersten Stunden an einer drastischen Unter-Erklärung. Man muss sich wie man es von Paradox-Spielen auch kennt, jedes Wissen und Verständnis der Mechaniken mühsam erarbeiten. 

Abseits dieser Macken und des noch sehr offensichtlichen Early Access-Status ist es ein schönes Spiel, in dem man sicher wieder hunderte Stunden versenken kann. Sobald man sich das Spiel erarbeitet hat. Wer jedoch eine Alternative für Civilization gesucht hat und mit den Paradox Spielen nichts anfangen kann, ist hier vermutlich falsch.

Angetestet-Reihe auf Sothis Spielwiese:


Yes, Your Grace hebt ein neues Genre aus der Taufe: Den Thronsaal-Simulator. Wobei, so ganz stimmt das nicht. Ich hole ein wenig aus.

Bei Yes, Your Grace handelt es sich um einen Königreich-Manager mit RPG Elementen. Der Kern des Gameplays ist in der Tat der Thronsaal, in dem wir als König Entscheidungen treffen. Wöchentlich versammeln sich verschiedenste Personen (bisweilen auch die eigenen Familienmitglieder) vor unserem Thron in Reih' und Glied' und bitten um Audienz. Immer mit dabei: Eine Bitte. Die einen wollen Geld, um eine teure Medizin für ein erkranktes Kind zu kaufen. Die nächsten bitten darum, dass wir unseren General im Dorf vorbeischicken, weil marodierende Horden das Umland terrorisieren. Manchmal dürfen wir auch investieren: Zum Beispiel in den Bau einer Taverne, die uns fortan als Teilhaber etwas Geld in die klammen Staatskassen spült.

Nicht jede unserer Entscheidungen ist richtig -- ein wenig Menschen-, pardon, KI-Kenntnisse muss man schon mitbringen und manchmal kann man es auch gar nicht richtig machen, egal wie unsere Antwort lautet. Fast wie im richtigen Leben. Oder wie bei dem minimalistischen REIGNS (das Spiel, bei dem man Karten hin- und herswiped). Und genau wie dort gibt es auch in Yes, Your Grace oft kein richtig oder falsch, sondern nur das kleinere Übel.

Das zweite Gameplay-Element ist ein kleiner Wirtschaftspart. Jede Woche werden die Ressourcen abgerechnet: Einnahmen und Ausgaben von Gold und Vorräten. Außerdem spielt unsere Truppenstärke und die Moral des Königsreichs eine Rolle. Wer möchte, kann sein Gold an dieser Stelle investieren: Zum Beispiel in die Hochzeit unserer Tochter oder in ein lukrativ anmutendes Geschäft. Manchmal sind wir auch gezwungen, unser Geld von der Eisernen Bank von Bravo... äh halt Geld einer Bank zu leihen. Wer sich die Zinsen leisten kann, versteht sich. Großen Sprünge kann man jedenfalls nicht machen: Dafür, dass das Königreich in schönster Pracht erstrahlt, ist es erstaunlich verarmt und wird anfangs von gerade mal 100 Soldaten beschützt.

Apropos Pracht: Die Optik des Spiels wurde in einem 16-Bit-Pixellook realisiert, der mir sehr gut gefällt. Gleiches gilt für die Musikuntermalung, wobei hier besonders die Titelmelodie heraus sticht. Einzig die Sprachausgabe nervt mich: Dass man ein 7000$ Kickstarter-Projekt nicht professionell vertonen kann, verstehe ich. Aber dieses Fantasy-Gebrabbel nervt eher, als dass es nützt. Möglicherweise hätte man sich dieses Feature daher komplett sparen können.

Das dritte und letzte größere Gameplay-Element würde ich in die Kategorie Grafik-Adventure verorten -- allerdings abzüglich der Logikrätsel: Wenn die Audienz durch ist, läuft man durch sein Schloss, besucht Schlafzimmer, Schlossgarten oder Ratsraum und interagiert in Multiple Choice-Konversionen mit Familienmitgliedern und anderen NPCs. Dieser Teil ist, gerade was die Gespräche mit Frau und Töchtern angeht, eher nervig. Zwar berührt mich das Schicksal meiner ältesten Tochter dann doch ein wenig, aber letztlich klickt man sich möglich schnell durch, um den nächsten Audienztag durchführen zu können (die Audienzen sind nämlich um einiges spannender).

Fazit:
Zusammengenommen haben wir es hier mit einem netten, kleinen Indie-Genremix in toller Pixeloptik zu tun. Das Spiel ist wirklich sehr liebevoll gemacht und auch wenn die Einzelteile (Wirtschaft, Adventure) eher seicht sind, funktioniert das Spiel als Gesamtpaket ziemlich gut. Gewisse Anspielungen an Game of Thrones (wie sie auch in REIGNS zu finden sind), haben sich im Übrigen bestimmt nur rein zufällig in das Spiel verirrt ;)
Früher, als ich noch jung war
Ich gebe zu, ich bin nahezu ein Star-Wars-Fan der ersten Stunde. In den 80ern geboren und in den 90ern alt genug, schaute ich die originale Trilogie auf Videokassette am heimischen Fernseher und war total begeistert. Nur wenige Jahre später hatte ich das Glück, alle Filme in der Special Edition noch einmal im Kino erleben zu dürfen. Auch wenn es heute viele Nerd-Diskussionen à la "Han shot first." gibt, so werde ich trotzdem nie vergessen, diese Klassiker auf der großen Leinwand gesehen zu haben. Groß war dann die Freude auf die Prequel-Trilogie mit den Episoden 1, 2 und 3, die ich mir zunächst noch als Jugendlicher und abschließend als Student angeschaut habe. Ich war damals zwar schon alt genug, dass ich vor allem mit Episode 2 unzufrieden war, aber die Filme waren für mich trotzdem passend und zerstörten mir nicht die Original-Trilogie. Vor ein paar Jahren kam Episode 7 in die Kinos, und vor ein paar Tagen habe ich nun Episode 9 gesehen. Und ich muss sagen, mir fällt hier ein Zitat einer aktuell sehr bekannten Aktivistin ein: "Ihr habt mir meine Kindheit gestohlen."

Wie komme ich darauf? Hierzu muss ich etwas ausführlicher werden und euch natürlich warnen. Dieser Artikel enthält Spoiler und zwar zu allen neun Star Wars Filmen. Wer also Episode 9 noch nicht gesehen hat... ach, ihr wisst schon was ich meine.

Wirtschaft, Politik und Intrigen in Episode 1, 2 und 3
Nun werden wir mal ausführlich und fangen mit der Prequel-Trilogie an. Die zentrale Figur war hier der spätere Imperator Palpatine. Ich möchte nun auch gar nicht weiter auf die Helden oder Nebenschauplätze oder gar die Macht eingehen, sondern lediglich die Logik von Palpatines Plan und die in den Filmen dargestellte Ausführung dieser beschreiben:
In Episode 1 spielt Palpatine ein doppeltes Spiel mit einer Handelsförderation, sorgt dafür, dass diese sehr mächtig wird und überall durch Droiden-Armeen Planeten besetzen. Diese Förderation wurde jahrelang von Palpatine unter dem Decknamen Darth Sidious unterstützt. Zwei Jedis decken zufällig auf einer Mission eine unzulässige Handelsblockade auf Naboo auf und besiegen mithilfe der Naboo-Bevölkerung in einem harten Kampf dann eine einzige Droiden-Armee. Erst darauf hin versteht die Republik, dass sie eingreifen muss, um der Förderation Einhalt zu gebieten. Senator Palpatine offenbart den Politikern, dass er im Hintergrund seit Jahren Klone züchtet. Diese werden als Notfallplan vom Senat gebilligt und gegen die Droiden dann in Episode 2 eingesetzt. Der Senat übergibt außerdem den Jedi-Rittern die jeweilige Leitung der Streitkräfte.
Als dann die Klonkriege, die Palpatine bewusst auf beiden Seiten verursacht hat, in Episode 3 ihren Höhepunkt erreichen und Anakin Skywalker dann bekehrt wird, offenbart sich Palpatine der Bevölkerung und dem Senat als neuer Imperator, weist den Jedis die Schuld zu und aktiviert die Order 66. Die Klone richten sich gegen die Jedi und rotten diese beinahe komplett aus. Palpatine wird legitimer Herrscher, das Volk feiert ihn am Ende von Episode 3. Die Klone werden die danach bekannten Sturmtruppen, die Rekrutierung weiterer Soldaten folgt, das Imperium erblüht, Darth Vader wird erschaffen.
Egal was man von der Prequel-Trilogie als Filme hält, diese Logik ist bezüglich auf die Ressourcen, die Wirtschaft und eben auch die Politik schlüssig erklärt und nachvollziehbar. Alles ergibt Sinn und jeder, der die Filme gesehen hat, weiß, wie der Status Quo vor Beginn von Episode 4 zustande kommt.

Der Aufstieg der Rebellion und der Sturz des Imperiums in Episode 4, 5 und 6 
Nun sind wir in der Original Trilogie: Hier ist das Imperium komplett an der Macht, da es alle Strukturen der alten Republik übernommen hat, nur dass jetzt eben Palpatine als Imperator herrscht und die Jedi weg sind. Die Rebellen haben eine geheime Basis und müssen immer wieder den Planeten wechseln, um nicht aufzufliegen. Palpatine baut jahrelang einen Todesstern, dieser wird dann gegen Alderaan eingesetzt und erst nach dieser brutalen Tat sehen weite Teile der Bevölkerung ein, dass jemand gegen Palpatines Imperium vorgehen muss, die Rebellion bekommt mehr Anhänger.
Der Aufstieg von Luke Skywalker geschieht hier auch eher als Nebenschauplatz, von seiner Jedi-Ausbildung bekommt keiner etwas mit, er ist weiterhin Pilot, zerstört mit Glück den Todesstern, hat auf Hoth die Idee, einen Walker mit dem Seil zu umwickeln und zerstört dann auch nochmal mit Glück einen Walker mit einer Granate. Luke war nie der große Held in den ersten beide Filmen. Im dritten Teil stellt er sich dann Vader alleine, auch das war nicht legitimiert von den Rebellen, eigentlich sollte er mit den anderen in einem Bodeneinsatz den Schild des zweiten Todessterns zerstören.
Auch hier vergehen Jahre zwischen den Filmen, in denen viel passiert: der zweite Todesstern wird lange gebaut, ist zu Anfang des Films auch noch nicht fertig, die Rebellen erfinden immer bessere Schiffe, in Episode 4 gibt es nur X-Wings und Y-Wings, später kommen erst B-Wings und A-Wings dazu. Auf beiden Seiten findet zwischen den Filmen immer ein Wettrüsten statt. Als dann der zweite Todesstern zerstört ist, die Schlacht fand übrigens ohne das Eingreifen von Luke statt, müssen die Rebellen sich nach der Handlung trotzdem noch um die Splittergruppen der Flotte kümmern. Auf allen Planeten wird die Botschaft weiter gegeben, dass der Imperator tot ist, die Hauptflotte wurde besiegt und nun gehen die Leute auf die Barrikaden und stürzen das Imperium, das Zeitalter der neuen Republik beginnt.

Zwischenspiel Expanded Universe (heute auch als Legends bekannt)
Ich war damals wie schon erwähnt ein Kind und habe unzählige Bücher und Comics gelesen, in denen die Geschichte von Luke, Han und Leia weitererzählt wird. Jahre später las ich die News, dass es nun drei weitere Star Wars Filme gibt und ich war total von den Socken. Mein Lieblings-Universum bekommt nun doch noch drei weitere Filme. Begeistert von den ganzen Geschichten aus den Büchern über die neue Republik, die Jedi-Schule von Luke Skywalker und den interessanten Charater Mara Jade, war ich sehr gespannt auf die neuen Filme. Doch dann folgte der Schock: Alle Bücher wurden nicht mehr als Teil des offiziellen Kanons gewertet, die Filme möchten eine eigene Story erzählen. Ich ließ mich trotzdem darauf ein. Dies stellte sich als Fehler heraus. Kommen wir aber zur neuen Trilogie.

Unverständnis, Plott-Löcher und wenig Logik (ab hier Spoiler zu Episode 7, 8 und 9)
Im Gegensatz zum Expanded Universe hat man sich für einen anderen Status Quo entschieden. Es sind soweit ich weiß 30 Jahre vergangen, zu Beginn von Episode 7 wird nicht wirklich erklärt, was dazwischen geschehen ist, ich versuche es aber trotzdem einigermaßen sinnvoll oder sinnlos zusammen zu fassen:
Es gibt eine Republik und die erste Ordnung, das ist eine Splittergruppe des alten Imperiums. Die Republik ist aber auf einem pazifistischen Trip und möchte die erste Ordnung nicht militärisch bekämpfen. Warum nicht? Das wird mir als Zuschauer nicht erklärt.
Die erste Ordnung schafft es, auf einem Planeten eine Station zu bauen, die mit einem Laserstrahl mehrere Planeten zerstören kann. Gut, das wäre logistisch möglich, da sich die Republik keine Sorgen darum gemacht hat.
Luke Skywalker hat eine Jedi-Schule eingerichtet. Ben, der Sohn von Han und Leia geht dort auch hin, Luke hat eine Vision, dass dieser böse wird und möchte ihn töten. Er schafft es nicht, Ben flüchtet und Luke zieht sich zurück, die Jedi-Schule wird geschlossen. Wo sind nun alle Jedi-Schüler? Es gibt laut Episode 7 auch die "Knights of Ren", also auch böse Jedi, mit denen Ben, der sich nun Kylo Ren nennt, umherzieht. Wo sind diese in den Filmen?
Die Republik macht sich, obwohl die Jedi-Schule von ihnen legitimiert war, keine Sorgen, dass nun zig Jedi mit Machtfähigkeiten durch die Galaxie reisen, einer ist nun im Dienste der ersten Ordnung unterwegs. Klar, ist ja auch nichts gefährliches. Leia bildet einen Widerstand und versucht immerhin, die erste Ordnung zu bekämpfen, die Republik unterstützt sie dabei nicht. Wieso nicht? Auch das wird mir nicht erklärt.
Die erste Ordnung zerstört mit einem Schuss aus der Laserwaffe laut Film alle Planeten oder zumindest die Kernwelten der Republik. Es wird gesagt, die Republik gäbe es nun nicht mehr. Wieso? Es gibt doch noch viele andere Planeten. Trotzdem schließt sich nach dieser Aktion keiner dem Widerstand an oder unterstützt diesen zumindest finanziell.
Die junge Schrottsammlerin Rey wird gefunden, hat anscheinend ziemlich starke Machtfähigkeiten und kann nun ohne Training mit einem Lichtschwert kämpfen. Sie besiegt fast Kylo Ren, der eine jahrelange Ausbildung bei Luke hatte und seit Jahren alleine durch die Welten zieht und Leute mit seinen Machtfähigkeiten bekämpft. Luke hingegen hat bei Yoda trainiert und trotzdem kaum eine Chance gegen Vader gehabt beim ersten Duell, beim zweiten gewinnt er nur, weil Vader Reue zeigt und sich gegen den Imperator wendet. Rey sucht Luke und findet ihn, in der Zeit versucht der Widerstand vor der ersten Ordnung zu fliehen.
Die komplette Episode 8 (man könnte den Film auch "Sinnlos im Weltall" nennen,) dreht sich nur um diese Flucht, zu Beginn wird gesagt, dass nach dem Angriff auf einen einzigen Sternzerstörer nun außer Poes Jäger nahezu alle Jäger zerstört wurden, was wir in Episode 8 sehen ist laut Film das einzige, was übrig geblieben ist vom Widerstand. Am Ende des Films retten sich alle Überlebenden in den Falken und fliegen davon.
Zu Beginn von Episode 9, der ein paar Jahre später spielt, hat sich der Widerstand etwas aufgerüstet, es gibt aber auch sichtbar nur 20-30 Jäger und ein paar Kreuzer. Auf den Ruf am Ende von Episode 8 hat keiner reagiert. Sie finden nun heraus, dass der Imperator wieder lebt, Lando fliegt einmal mit dem Falken durch die Kernwelten hindurch, (übrigens auch jene, die in Episode 7 vernichtet wurden,) und sofort bringt er hunderte von Schiffen mit in den Kampf gegen die erste Ordnung.
Bei der ersten Ordnung gibt es im Gegenzug keine sichtbaren Aufrüstungen. Kylo Ren hat Snoke getötet und ist nun Supreme Leader, obwohl er mehr oder weniger noch ein Kind ist, jeder hört auf ihn, obwohl er nicht wirklich wie ein strategischer Befehlshaber wirkt. Er findet durch den geistigen Kontakt zum Imperator die große verborgene Flotte und setzt sie nicht wirklich ein, da er diese Sitz-Kristalle braucht für...was? Vielleicht habe ich doch während des Films geschlafen?
Rey hingegen braucht die Kristalle, um den Imperator zu finden, hierzu findet sie einen Sith-Dolch, der in aufgeklappter Form exakt einem Teil der abgestürzten Form des zweiten Todessterns ähnelt, und das, obwohl der Kristall im Thronsaal des Imperators war, ein Platz, den man durchaus auch auf eine andere Art hätte finden könne. (Das muss den Autoren erst einmal jemand nachmachen.)
Der Imperator will Kylo Ren zunächst die Macht übertragen, Ren dagegen will ihn lieber gemeinsam mit Rey stürzen, die anderen militärischen Befehlshaber mischen sich da nicht ein, es geht ja nur um hunderte Sternzerstörer, die anscheinend von Sith-Klonen geflogen werden und per Remote gesteuert werden können von einem Schiff aus. Nur ein einziger Offizier verrät Kylo Ren, gibt aber lediglich einen Standort weiter und befreit die Helden auf dem Schiff. (Er hätte auch gegen Ren intrigieren können, aber anscheinend hätte das nicht zur Handlung gepasst.)
Am Ende stirbt der Imperator dann doch, die Sith-Flotte stürzt ab da die Remote-Sache nicht mehr funktioniert und Ren ist tot. Die erste Ordnung ist aber immer noch da, der Widerstand auch. Wer ist eigentlich hier die Regierung der Planeten? Haben die Bewohner der Galaxie nun überhaupt etwas mitbekommen von dieser Schlacht? Augenscheinlich schon, denn überall wird gefeiert, wie schon nach Episode 6.

Traurige Abgänge und Fazit
Und genau hier liegt mein Problem: Eigentlich hat sich seit Episode 6 nichts weiterentwickelt. Es ist nichts passiert, außer dass alle unsere Helden der Kindheit, bis auf Lando und Chewie einen lächerlichen Abgang hatten, den von Leia fand ich nachträglich noch am besten inszeniert. Hier war es Pech, dass die Schauspielerin nicht mehr zur Verfügung stand, sonst hätte man es bestimmt schöner gelöst.
Aber unterm Strich kann ich diese neuen Filme nicht verstehen, da sie mir einfach an allen Ecken nicht logisch erscheinen. Es ist auch überall zu sehen, dass hier kein kompletter Plan für eine Trilogie vorlag, sondern von Film zu Film geplant wurde. Episode 7 wird teilweise von Episode 8 negiert oder sogar ins Lächerliche gezogen. Genau das macht dann Episode 9 nochmal mit Episode 8. In manchen Szenen dachte ich tatsächlich, dass ich mir hier eine Parodie anschaue. Aber vielleicht bin ich auch nicht mehr die Zielgruppe.
Man kann aber Star Wars auch als Welt verstehen ohne die Sequel-Filme, denn sie erzählen keine neue Geschichte und lösen auch nichts aus den alten Filmen auf. Gar nichts. Daher brauche ich diese drei Filme nicht. Leider ist mir aber nun auch die Lust an Star Wars komplett vergangen. Das ist bestimmt nicht von Dauer, aber es ist einfach traurig. Die Filme haben mir nun ein Stück meiner Kindheit genommen.
Übrigens haben nicht alle bis Episode 9 durchgehalten. Ich zitiere abschließend noch einen Kollegen, der nach Episode 8 im Kino zu mir sagte: "Bevor ich diesen Film gesehen habe, habe ich mir jeden Star Wars Film mehrfach begeistert angeschaut. Nun, nach diesem Film, werde ich mir keinen einzigen mehr anschauen."
Vielleicht gibt es doch noch Hoffnung, The Mandalorian soll ja gut sein. In diesem Sinne: Möge die Macht mit euch sein.

Handlung:
Eine Woche nach den Ereignissen von Captain America: Civil War trauert Prinz T’Challa immer noch um seinen Vater T‘Chaka. Er ist gemeinsam mit General Okoye in Nigeria unterwegs, um seine ehemalige Geliebte Nakia von einer Undercover-Mission zurückzuholen. Anschließend fliegen die drei nach Wakanda, ein technisch hochentwickelter Staat im Herzen Afrikas, der mithilfe eines Tarnschildes vor fremden Augen verborgen bleibt. T’Challa wird von seiner Mutter Ramonda empfangen. Er ist der aktuelle Black Panther, Beschützer von Wakanda und hat durch ein Blütenserum übermenschliche Kräfte. Zudem schützt ihn ein Anzug aus Vibranium, ein sehr seltenes Metall, das in Wakanda abgebaut werden kann. In einer Krönungszeremonie stellt sich T’Challa einem weiteren potenziellen Thronfolger, M’Baku, Anführer des Stammes der Jabari, die einzigen Wakandaner, die weiterhin keine Technik nutzen. T’Challa besiegt M’Baku, verschont dessen Leben und wird neuer König von Wakanda. Seine Schwester Shuri stattet T’Challa mit den neuesten Technologien aus.
Eines Tages erscheint der südafrikanische Waffenschmuggler Ulysses Klaue, der seit Jahren Vibranium auf dem Schwarzmarkt verkauft, auf dem Radar der Wakandaner. T’Challa, Nakia und Okoye begeben sich daraufhin nach Südkorea, um Klaue zu stellen. Dort mischen sie sich in eine Mission des CIA unter der Leitung von Agent Everett Ross ein, zerstören in einem Kampf ein Casino und können nach einer langen Autoverfolgungsjagd Klaue und das Vibranium sicherstellen.
Bei der Befragung durch Agent Ross, der Wakanda für ein Entwicklungsland hält, offenbart Ulysses Klaue, dass Wakanda auch als die goldene Stadt El Dorado bezeichnet wird, da sie vor Jahrhunderten bereits durch den Einschlag eines kosmischen Kometen auf einer Vibranium-Mine ihr Reich aufgebaut haben. Vibranium ist nicht nur ein Metall, sondern dient auch als Energieträger, kann für medizinische Zwecke genutzt oder auch in Kleidung genäht werden. Bevor Agent Ross mehr über die Sachlage erfahren kann, befreit der Elite-Soldat Erik „Killmonger“ Stevens mit Waffengewalt Ulysses Klaue. Ross kann Nakia vor einem tödlichen Treffer retten, wird aber schwer an der Wirbelsäule verletzt. Die drei Wakandaner beschließen, Ross in Shuris Labor zu bringen und ihn dort mit den Vibranium-Technologien zu heilen.
Im Labor wartet W‘Kabi, der Ehemann von Okoye, auf T’Challa und macht ihm schwere Vorwürfe. Der Black Panther hat Klaue nicht fassen können, stattdessen ermöglicht er einem Amerikaner Zugang zu Wakanda. W’Kabi wünscht sich ein härteres Vorgehen gegen Wakandas Feinde. T’Challa ist außer sich und erinnert sich an einen Ring, den Killmonger bei der Befreiung trug. Dieser gehörte einst N’Jobu, dem Bruder seines Vaters. T’Challa befragt seinen Gefährten Zuri und erfährt somit, dass sein Vater in den 90er-Jahren in den USA seinen eigenen Bruder getötet hat, da dieser Vibranium an Ulysses Klaue verkauft hat. Er vertuschte allerdings die Tat und ließ den kleinen Sohn von N’Jobu in den USA zurück.
Da taucht an der Landesgrenze Erik „Killmonger“ mit der Leiche von Ulysses Klaue auf und wird von W’Kabi empfangen. Im Gegensatz zu T’Challa hat er den Feind besiegt und als Trophäe nach Wakanda gebracht. Zusätzlich offenbart Killmonger nun seine wahre Herkunft: Er ist N’Jadaka, Sohn von N’Jobu und somit ein legitimer Thronfolger. Dadurch hat er das Anrecht, T’Challa zu einem Kampf um die Thronfolge herauszufordern. Im Kampf gibt T’Challa alles, verliert jedoch das Duell gegen Killmonger, der sich beim Soldatentraining jahrelang auf diesen Kampf vorbereitet hat. Killmonger tötet Zuri, schleudert T’Challa einen Wasserfall hinunter und wird zum König gekrönt. Die Familie von T’Challa flieht gemeinsam mit Agent Ross sofort aus Wakanda und sucht Zuflucht bei den Jabari. Dort finden sie den komatösen Körper von T’Challa vor, der von den Jabari im Schnee gefunden wurde. Mithilfe des Blütenserums kann der Black Panther wiederbelebt werden und stellt sich erneut Killmonger.
Mittlerweile hat König Erik Killmonger seinen wahren Plan offenbart: Er möchte das Vibranium in die ganze Welt verschiffen und somit die komplette schwarze Bevölkerung bewaffnen, damit diese sich seiner Ansicht nach gegen das Unrecht auf der Welt durchsetzen können. Killmonger hat die Unterstützung der Soldatentruppe von W’Kabi, die weiblichen Generäle um Okoye setzen sich jedoch gegen die Pläne ihres Königs zur Wehr. Es kommt zum entscheidenden Kampf. Killmonger und T’Challa duellieren sich in ihren Black-Panther-Anzügen innerhalb der hochtechnisierten Vibranium-Mine, während die Soldatentruppe gegen die zahlenmäßig unterlegenen Generäle kämpft. Shuri kann Agent Ross Zugriff zu einem Flugzeug verschaffen, mit dem er sämtliche Transporter, die das Vibranium aus Wakanda heraus transportieren sollen, aufhalten kann. Als die Jabari den Generälen zu Hilfe kommen und T’Challa mithilfe der Strahlen innerhalb der Mine Killmonger bezwingen kann, endet die Schlacht. Killmonger liegt im Sterben und wünscht sich, ein einziges Mal noch den Sonnenaufgang von Wakanda zu sehen. T’Challa stützt ihn und begleitet ihn. Er bietet Killmonger Heilung an, doch dieser möchte lieber als freier Mann sterben.
Einige Zeit später landen T’Challa und Shuri in den USA und kaufen das Gebäude, in dem Killmonger aufgewachsen ist. Sie möchten dort ein Hilfszentrum etablieren, um Menschen in Not zu unterstützen. Außerdem bietet T’Challa der UN in einer Sitzung an, dass Wakanda sich nun auch wirtschaftlich in die Geschehnisse der Welt einmischt. Auf die Frage hin, was ein Entwicklungsland zur Weltwirtschaft beitragen kann, entgegnet der Black Panther ein müdes Lächeln.

Bezug zur Kontinuität:
Wakanda hat sich nicht nur einem Teil der Avengers sondern auch der Welt offenbart. Für die Zuschauer ist es nun ein fester Bestandteil des Film-Universums und wir werden schon bald eine neue Schlacht um Wakanda sehen. Agent Ross war bereits in Civil War gemeinsam mit T’Challa im Gespräch. Bucky Barnes hat seine Genesung nun hinter sich und ist wieder voll einsatzfähig. Shuri hat ihm bereits einen neuen Metallarm gebaut. Das Schild von Captain America ist aus Vibranium, der Körper von Ultron ebenfalls. Wir erfahren nun erstmal die Herkunft des seltenen Metalls und sehen, dass es dies in Hülle und Fülle in Wakanda gibt.

Wichtige Charaktere:
T’Challa/Black Panther, N’Jadaka/Erik „Killmonger“ Stevens, General Okoye, Shuri, Nakia, Agent Ross, Ulysses Klaue, Ramonda, Zuri, M’Baku, W‘Kabi

Fun Facts:
T’Challa gewinnt im Casino, lässt aber aus Zeitgründen seinen Gewinn liegen. Stan Lee nimmt die kompletten Chips an sich zur Aufbewahrung.
Regisseur Ryan Coogler hat bereits im Film „Creed“ mit dem Schauspieler Michael B. Jordan zusammengearbeitet. Der Comic Black Panther hatte eine große Bedeutung für die Bürgerrechtsbewegung. Das Duell zwischen T’Challa und Killmonger wurde von den Medien auch mit den beiden Charakteren Martin Luther King und Malcolm X verglichen.

Zitat:
„In Zeiten der Krise bauen die Weisen Brücken, während die Narren Mauern errichten.“ -T’Challa

Fazit:
Black Panther wirkt in der ersten Hälfte wie ein typischer Action-Film, entfaltet seine wahre Stärke aber spätestens in der zweiten Hälfte, sobald Erik Killmonger Wakanda betritt. Der hochentwickelte Staat dient hier als wunderbare Parabel. Er ist mitten in Afrika und doch verborgen, Wakanda mischt sich nicht in das Weltgeschehen ein, sondern bleibt isoliert und öffnet seine Tore auch nicht für Flüchtlinge. Die zentralen Fragen in der zweiten Hälfte des Films beschäftigten sich mit der Macht, die von den hochentwickelten Technologien ausgeht und ob diese dazu genutzt werden sollen, um Menschen zu helfen, oder auch um einzelne Bevölkerungsgruppen zu bewaffnen. In beiden Fällen kann die Welt verändert werden, T’Challa steht für die humanistische Methode, Killmonger für die radikale Methode. Mich hat es beim Zuschauen zunächst gestört, dass Ulysses Klaue nicht mehr Screentime hatte, da er als Bösewicht ebenfalls gut funktioniert. Außerdem bekommt Killmonger im ersten Teil des Films hingegen kaum Screentime. Der Konflikt der beiden Black Panther, die beide Thronfolger sein können, ist aber in der Nachbetrachtung deutlich bedeutsamer, als ein Konflikt mit einem eher austauschbaren Waffenschmuggler hätte sein können. Das Tempo ist wiederum in der zweiten Hälfte recht hoch und lässt die Ereignisse sich beinahe überschlagen. Somit kann ich zwar mittlerweile nachvollziehen, warum dieser Film so eine große Bedeutung hat, er schneidet viele Themen jedoch nur an und könnte sich noch mehr Tiefe zutrauen.
Im MCU wird Wakanda bald als Schauplatz einer weiteren Schlacht genutzt, in der leider die Tiefen der hier behandelten Themen kaum noch eine Rolle spielen. Unterm Strich kann dieser Film aber auch wundervoll als Einzelfilm funktionieren, was für einige andere MCU-Filme nicht gilt.




Nachdem ich nun eine lange Pause gemacht habe und Sothi und ich uns auch in zwei Podcasts über Phase 1 und Phase 2 unterhalten haben, möchte ich nun die restlichen Filme von Phase 3 des Marvel Cinematic Universe (MCU) noch hier behandeln, um das Projekt auch abzuschließen.

Es folgen in den nächsten Tagen (oder Wochen) daher noch Reviews zu diesen Filmen:

Black Panther (2018)
Avengers: Infinity War (2018)
Ant-Man and the Wasp (2018)
Captain Marvel (2019)
Avengers: Endgame (2019)
Spider-Man: Far from Home (2019)

Danach ist Phase 3 beendet. Phase 4 beginnt im Kino dann mit Black Widow. Ob ich Reviews zu den neuen Filmen schreiben werde, habe ich noch nicht entschieden.