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Descent

Wer kennt es nicht, das sagenumwobene Weihnachtsspezial hier auf Sothis Spielwiese? Und wer das Weihnachtsspezial kennt, der kennt auch Jürgen ("Graf"). Und wer Jürgen kennt, der kennt auch seine alljährlichen Top 5 in Sachen Brettspiele.

Nun dachte ich mir, warum nicht aus diesen tollen Ansätzen mal einen Podcast kreieren. Und das dachte ich mir ungefähr zwei Jahre lang, bis es endlich mal geklappt hat. Aber nun ist es soweit: Jürgen, Marius und meine Wenigkeit plaudern in Spielwiese Podcast (SWP) Folge 23 gemeinsam über ein Brettspiel: Nämlich Descent - die Reise ins Dunkel. In der First und in der Second Edition. Außerdem packen wir noch eine Prise Hero Quest oben drauf.

Und Descent ist hier im Blog ja nun wahrlich kein Unbekannter (auch wenn etwaige Artikel schon ein paar Jährchen zurückliegen).

Viel Spaß!

Descent - Quelle der Finsternis

Descent gehört mittlerweile zu den bekanntesten Dungeon-Crawler-Brettspielen überhaupt und entsprechend üppig ist auch die Auswahl der Erweiterungen, die die Fantasy Flight Games inzwischen auf den Markt gebracht haben. Leider sind die Exemplare besonders in unseren Gefilden recht begrenzt und deshalb schnell vergriffen.

Größtes Opfer dieses Umstand war bislang Quelle der Finsternis, die allererste Descent-Erweiterung, die unter Kennern zwar sehr beliebt, aber eben für lange Zeit nicht verfügbar war. Banges Warten und Hoffen seitens der deutschen Community waren die Folge und umso größer die Erleichterungsseufzer, als die Neuauflage vor rund zwei Wochen endlich wieder in den Regalen der Händler lag.

Ein solches Exemplar habe ich mir natürlich sichern können und so möchte ich auch in gewohnter Manier ein paar Fotos mit Außen- und Inneneindrücken präsentieren. In Kürze folgt übrigens dann auch ein Test zu Quelle der Finsternis (am Sonntag wird nämlich gespielt, harhar).

Jaaaa, der Sothi kurbelt die Wirtschaft an – und das nicht zum ersten Mal. Doch heuer habe ich vermutlich den Vogel abgeschossen und präsentiere euch mal das Ergebnis der weihnachtlichen Ausbeute – fein kategorisiert nach Konsumgut.

PC- und Videospiele-Konsum

Ich gebe es ja zu: Hin und wieder gönne ich mir ein Computerspiel. Und dann und wann darf’s auch mal ein PS3-Game sein. Doch jetzt stapeln sich zum Weihnachtsfest nicht nur Castlevania: Lords of Shadows (~ 20 Euro) und Vanquish (~ 32 Euro) vor meiner Playstation 3, sondern auch Two Worlds 2 und (seit heute) Fallout: New Vegas (~ 24 Euro) auf meinem Schreibtisch. Besonders letzteres hat es mir angetan und so bleibt nur die Hoffnung auf die Weihnachtsfeiertage – denn vorher komme ich vermutlich zu gar nichts.

Brettspiel-Konsum

So langsam sollte man meinen, dass die Brettspielsucht nachlässt, aber der Rückfall erfolgte vor einer Woche. Da überkam mich nämlich urplötzlich die Lust darauf, mir die (große) Galaxy Trucker-Erweiterung (~ 27 Euro) und das Descent-Add On Schrecken des Blutmeers (~ 40 Euro) zu besorgen – Galaxy Trucker hauptsächlich wegen der 5-Spieler-Funktionalität und die Descent-Expansion weil ich… nun ja… alle Descent-Erweiterungen habe. Und weil ich mal wieder Lust darauf habe, ein ganz neues Brettspiel auszuprobieren, befindet sich Space Alert (~ 30 Euro) bereits auf dem Weg in fränkische Gefilde.

Blu-ray- und DVD-Konsum

In Sachen Film- und Serienkonsum geht’s gemäßigt zu. Lediglich Lost 6 (~ 55 Euro) im Blu-ray-Format lag heute im Briefkasten. Die erste Folge wurde auch bereits eingeschmissen, aber im Moment will der Funke noch nicht so recht überspringen. Sollte mir vielleicht doch mal die 8-Minuten-Schnellfassung anschauen ;)

Masters of the Universe Classics-Konsum

Diese verdammten Figuren! Erst plündern sie mein Portemonnaie und belagern dann auch noch mein Wohnzimmer. Und das gilt insbesondere für die letzten Einkäufe, denn da kam auch aufgrund der CyberMondays einiges zusammen: He-Man (~ 20 Euro), Skeletor (~ 20 Euro), Battle-Cat (~ 30 Euro), King Grayskull (~ 20 Euro) und Grizzlor (~ 20 Euro). Und am 15. Dezember wartet noch Buzz-Off (~ 20 Euro) darauf, über den Atlantik geschippert zu werden

Hardware-Konsum

Von meinem ursprünglichen Plan, mir einen neuen Laptop zu kaufen oder meinen PC mit neuer Hardware aufzurüsten, bin ich erst einmal abgekommen (warum wohl?). Zum gerechten Ausgleich erfüllte ich mir aber mit dem Kauf der Logitech Harmony One (~ 111 Euro) einen lang gehegten Wunsch. Das Gerät ist eine richtig geile Multifunktionsfernbedienung mit Touch Screen und Macrofunktionen und erste Tests lassen vermuten, dass ich mich demnext einer ganzen Armada von Fernbedienungen entledigen werde.
Und weil ich noch etwas Geld übrig hatte, gab’s jetzt noch eine JVC GZ-HM 335 HD-Videokamera (~ 333 Euro) oben drauf – die bekommen allerdings meine Eltern zu Weihnachten.
Huch, schon durch? Hätte schwören können, dass da noch mehr war.

Conan - Zeitalter der Kriege

Wie angekündigt (wenn auch durch diverse Umstände leicht verspätet) präsentiere ich heute einige Eindrücke zum brachialen Conan – Zeitalter der Kriege-Brettspiel.

Dieses gab es jüngst für 25 Euro in ausgewählten Läden zu erstehen, dürfte aber inzwischen zu diesem Preis wieder ausgelaufen sein, weil beim Hersteller nun Dust (zu dem ich auch schon einen Fotoreport veröffentlicht habe) für 19,95 Euro beworben wird.

Wer sich die Conan-Materialien anschaut, wird feststellen, dass auch diese in gewohnt hoher Qualität und Menge produziert wurden – ganz so imposant wie bei den gängigen Fantasy Flight-Spielen kommt dieses Brettspiel aber nicht daher. Ein Blickfang ist Zeitalter der Kriege aber allemal.

conan_brettspiel

Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, wird wissen, dass ich nicht nur ein glühender Fan großartiger Brettspiele bin, sondern mag vielleicht auch den einen oder anderen meiner Artikel zu Robert E. Howards Fantasy-Großhelden Conan gelesen haben.

Und so verwundert es natürlich nicht, dass ich schon seit längerer Zeit auf das Brettspiel Conan – Zeitalter der Kriege spekuliere, welches auf dem Zenit des Conan-Hypes (Age of Conan, wir erinnern uns) veröffentlicht wurde, aber ähnlich unerfolgreich gewesen zu sein schien wie das große MMORPG-Pendant.

Das macht aber rein gar nix, denn dadurch ergeben sich für Brettspielfreunde mit schmaler Geldbörse ungeahnte Möglichkeiten: So kündigte der Heidelberger Spielverlag jüngst an, dass eben jenes Conan-Gesellschaftsspiel statt der offiziellen UVP von satten 70 Euro nun für gerade mal 25 Euro zu haben sei – und das in gewohnt üppiger Ausstattung. Einziger Haken: Das Angebot gibt es nur in ausgewählten Fantasy- und Brettspielshops (etwa bei Ultra Comics bei uns in Nürnberg, eine komplette Liste findet ihr hier).

Wer auch hier partout nicht fündig wird, bekommt zumindest bei Amazon Abhilfe: Hier kostet das gute Stück rund 40 Euro inklusive Versand und liegt damit preislich noch immer im guten Bereich.

Da ich bei solchen Angeboten natürlich nicht an mich halten kann (jaja, ihr kennt mich doch), besetzt die dicke Spieleverpackung bereits unseren Wohnzimmertisch und wartet darauf, bis ins kleinste Detail abfotografiert zu werden. Die Ergebnisse dieser Bemühungen werde ich euch in Kürze an genau dieser Stelle präsentieren.

Auch wenn wir gestern in Schimpf und Schande verloren haben, ist die WM noch nicht vorbei. Und deshalb lasse ich es mir auch nicht nehmen, euch das folgende Fuball-Quiz zu präsentieren, dass mir Peer vor einigen Tagen zukommen ließ:

Hallo Sothi,
statt eines Musikquizes hab ich mir für dich/euch (+ Leser, wenn du willst) ein Mini-Retro-Fussballquiz ausgedacht:


1.) Welches (bekannte) Fussballspiel gilt als das erste in dem die Spielstärke der Nationalmannschaften der Realität entsprechen (in etwa zumindest)?


2.) "Kick off" war ja eine sehr bekannte Fussballreihe. In der ist auch ein Fussballmanager erschienen, bei dem man selbst steuern durfte - Wie hieß der?

 
3.) WElcher Fussball-Manager erlangte dadurch Berühmtheit, dass man beim zweiten Laden eines alten Spielstandes aus dem Spiel ausgeschlossen wurde? (Um Schummeln zu verhindern)

 
4.) Pierre Littbarski, einer der Helden von 1990, bekam "sein" Fussballspiel - wie hieß das?
und
5.) Zu welchem Fussballgroßereignis erschien ein Brettspiel-Computerspiel-Hybrid (also ein Brettspiel, dass nur mit Computerhilfe gespielt werden konnte)? (Tipp: Rechner waren C64 und Amiga)


Viel Spaß!
ciao
peer

Erschreckend kniffelig muss ich sagen!

Galaxy Trucker

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Vlaada Chvatil – ein Zungenbrecher mischt die Brettspielwelt auf. Wer in den letzten Jahren nach innovativen und außergewöhnlichen Brettspielkonzepten Ausschau gehalten hat, kam an Autor Chvatil und dessen Kreationen (Space Alert, Dungeon Lords) vermutlich nicht vorbei. Dass es dabei nicht immer Spiele sein müssen, die ganze Nachmittage und Abende in geradezu epischer Manier verschlingen, beweist das vielgerühmte Galaxy Trucker, das ich heute vorstellen möchte.

Wer Douglas Adams mag und schon immer mal per Anhalter durch die Galaxis fliegen wollte, darf sich über Galaxy Trucker gleich doppelt freuen: Nicht nur, dass es bei Chvatils Brettspiel möglich ist, sich ein eigenes Raumschiff (aus Abflussrohren!) zusammenzuzimmern, um das nächstbeste Restaurant am Rande des Universums aufzusuchen, nein, bereits die Anleitung enthält jede Menge sarkastische Randbemerkungen, die einem Douglas-Liebhaber so manches Schmunzeln entlocken werden. Dass das Handbuch nicht nur den Lachmuskeln dient, sondern obendrein noch recht klar strukturiert und mit Beispielen vollgestopft ist, freut zudem jeden, der bei komplexeren Brettspielen schon durch das Lesen der Anleitung abgeschreckt wird.

Anschluss an Anschluss: Die Aufbauphase

Um was geht es jetzt genau bei Galaxy Trucker? Eigentlich um das Anhäufen von Credits. Bis zu vier Spieler erhalten einen Spielplan, der den Umriss eines Raumschiffs skizziert. Dieser kann mit allerlei Plättchen befüllt werden, wobei die Marker je nach Symbol beispielsweise für eine Waffe, einen Antrieb, ein Schutzschild, Batterien, Lebenserhaltungssysteme oder Lagerräume stehen.

Galaxy TruckerAbbildung 1: Das Schiff in ausgebautem (aber nicht perfekten) Zustand

Die einzelnen Teile werden durch drei unterschiedliche Rohrverbindungen miteinander verquickt, so dass am Ende ein ausgewogenes Schiff entsteht, das für den kommenden Flug mit allen Notwendigkeiten ausgerüstet ist. Doch Vorsicht: Wer die Rohrsysteme mit falschen Steckverbindungen aneinander legt, muss sein fliegendes Gefährt bereits beim Abflug um die jeweiligen Teile demontieren. Und das kann leichter passieren, als man denkt, denn in Galaxy Trucker herrscht allgemeiner Zeitdruck und Ressourcenknappheit: Alle Plättchen werden verdeckt in die Spieltischmitte gelegt und unter dem Ablauf einer Sanduhr von allen Spielern gleichzeitig aufgedeckt und am Raumschiff angebracht. Dabei gilt, dass es immer nur ein Bauteil sein darf, das man gerade in der Hand hält (zwei darf man immerhin noch auf “Halde” legen, falls man es später verbauen möchte).

Wenn das aktuelle Teil nicht passt, muss es aufgedeckt zurück in die Mitte gelegt werden und die Jagd nach dem nächsten Bauteil geht weiter. Da hier bis zu vier Spieler gleichzeitig im großen Bauteile-Schrottplatz nach der besten Waffe, Verbindung oder Kabine suchen, entsteht ein konzentriertes Wettrennen um die besten Stücke, bei denen nur die Mutigsten (ich, muahaha!) noch gleichzeitig den Nerv haben, die Mitspieler mit wirren Kommentaren aus dem Trott zu bringen.

Geschwindigkeit oder Perfektion

Beim Raumschiffbau ist tunlichst darauf zu achten, dass keine offenen Bauteile die Außenwände des Trucks verunstalten, denn diese sind besonders anfällig gegen oft auftretende Meteoritenhagel. Aber genau hier liegt der Knackpunkt: Ein makelloses Schiff zu bauen ist an sich erstrebenswert (insbesondere, weil das schönste Schiff am Ende auch noch einen Batzen extra Credits erhält), aber andrerseits sitzt einem die Zeit im Nacken. Vor allem deshalb, weil Spieler, die zuerst fertig sind, ihr Raumschiff bereits in Position bringen dürfen und sich alle kommenden Spieler hinten einreihen müssen.

Galaxy TruckerAbbildung 2: Jagd nach den besten Schiffsteilen

Und am Ende als Erster ins Ziel zu kommen, bringt (man erahnt es schon), nicht nur weitere Credits ein, sondern hat in der Regel einen ungeheuren Vorteil in der Spielmechanik: Die meisten Begegnungen richten sich an den führenden Spieler: Sind Piraten unterwegs, darf der Führende (so er denn kann) diese zerstören und eine Belohnung kassieren. Oder er darf beim Warenkauf auf jenem Planeten eine Landung versuchen, der die wertvollsten Güter einbringt. Doch keine Angst: Wer anfangs langsamer gebaut hat als alle anderen, ist nicht zwangsläufig abgeschlagen, denn durch verschiedene Spielmechanismen ist es durchaus möglich, mit einem potent angetriebenen Schiff wieder ganz vorne aufzuschließen.

Galaxy Trucker ist in drei Etappen unterteilt; in jedem Abschnitt wird der Bauplan für das Schiff ein deutliches Stück größer und die Hatz nach den besten Teilen geht wieder von vorne los. Die dritte Etappe ist dabei um Einiges länger und gefährlicher als etwa der erste Flug und so kommt es nicht selten vor, dass fett beladene Raumschiffe durch etwas Pech und Pfusch am Bau nur noch halb zerstört den rettenden Hangar der aktuellen Etappe erreichen; in Ausnahmen kann es sogar passieren, dass dem Schiff dermaßen zugesetzt wurde, dass es den heimatlichen  Hafen gar nicht mehr erreicht und der Spieler für diese Etappe leer ausgeht.

Wer nach allen drei Etappen die meisten Credits auf seinem Konto verbuchen kann, darf den Sieg für sich in Anspruch nehmen und sogleich das nächste Spiel anfangen, denn Galaxy Trucker beschäftigt selten mehr als 60-80 Minuten und bringt durch den erfrischenden Zeitfaktor eine Menge Kurzweil ins Spiel. In der Grundversion dürfen maximal vier Spieler an Bord Platz nehmen, die recht teure Erweiterung (rund 30 Euro) erhöht die Spieleranzahl auf fünf, was etwas schade ist, da insbesondere ein solches Spiel für einen lustigen Pärchenabend (3x2 etwa) prädestiniert ist.

Fazit: Erfrischend kurzweilig

Nach all den Descent-Abenteuern, den Kämpfen um den Eisernen Thron und den monumentalen Gruppenschlachten im Brettspielazeroth ist erst einmal Umstellung gefragt: Keine fünfstündigen Ausflüge in unterirdische Kellergewölbe, keine Charakterwerte studieren, keine Truppen zusammenkaufen und keine Taktik ausbrüten – zumindest nicht in aller Ruhe. Bei Galaxy Trucker ist unter dem gnadenlosen Herunterrieseln der Sanduhr vor allem schnelle Kombinationsgabe, Konzentration und ein Hang zum Perfektionismus gefragt. Und danach eine gehörige Portion Glück, denn selbst der beste Bau kann schnell auseinander fallen, wenn die richtigen Treffer am falschen Ort dafür sorgen, dass der Ingenieur in uns in Tränen ausbricht.

Galaxy Trucker verspricht (und hält!) vor allem in der Aufbauphase jede Menge Spaß, insbesondere wenn sich die Spieler während der verbissenen Suche nach den besten Teilen miteinander unterhalten; ansonsten kann es schnell zu einem “Jeder baut vor sich hin”-Event ausarten.

Der danach folgende Flug spielt sich angenehm frisch, weil das Aufdecken der einzelnen Karten nicht nur für einen gehörigen Überraschungsmoment sorgt, sondern auch deshalb, weil sich das Spiel durch das rasche Ziehen der Karten insgesamt sehr dynamisch anfühlt. Was allerdings für leichte Irritationen sorgen kann ist eine eher ungewöhnliche Spielmechanik: Weil viele Aktionskarten Flugtage kosten, kann es durchaus sein, dass sich der ganze Tross eher rückwärts denn vorwärts bewegt. So kann es mitunter passieren, dass eine Etappe beendet wird und sich der eigene Flieger kaum vom Fleck bewegt hat.

Unterm Strich ist Vlaada Chvatil mit Galaxy Trucker ein erfrischendes Spiel gelungen, das für enorme Kurzweil sorgt und sich für ein-zwei Partien am Abend im Freundes- und vor allem im Familienkreis bestens eignet. Wer kein episches Spiel erwartet und sich damit anfreunden kann, dass sich die Spielmaterialien nicht auf dem Niveau eines WoW-Brettspiels bewegen, wird hier viel Freude haben, zumal die Spielregeln sehr locker geschrieben und schnell verinnerlicht sind. Schade allerdings, dass das Grundspiel auf maximal vier Spieler ausgelegt ist – hier hätte sich eine Variante für sechs Teilnehmer geradezu aufgedrängt.

Unterm Strich lohnt es sich also, den Namen des Autors im Kopf zu behalten – auch wenn es sich dabei um einen Zungenbrecher handeln mag :)

Wertung: 10/12

Fotostrecke

Galaxy TruckerAbbildung 3: Galaxy Trucker von außen 

Galaxy TruckerAbbildung 4: Packung im Vergleich zu Space Hulk 2009

Galaxy TruckerAbbildung 5: Erster Blick, wenn der Deckel angehoben wird.

Galaxy TruckerAbbildung 6: Jede Menge Marker zum Rausdrücken.

Galaxy TruckerAbbildung 7: Von links nach rechts: Astronauten, Warensteine, Schiffe&Aliens, Sanduhr, Spielkarten

Kürzlich veröffentlichte ich an dieser zwei Fotoreports zum Doom-Brettspiel, in denen unter anderem auch die originalgetreu nachgestellten Spielfiguren des aufwändig inszenierten Boardgame zu sehen waren.
Nun sehen die Plastikbomber für ein Brettspiel wirklich nicht schlecht aus, nur die Neonfarben Rot, Grün, Blau sind nicht jedermanns Geschmack und echte Freaks ziehen ohnehin den größeren Genuss aus dem Grundieren und Bemalen eben jener Figuren.

doom5_k 
Die Doom-Figuren im Original
 
Oft sehen die Figuren nach der Bemalerei schlimmer aus als vorher; es gibt aber auch Ausnahmen. Und eine solche möchte ich an dieser Stelle präsentieren, denn besser bemalte Doom- (oder Descent-) Figuren habe ich wirklich noch nie gesehen. Dies hier ist nur ein kleiner Auszug – wer mehr sehen möchte, möge bitte diesen Thread besuchen.
 Doom Figuren
Doom Figuren
Doom Figuren
Da fällt mir spontan ein, dass mir Kathrin-Yvonne noch immer nicht meinen Descent-Drachen bemalt hat :(
In einem kürzlichen Wahn von Brettspielrausch hatte ich mir unter anderem die Erweiterung zum Doom-Brettspiel zugelegt, zu dessen Grundspiel ich ja bereits vor einiger Zeit einen schönen Fotoreport gebracht hatte.

Da auch die Expansion sehr schicken Inhalt zu bieten hat, wollte ich auch die Bilder hierzu nicht lange vorenthalten. Deshalb viel Spaß mit meinem bislang umfangreichsten Fotoreport.

Doom - Das Brettspiel ExpansionAbbildung 1:Das Doom Expansion-Cover.

Descent - Altar der Verzweiflung

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Wenn unsere regelmäßige Brettspielgruppe zusammenkommt, steht meist Descent auf dem Spielplan -- kein Wunder, vereint der Fantasy-Dungeon-Crawler doch beliebte Rollenspielelemente mit einem spannend inszenierten Kampfsystem und kann darüber hinaus mit einer Komplexität punkten, die für Brettspiele eher unüblich ist.

Trotzdem kommt irgendwann der Punkt, an dem sowohl Overlord als auch Heldengruppe nach mehr Möglichkeiten hecheln -- höchste Zeit für eine Erweiterung, die die Entwickler der Fantasy Flight Games dankenswerterweise mit einer bewundernswerten Kontinuität abliefern.

Neben den Kampagnenablegern Wege zum Ruhm und dem brandneuen Sea of Blood gibt es mit Quelle der Finsternis, Altar der Verzweiflung und Gruft aus Eis mittlerweile drei Add Ons, die das Hauptspiel um neue Regeln, spannende Monster, clevere Overlordkarten und jede Menge Ausrüstung erweitern. Da Ersteres schon seit Monaten ausverkauft ist, stürzten wir uns auf die darauffolgende Expansion -- Altar der Verzweiflung -- und wagten ein Testspiel. Mein Fazit liefert der folgende Testbericht.

Descent Erweiterung: Gar nicht zum Verzweifeln

Altar der Verzweiflung kommt in der typischen quadratisch, praktisch, gut-Verpackung daher, in denen auch der Eiserne Thron samt Erweiterungen, Battlestar Galactica, Legende von Beowulf, als auch diverse andere Proukte aus dem Hause FFG untergekommen sind. Das Coverart passt perfekt zum restlichen Descent-Ensemble und versprüht schon bei bloßer Betrachtung einen unaufhaltsamen Drang, sich mit den Innereien des Kartons zu befassen.

Altar der Verzweiflung

Abbildung 1: Altar der Verzweiflung von Außen


Altar der Verzweiflung

Abbildung 2: Im Vergleich mit dem Space Hulk 3. Edition-Karton


Einmal geöffnet lächeln uns bekannte Inhalte entgegen: Neben einem neuem Heldenset bestehend aus sechs schön ausgearbeiteten Figuren samt entsprechender Charakterkarten, darf sich insbesondere der Overlord über seine fünf neuen Spielzeuge freuen: Mit dem Blutaffen, dem Troll, dem Dunklen Priester, dem Chaosbiest und dem Tiefenelf wertet die Nemesis der Heldengruppe das spawnbare Monsterensemble spürbar auf und bringt durch zahlreiche neue Fähigkeiten (die Blutaffen etwa überspringen ihre Gegner weitläufig und richten bei jedem übersprungenen Helden Schaden an) jede Menge Pepp ins Spiel. Einziger Wermutstropfen: Der Dungeon Master bekommt nicht gerade viele Karten in die Hand, mit denen sich die neuen Monsterchen spawnen lassen und so kämpft er, wenn es die Map nicht gerade anders vorschreibt, über weite Strecken mit dem althergebrachten Monsterzoo.

Altar der Verzweiflung

Abbildung 3: Die neue Heldentruppe wartet auf mutige Spieler


Altar der Verzweiflung

Abbildung 4: Aber auch neue Monsterhorden warten auf ihren Einsatz


Abgesehen davon hält der Karton neue Versatzteile zur Dungeongestaltung, einen bunten Strauß an Ausrüstungs- und Overlordkarten und eine große Anzahl neuer Marker bereit, die sich gravierend auf das Spielgeschehen auswirken: So gibt es nun Plättchen für Nebel- und Seuchengebiete, Glyphen können ab jetzt auch in Fallen verwandelt werden und die Helden erhalten neue und vor allem sehr mächtige Vertraute. Darüber hinaus wurde dem Spiel ein neuer Satz Befehlsmarker spendiert ("Verlängerunsaktion"), die dem Helden die Möglichkeit gibt, interaktiv auf seine Umgebung einzugehen.

Durchdachte Regelerweiterungen

Spielregeltechnisch bleibt bis auf die bereits erwähnten Erweiterungen fast alles beim Alten -- das Add On bietet in erster Linie mehr vom Gleichen. Ein, zwei neue, aber dafür umso gravierendere Regeln haben es dennoch in Altar der Verzweiflung gebracht. Zum einen darf der Overlord nun für jede Mission so genannte Verratspunkte ausgeben, mit denen er seinen Overlordkartenstapel entweder mit zusätzlichen Karten ausbaut oder eingangs erwähnte Glyphen in Fallen umwandelt. Diese Regel, eigentlich bereits in Quelle der Finsternis enthalten, bereichert das Spiel um eine interessante strategische Overlord-Komponente.

Ein weiteres, sehr spannendes Element sind die unheilvollen Gegenstände, die in ihrer teuflischsten Form als Dunkle Relikte bekannt sind: Solche Ausrüstungsteile lassen sich am ehesten als verfluchtes Equpiment bezeichnen und schwächen den Helden bis zu seinem Ableben (dann erst darf er den Gegenstand ablegen) extrem.

Altar der Verzweiflung

Abbildung 5: Die Charakterkarten und einige der neuen Plättchen


Altar der Verzweiflung

Abbildung 6: Jede Menge neue Karten und Dungeonversatzstücke


Altar der Verzweiflung enthält eine Reihe neuer Questen (sechs an der Zahl) und fügt sich nahtlos in das Hauptspiel ein -- wie übrigens auch in das Kampagnenset Wege zum Ruhm. Mit knapp 33 Euro gehört es derzeit zu den eher billigeren Descent-Erweiterungen.

Fazit: Mehr vom Gleichen – zum Glück!

Da schlägt das Herz eines jeden Kellermeisters höher: Der Monsterpool wird um spannende Einheitentypen erweitert, die neuen Overlordskarten bringen mehr Möglichkeiten ins Spiel (auch wenn es durchaus ein paar Spawnkarten mehr hätten sein dürfen) und die verfluchten Ausrüstungsgegenstände führen dazu, dass sich der Overlord nicht vor jeder Truhenöffnung ähnlich arg fürchten muss wie der Weihnachtsmann vor zu engen Kaminschloten.

Das neue Regelwerk ist sparsam dosiert und wurde nur um Punkte erweitert, die dem Spielspaß tatsächlich zuträglich sind -- etwa das Verratssystem, das den Overlord nicht unbedingt stärker macht, aber in jedem Fall dafür sorgt, dass sich das Spiel besser an dessen Spielstil anpasst. Auf der anderen Seite werden die Maps nun durch die Einführung der Verlängersaktion deutlich aufgewertet, weil jetzt eine intensivere Art von Interaktion zwischen Helden und Dungeon möglich ist. 

Unterm Strich bleibt eine spannende Erweiterung, die prinzipiell "nur" mehr vom Selben bietet, aber genau aus diesem Grund für Descentliebhaber eine absolute Empfehlung ist. Anders ausgedrückt heißt das aber auch: Wenn Descent bislang nicht mochte, wird diese Haltung durch Altar der Verzweiflung nicht verlieren.

Wertung: 10/12

Inspiriert von einem 4Players-Artikel zum StarCraft-Brettspiel habe ich heute etwas in meinem Bilderarchiv gekramt und festgestellt, dass ich euch bislang jede Menge Fotos des Doom-Brettspiels vorenthalten habe, welches bereits seit geraumer Zeit Bestandteil meines Haushaltes ist.
Da das Doom-Brettspiel als inoffizieller Vorgänger zu Descent gehandelt und allerorten über den grünen Klee gelobt wird, komme ich wohl nicht umhin, mir demnext das Regelwerk zu schnappen und zu hoffen, dass meine Mitstreiter sich auch gerne mal in einem Science Fiction-Szenario von ihrem Overlord verkloppen lassen wollen *g*. Zusätzlich hätte das den Vorteil, dass ich zu dem Spiel ein umfassendes Review veröffentlichen könnte. Als kleiner Vorgeschmack hier erst einmal die versprochenen Bilder.

Doom - Das BrettspielAbbildung 1: Quadratisch, praktisch gut: Das Doom-Cover

Doom - Das BrettspielAbbildung 2: Im Vergleich zu Der Eiserne Thron fällt auf, dass die Doom-Packung, trotz gleicher Form, einige Zentimeter höher ist.

Doom - Das BrettspielAbbildung 3: Ein erster Blick, nachdem der Deckel in die Luft gehoben wurde

Doom - Das Brettspiel Abbildung 4: Marker, Karten und Würfel offenbaren sich “unter der Haube”

Doom - Das BrettspielAbbildung 5: Einige bekannte Monstertypen in der Nahaufnahme

Doom - Das BrettspielAbbildung 6: Hier nochmal der Figureninhalt in der Vogelperspektive
Manche Wunder brauchen etwas länger: In einem meiner letzten SothiFacts!-Artikel Anfang Oktober erzählte ich davon, dass ich mit Müh' und Not ein Exemplar der Space Hulk Neuauflage aus dem rennomierten Hause Games Workshop ergattern konnte und versprach, so bald als möglich Impressionen in Form eines Fotoreports zu veröffentlichen.

Wer nun glaubt, aus diesem "steht schon in den Startlöchern" wäre nun ein kompletter Fehlstart geworden, möge sich nun verwundert die Augen reiben, denn wie gesagt... Wunder brauchen eben auch mal länger. Doch das Warten lohnt sich -- noch nie konnte ein Dungeon-Brettspiel mit einer Optik aufwarten, deren Raumbauteile bereits auf den ersten Blick so hochwertig aussehen, dass man sich gar nicht traut, einen Fingertapser auf die lackierten Versatzstücke zu setzen.

Entzückend und eindeutig das Highlight dieser Kollektion sind ohnehin die zahlreichen Space Marines- und Symbionten-Figuren, die allerdings mühsam und mit einem für das Material nicht ganz ungefährlichen Aufwand aus dem Gussrahmen herausgetrennt werden müssen -- ein Kunststück, das mir erfreulicherweise ohne verlustreiche Folgen geglückt ist.

Und nun darf ich euch zu einem ausführlichen Einblick in die Space Hulk 3rd Edition einladen -- glaubt mir, es lohnt sich!

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 1: Der Kartondeckel wirkt noch recht unspektakulär

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 2: Deckel und Rückseite auf einen Blick

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 3: In der Packung liegen mehrere solcher Gussrahmen. Dieser hier ist fast fertig ausgeweidet.

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 4: Eine kleine Auswahl an Symbionten-Figuren. Man beachte den Detailgrad der Aliens.

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 5: Aliens und Space Marines fallen übereinander her.

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 6: In der Draufsicht zeigen vor allem die Space Marines einen erstaunlichen Detailsgrad.

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 7: Hier nochmal ganz nah herangezoomt. Das Heraustrennen der Figuren ohne dabei die fragilen Klauen zu zerstören ist nicht ganz einfach.

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 8: Ein Teil der Bauteile; hier: Bodenplatten. Alle Teile sind hochglänzend und lackiert.

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 9: Ein weiterer Satz Bauteile zusammen mit einigen Markern und dem (grünen) Kontrollcenter.

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 10: Eine der schönen Bodenplatten in der Nahaufnahme. Daneben: Türrrahmen aller Couleur.

Space Hulk 2009 Brettspiel
Abbildung 11: Das Regelwerk und das Missionsbuch. Außerdem: Die Sanduhr, mit denen Marines-Spieler unter Zeitdruck gesetzt werden
 
Descent

Wer hinter dem Namen Descent einen 360° Egoshooter aus der Mitte der 90ger Jahre vermutet, empfiehlt sich zwar ein ausgewiesener Veteran der Computerspielszene, hat allerdings den Trend zu üppig ausgestatten Fantasy-Brettspielen verpasst, der in den letzten Jahren eine stetig größer werdende Fangemeinde um sich scharren konnte. Descent, und damit ist das Board Game aus dem Hause Fantasy Flight Games/Heidelberger Spieleverlag gemeint, gehört in eben jener Community zu den ganz großen Namen des Genres und gilt nicht zuletzt durch die bislang vier Erweiterungen als das erfolgreichste Produkt der amerikanischen Brettspielschmiede.

Mindestens ein sattes Jahr thronte nun dieses üppig ausgestattete Brettspiel auf meinem Regel -- unberührt von Mensch und Natur -- hauptsächlich aus Respekt vor dem Regelwerk, das zwar nicht übermäßig kompliziert ist, aber durchaus eine gewisse Komplexität vermittelt, die insbesondere darin begründet liegt, dass das Spiel mit vielen kleinen Schmakazien durchsetzt ist, die den Spielverlauf interessanter und anspruchsvoller gestalten, aber den Teilnehmern eben immer präsent sein müssen (Stichwort: Gedächtnisleistung). Nachdem ich mir dann endlich am letzten Sonntag ein Herz gefasst und das Regelwerk durchgeackert hatte, konnte der gestrige Brettspielabend mit 6 Teilnehmern (ein Overlord und fünf Spieler, wobei sich aufgrund der maximalen Spieleranzahl von fünf Teilnehmern zwei Spieler eine Figur teilen mussten) starten.

Große Ausstattung zum angemessenen Preis

Wer sich Descent aktuell bei Amazon besorgt, wird derzeit 53 Euro berappen müssen. Was sich auf den ersten Blick nach einem gesalzenen Preis anhört, sollte durchaus eines zweiten Blickes wert sein. Etwa im Vergleich mit Monopoly: Je nach gewünschter Version ist man hier schnell irgendwo zwischen 40-50 Euro angesiedelt, erhält aber bei Weitem nicht die üppige Ausstattung, die Descent vorlegt: So punktet die Fantasy-Hatz mit rund 80 (unbemalten) Plastikfiguren, 20 hübsch gemachten Charaktertafeln, 180 schön illustrierten Spielkarten und etlichen Markern, Chips und spezielle angefertigten Würfeln. Zusätzlich enthält die Packung über 60 Verlies-Versatzstücke (Gänge, Räume, Nischen), die ähnlich wie bei einem Puzzle zusammengesetzt werden und damit zahlreiche Quest-Varianten ermöglichen. Einzig Liebhaber eines klassischen Spielbretts könnten durch diese Design-Entscheidung eine Enttäuschung erleben, denn selbiges existiert aufgrund des modularen Aufbaus natürlich nicht.

Auf den Spuren von Hero Quest

Wer Hero Quest oder das Sci-Fi Pendant Space Quest aus frühen MB-Kindertagen kennt, wird in etwa wissen, was ihn in Descent erwartet: Genau wie bei den Games Workshop Pendants spielt einer der Teilnehmer den allmächtigen und unendlichen durchtriebenen Overlord, der mit allen Mitteln versuchen muss, die einfallenden Helden an ihrem vorher definierten Questziel zu hindern. Auf der anderen Seite erkämpfen sich bis zu vier Helden Raum für Raum, um das Endziel mit mindestens einem Questmarker zu überleben. Questmarker kann man sich in Descent in etwa so wie Lebensenergie der Gruppe vorstellen, die sich durch gewisse Aktionen (hauptsächlich durch das Ableben eines Helden) dezimiert. Ist der Vorrat verbraucht, ist die Quest gescheitert und der Overlord triumphiert.

In dem Spiel werden Räume in der Regel Gebiet für Gebiet aufgedeckt; eine Sichtlinienbegrenzung, die die Innereien des Raumes erst dann aufzeigt, wenn der Held sich an die entsprechende Stelle bewegt, gibt es nur per Zusatzregel, die aber für Anfänger weniger geeignet erscheint und den Spielfluss unnötig ausbremst (Hero Quest-Erfahrene wissen, was gemeint ist). Dafür spielt die Sichtlinie in Descent in fast allen anderen Belangen eine prominente Rolle: Möchte man einen Gegner per Fernkampf ins Jenseits schicken, ist dies nur dann möglich, wenn vorher eine ununterbrochene Sichtlinie von der Mitte der einen Figur zur Mitte der anderen Figur gezogen werden kann. Verhindern andere Figuren, Geröll oder Türen die Sichtlinie, ist ein Anvisieren nicht möglich. Schlimmer trifft es sogar den Overlord, der neue Monster nur außerhalb der Sichtlinie sämtlicher Helden spawnen lassen kann.

Kommt es dann endlich zum Kampf, errechnet sich der Schlachtausgang durch die Charakterwerte und die Zusatzfähigkeiten von Monstern&Helden und natürlich durch die ausgerüsteten Waffen&Rüstungen, die sich durch überall im Dungeon mittels Schatztruhen aufstöbern lassen oder bei einem Besuch in der angrenzenden Stadt gegen Bares erworben werden können.

Von Charakterwerten und Overlordfähigkeiten

Spielfiguren definieren sich in dem Brettspiel durch diverse Charakterwerte wie Lebensenergie, Ausdauer und Reichweite, aber auch durch ihre (Pseudo-)Charakterklasse, die bestimmt, wie viele schwarze Machtwürfel in einer bestimmten Angriffsart (Nahkampf, Fernkampf, Zauberkampf) benutzt werden dürfen. Zusätzlich bildet sich die Art und Weise, wie eine Heldenfigur agieren kann, ganz besonders durch die Fertigkeitskarten heraus, die die Teilnehmer schon gleich zu Beginn ziehen dürfen. Diese beinhalten ganz wie bei einem Rollenspiel diverse Skills, die etwa dafür sorgen, dass einem Spieler ein Pet an die Seite gestellt oder dieser mit Telekinese-Kräften ausgestattet wird. Wer diese Fähigkeiten mit der richtigen Ausrüstung kombiniert, erhält hauptsächlich im letzten Drittel des Spiels einen extrem schlagkräftigen Helden, bei dem sich der Overlord lieber zweimal überlegt, ob er seine Monsterhorden in den sicheren Tod schickt -- nicht umsonst erhielt Christian gestern den Spitznamen "Monster Slayer" ;)

Der Overlord hingegen muss sich auf das beschränken, was seine Monsterkarten hergeben: Zusatzfähigkeiten oder Ausrüstung erwerben ist zumindest im Grundspiel nicht möglich. Dafür erhält man in der Rolle des allmächtigen Bösen zumindest jede Runde so genannte Drohmarker und Overlord-Karten, mit deren Hilfe es möglich ist, nicht nur Monster enstehen zu lassen, sondern auch gemeine Fallen in die Welt zu setzen oder dauerhafte, positive Effekte (selbstverständlich ausschließlich positiv für den Overlord *g*) zu aktivieren.

Seichter Rollenspielflair

Descent versucht durch kleine Questtexte und Hintergrundinformationen ein wenig Pen&Paper-Rollenspielflair in die Gruppe zu bringen, kann aber dadurch nicht von der Tatsache ablenken, dass es sich hierbei um einen klassischen Dungeon Crawler in permanenter Hack&Slay-Manier handelt. In der Tat ist sowohl die Heldengruppe, als auch der Overlord stets darauf bedacht, den Feind in jeder sich nur bietenden Gelegenheit abzumurksen. Levelaufstiege und echte Attribute kennt Descent in der Grundversion nicht; auch ein echtes Kampagnenspiel wird erst mit der Erweiterung Wege zum Ruhm ermöglicht.

Sothis Fazit:

Beim Öffnen der Descent-Verpackung springt jedem Brettspielliebhaber das Herz ein großes Stück höher: In Sachen Ausstattung braucht sich die Riesenbox hinter keinem World of Warcraft oder Starcraft zu verstecken, im Gegenteil: Die liebevoll gestalteten Monster, die hübschen Karten und selbst die puzzleartigen Versatzstücke, denen ich anfangs skeptisch gegenüberstand, stehen außerhalb jeder Kritik. Wenn man etwas bemängeln möchte, dann höchstens die Tatsache, dass es noch schön gewesen wäre, wenn der eine oder andere Quest-Oberboss auch als Miniatur der Packung beigelegt worden wäre, aber das ist Jammern auf durchaus hohem Niveau.

Das Spielprinzip ist wie bereits ausgeführt Hack&Slay in seiner reinsten Form, das Ganze wird allerdings dank Sichtlinienbestimmung, etlichen Zusatzfähigkeiten und dem vergleichsweise komplexen Würfelsystem, das ansatzweise an die WoW-Brettspiel-Würfelei erinnert, in sehr ausführlicher Form zelebriert. Dadurch bedingen sich natürlich etliche Zusatzregeln und Bestimmungen, derer man sich in jeder Situation gewahr sein muss.

Oftmals kam es zum Beispiel in unserer gestrigen Partie zu Diskussionen über Regelwerksauslegungen, die zwar grundsätzlich immer geklärt werden konnten, aber letztlich doch für Gesprächsstoff sorgten und das Spiel insgesamt in die Länge zogen. Schmunzelnd zu beobachten ist (vor allem für den Overlord *g*), wie sich die Heldengruppe in taktische Gespräche vertieft, um das bestmögliche Ergebnis aus ihrem Zug herauszuholen. Dass es hierbei desöfteren zu Leerlauf kommt, weil entweder Helden oder Overlord gerade am Austüfteln ihres Zuges sind, bedingt sich durch die Spielmechanik, ist aber durch die enge Verzahnung untereinander (Monster töten ohne Overlord geht halt schlecht) durchaus noch im Rahmen und längst nicht so ausgeprägt wie beim WoW-Brettspiel.


Schwierig ist es für den Overlord manchmal in seiner Rolle als "Dungeon Master", das gesamte Geschehen zu überblicken -- insbesondere wenn die Helden ihre Bewegungspunkte für alle möglichen Aktionen ausgeben oder bei einem Kampf Würfelergebnisse, Fähigkeiten und Ausrüstungspunkte zusammenzählen und man im Sinne des Spielflusses darauf angewiesen ist, dass dann auch alles mit rechten Dingen zugeht.

Nachdem Sonja, Christian, Nicole, Kathrin und David gestern kurz vor Narthak, dem Oberboss der ersten Quest, in einem grandiosen Finale ebenso grandios untergegangen sind (das Böse triumphiert eben immer *harhar*) machte das Thema Balancing die Runde. Die Heldengruppe vertrat natürlich die Meinung, dass der Overlord viel zu mächtig sei, ich hingegen hielt es für ein insgesamt durchaus ausgeglichenes Spiel -- immerhin hatten die Teilnehmer es bis zum Endboss geschafft und diesem die Hälfte seiner Lebenspunkte aus dem Leib geprügelt. Auch in diversen Forenthemen ist die Meinung stark gespalten -- insgesamt scheint das Thema Balancing also von Spieler und Spielleiter abzuhängen. Wenn Letzterer ein echter Meister der taktischen Künste ist, bleibt die Heldengruppe eben auf der Strecke *eg*.


Die Spielzeit erstreckte sich am gestrigen Abend von 15 Uhr und endete (mir zwischenzeitlicher Mampf-Unterbrechung) um kurz vor Mitternacht. Descent ist also alles andere als mal eben schnell durchgespielt. Dass die Teilnehmer trotzdem von Anfang bis Ende absolut bei der Sache waren, ihren Spielspaß hatten und im heißen Finale die Nerven quasi blank lagen, spricht eindeutig für die Qualität dieses Spiels. Von daher: Absoluter Kauftipp für Freunde dieses Genres.

Direktlink Amazon (Grundspiel):
Descent (EUR 52,98)
 
Nur mal so als Anregung, wie man einen sonnigen Sonntag alternativ verbringen kann: Studieren des Descent-Regelwerkes für die nächste Spielrunde am 22. August ;)

Desecent
Dass ich Anhänger der SF-Serie Battlestar Galactica bin ist spätestens seit meinem Artikel Battlestar Galactica - Bericht über die Neufassung der SF-Serie bekannt. Deshalb komme ich auch nicht umhin, euch an dieser Stelle mitzuteilen, dass seit wenigen Tagen die erste Hälfte der dritten Staffel (3.1) auf DVD erhältlich ist. Science Fiction-Freunde, die diese Staffel weder auf Premiere, noch auf dem werbeüberschütteten Privatsender RTL2 angesehen haben, wird's freuen und gleichzeitig ärgern, denn mal wieder wurde die Serie zweigeteilt -- eine Maßnahme, die die DVD-Boxen nicht nur teurer macht, sondern auch dafür sorgt, dass sich die restlichen Episoden verzögern: Mit 3.2 ist erst im Oktober diesen Jahres zu rechnen.

Egal: Wer echter Fan ist, greift sich 3.1 für 24,97 EUR bei Amazon. Und wer ganz großer Fan ist, bestellt sich noch das Battlestar Galactica Brettspiel dazu, das (wie sollte es wohl auch anders sein), natürlich aus dem Hause Fantasy Flight Games stammt und damit genau in mein Beuteschema passt. Und was soll ich sagen: Sowohl DVD-, als auch Brettspielbox liegen seit gestern auf meinem Schreibtisch. Grund genug, mal wieder einen umfassenden Foto-Report der Brettspiel-Äußer- und Innereien durchzuführen.

Battlestar Galactica Brettspiel
Abbildung 1: Packungsinhalt beim initialen Öffnen

Rein äußerlich wirkt der Galactica-Karton eher unspektakulär und ist von Größe und Form exakt vergleichbar mit den ebenfalls quadratischen Verpackungen von Der Eiserne Thron, Beowulf oder dem Doom-Brettspiel. Letzteres ist allerdings eine Spur höher, da sich hier deutlich mehr Material unter der Haube befindet.

Battlestar Galactica Brettspiel
Abbildung 2: Packungsvergleich

Den direkten Vergleich mit einem Kaliber Marke StarCraft verliert das Battlestar Galactica-Brettspiel natürlich -- aber welches Board Game würde hier nicht den Kürzeren ziehen ;)

Battlestar Galactica Brettspiel
Abbildung 3: In Relation zum Starcraft-Brettspiel

Battlestar Galactica Brettspiel
Abbildung 4: Weitere Materialien

Die Inneren offenbaren ein ganz ordentlich gemachtes Spielbrett, in das sich Drehscheiben mittels Plastikstutzen einklinken lassen. Ansonsten verbirgt die Packung noch zwei Kartenstöße unterschiedlicher Größe, einige gut gemachte Raumschiffminiaturen (Raptor, Viper, Zylonenkampfschiffe) aus grauen Plastik, etliche herauszustanzende Kartonsmarker und interessante Charaktertafeln zu jedem Hauptprotagonisten aus der Serie (ich vermute, dass man diese Figuren auch im Spiel verkörpert). Die Anleitung ist mit etwas mehr als 30 Seiten zwar nicht gerade dünn, aber dank großer Schrift und vielen Fotos erscheint mir das Lesen (und Kapieren *g*) als lösbare Aufgabe.

Battlestar Galactica Brettspiel
Abbildung 5: Die Miniatur-Raumer des Spiels

Die Qualität des Materials ist für mich über jeden Zweifel erhaben; in Sachen Quantität hätte für die knapp 35 Euro evtl. noch mehr drin sein dürfen -- insbesondere im Vergleich zum ähnlich teuren, aber deutlich umfangreicheren Doom-Brettspiel, aber das sollte man auch nicht in den falschen Hals bekommen: Für das Gebotene geht Preis/Leistung in meinen Augen immer noch voll in Ordnung.

Battlestar Galactica Brettspiel
Abbildung 6: Das Spielbrett

Spielerisch kann ich wie gehabt noch nicht sehr viel berichten. Fest steht allerdings, dass es sich hier um ein Versteck- und Intrigenspiel handelt, bei dem am Ende entweder Personen der Galactica-Crew gewinnen oder eben der eine Zylon, der als verstecketer Zylon-Schläfer agiert. Laut einigen Rezensionen soll das für richtige Spannung und vor allem Paranoia auf dem Brett sorgen, bin demnach also sehr gespannt :)