Weihnachtsspezial 2014: Teil 1

Sothi | 22. Dezember 2014 | 00:43

Sothis Weihnachtsspezial 2014

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern eben auch das Weihnachtsspezial auf die Erde nieder und beglückt euch mit satten Geschenken in Form von leidenschaftlich geschriebenen Artikeln aus der Feder befreundeter Twitter- und Blogautoren. Wobei sich das durchaus überschneidet: Wer hier regelmäßig mit liest, ist mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch Teil dieses Spezials.

Mit dabei sind deshalb sowohl die alten Spielwiese-Urgesteine, als auch ganz frische Autoren, die kurzfristig und spontan einfach mal ja gesagt haben. Und ich muss ehrlich sagen: Ich freue mich über beide Gruppen: Frisches Blut ist natürlich immer gut, und dass die alten Dinos Jahr für Jahr mit am Start sind, erfüllt mein Herz mit großer Freude.

Letztes Jahr noch ein Novum, dieses Jahr schon fester Bestandteil des Spezials: Der weihnachtliche Podcast mit einem harten Kern der Autoren, die am Spezial mit geschrieben haben: Die große Frage, die für den Podcast im Raum hängt, ist: "Was ist eure große Spielehoffnung 2015?". Und weil die meisten Podcastler auch bereits im letzten Jahr dabei waren, lässt sich im gleichen Atemzug die Frage beantworten, ob sich die letztjährige Hoffnung erfüllt hat. Der Podcast wurde bereits aufgenommen und hat unheimlich viel Spaß gemacht. Online geht er am 24.12. -- pünktlich zur Bescherung unterm Weihnachtsbaum.

Jedenfalls: Vielen lieben Dank an alle, die mitgemacht haben!

Um was geht es?

Die Autoren haben sich bereit erklärt, hier im Blog Resümee über den Computer- und Videospiele-Markt des in Kürze endenden Jahres zu ziehen und uns ihre persönlichen Top 5 Games für das Jahr 2014 zu verraten – natürlich nicht einfach nur als reine Aufzählung, sondern mit ausführlicher Erklärung zum Warum und Weshalb. Komplettiert wird jeder Beitrag mit jenem Titel, den jeder Verfasser als seine persönlich größte Enttäuschung 2014 ansieht.

Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass es wirklich darum geht, welche Spiele der jeweilige Autor im Jahr 2014 gespielt hat; das Release-Jahr des Games spielt hierbei keine Rolle. 

So und jetzt genug geschwafelt. Lasst die Spiele beginnen! Den Anfang machen Druzil, Flo, Virtex, Nils, R1kum, Jürgen (aka DER GRAF!) und meine Wenigkeit. Die Teilnehmer des zweiten Teils werden aus Gründen des anhaltenden Spannungsbogens erst morgen bekannt gegeben.    

Ein Klick auf [Weiterlesen] bringt euch zum kompletten Artikel.


Sothis Top Five 2014

Nicht ganz so viele Titel wie im letzten Jahr, doch dafür qualitativer – so könnte ich mein Spielejahr 2014 im Vergleich zur Vorjahresauswahl beschreiben. Interessant dabei: Alle Spiele, die ich 2013 spielen wollte und aus zeitlichen Gründen nicht konnte (ihr erinnert euch: Deus Ex 3, Arkham City, Spec Ops: The Line) haben es auch 2014 nicht auf meine Platte geschafft – aber das kann ich ja nun alles in 2015 erledigen.

Geändert hat sich 2014 die Systemauswahl: Ganz rausgeflogen ist die PS3. Dafür sind PS4 und iOS nachgerückt, wobei ich von dem iPad als Spieleplattform absolut ernüchtert bin. Dominant war bei mir natürlich auch 2014 als Spieleplattform Nr. 1 der klassische PC.


Platz 1: Rogue Legacy (PC)
Rogue Legacy hätte eigentlich schon 2013 die höhere Weihen dieser Top 5 erhalten sollen, konnte aber aufgrund meines persönlichen Redaktionsschlusses nicht mehr in die Auswahl mit einbezogen werden. Dann eben 2014. Und zu Recht, denn dieser Metrovania-Verschnitt im 16-Bit-Look hat bei mir etwas ausgelöst, das nur wenige Plattformer für sich beanspruchen können: Dauermotivation. Gelungen ist dies mit einer Mischung aus sauberen Gameplay , inklusive nahezu perfekten Steuerung, abgedreht-tollen Ideen (Stichwort Erbkrankheiten), einem unglaublich guten Soundtrack, geschickt eingebauten Rollenspielelementen und, man höre und staune, einer Hintergrundgeschichte, die mich trotz der drögen Präsentation zu faszinieren wusste. Kurz: Denke ich an Rogue Legacy, empfinde ich nur Liebe – was kann man besseres über ein Spiel sagen?

Platz 2: Legend of Grimrock 2 (PC)
Das erste Attribut, das mir bei Almost Human, den finnischen Grimrock-Entwicklern, in den Sinn kommt, ist Respekt. Respekt für die grandiose Wiederbelebung eines längst tot geglaubten Subgenres. Respekt für die konsequente Umsetzung all jener Komponenten, die Dungeon Master und seine Nachahmer ausgemacht hat. Respekt für die Grafik- und Rätselspezialisten, die ihren Job unheimlich gut hinbekommen haben. Und letztlich Respekt für das Produkt, um das es hier eigentlich geht: Legend of Grimrock 2.

Es war mir anfangs nicht klar, ob die Entwickler es schaffen würden, an die Qualität des nahezu perfekten ersten Grimrocks anzuknüpfen. Pseudo-Oberwelt in Blockschritten? Erinnert mich an den lächerlichen Wald in Eye of the Beholder 2 und an die schwache Immersion, die erst kürzlich bei Might&Magic X für Stirnrunzeln sorgte. Und eigentlich hat man auch den Eindruck, dass so ziemlich jedes Logik-, Bodenplatten-, Schalter- und Texträtsel diese Welt bereits im Vorgänger verarbeitet wurde. Was soll da noch kommen?, fragen sich selbst passionierte Dungeon Crawler-Liebhaber.

Womit wir wieder beim Thema Respekt wären, denn Grimrock 2 hat es nicht nur geschafft, eine glaubhafte (und zudem wunderschöne) Oberfläche zu präsentieren, sondern steigert sich in jeglicher Hinsicht: Größere und komplexer designte Dungeons, mehr Vielfalt in jeglicher Hinsicht, unheimlich abwechslungsreiche Rätsel und ein auf den Punkt verbessertes Charaktersystem. Stand heute kann ich mir nicht vorstellen, dass man das Ganze mit einem eventuell geplanten Grimrock 3 noch toppen könnte, aber das dachte ich ja auch schon nach Teil 1.


Platz 3: Elite Dangerous (PC)
Elite: Dangerous. Wer sich an den letztjährigen Podcast erinnert, wird sich entsinnen, dass ich all meine Hoffnungen auf diesen Titel gesetzt habe. Und im Prinzip auch nicht enttäuscht wurde. Ich kenne kein Kickstarter-Projekt, das innerhalb dieser relativ kurzen Zeitspanne auch nur ansatzweise so fantastisch umgesetzt wurde. Audiovisuell so unglaublich gut, wie ich es David Braben niemals zugetraut hätte und mit einer Immersion versehen, die es zum feuchten Traum eines jeden Occulus Rift-Besitzers macht. Dazu eine Galaxis, die die sprichwörtlichen Unendlichen Weiten mit Milliarden von Sternensystemen simuliert. Grenzenlose Freiheit, geht es überhaupt noch perfekter? Nun…

Hätte man mich vor 3-4 Monaten nach meinem Spiel des Jahres 2014 befragt, hätte ich ohne Umschweife Elite: Dangerous genannt. Doch da war das Spiel noch in der Beta und das Grundgerüst für eine noch nicht fertige Version geradezu fantastisch. Ein paar Monate und einen offiziellen Release später wird klar: Viel mehr als das ist auch zum offiziellen Start nicht hinzugekommen.

Klar, Frontier Development schraubt und poliert mit einer unheimlichen Patchflut, aber mich beschleicht dennoch das Gefühl, dass das Spiel zu früh veröffentlicht wurde. Beispielhaft dürfte das Mining sein, das in dieser Form nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann.

Spricht man dieser Tage über Elite: Dangerous hört man auch immer wieder: Man muss sich Ziele selbst setzen, den Spielspaß durch seine Fantasie entdecken. Klar, es ist ein Sandbox-Spiel, da gehört das dazu. Und das Spiel macht es durch sein fantastisches Mittendrin-Gefühl auch nicht allzu schwer, diesen Gedanken umzusetzen. Aber letztlich muss der Titel auch über reine Flugphysik, akkurat umgesetzte Sternensysteme und atemberaubende Präsentation hinaus mit handverlesenen Content glänzen. Dazu gehört für mich, dass wir ein bisher unentdecktes Sternensystem anfliegen und darin tatsächlich etwas besonders entdecken: Eine tolle Geschichte, irgendeine Art der Interaktion mit der hiesigen Bevölkerung. Und nicht einfach durchfliegen, Sternendaten einsammeln und verkaufen – fertig.

Ich bin mir sicher, dass Frontier noch vieles in einem unheimlichen Tempo einführen wird. Und das in der bisherigen Qualität. Nur: Bis dahin ist Elite: Dangerous eher das Grundgerüst für ein unheimlich fantastisches Abenteuer. Versteht mich nicht falsch: Das Spiel ist in dieser Form vielleicht schon besser, als alles was Chris Roberts jemals für Star Citizen umsetzen wird, aber es könnte noch um so vieles fantastischer sein.


Platz 4: Dragon Age 3 – Inquisition (PS4)
2009 avancierte Dragon Age: Origins zu meinem Spiel des Jahres – und auch heute noch würde ich behaupten: Origins ist das beste Rollenspiel seit Baldur’s Gate. Wer sich danach das konsolifizierte Dragon Age 2 reinzog, konnte im Prinzip nur enttäuscht sein – obwohl mir der Nachfolger trotz aller berechtigter Kritik durchaus Spaß bereite.

Nun also Dragon Age 3, welches unter Dragon Age: Inquisition firmiert. Die namensgebende Inquisition ist quasi Dreh- und Angelpunkt unserer Aktionen, dient sie doch als eine Art Stützpunkt, in dem wir Gespräche mit NPCs und unseren Gefährten führen, verschiedene (strategische) Aktionen auslösen, Händler besuchen, die Ausrüstung verbessern und die nächsten Schritte unserer Storyline planen. Gepaart mit der außergewöhnlichen guten Optik (Frostbite Engine 3 sei Dank) und Biowares Idee, das Spiel etwas TES-esquer zu gestalten, sollte man eigentlich ein Bombenspiel erwarten, nichts weniger als das Spiel des Jahres 2014. Warum also doch nur Platz 4?

Für mich schwächelt das Spiel in einigen Punkten, die einem echten Origins-Nachfolger nicht unterlaufen dürfen. So ist das Kampfsystem in meinen Augen eine Farce. Und Farce ist noch der gemäßigtste Ausdruck, den ich gefunden habe. Nun bin ich wahrlich kein Verfechter langatmiger Rundenkämpfe und danke Gott für die Einführung der pausierbaren Echtzeitkämpfe der Infinity-Engine, aber das, was Inquisition da abliefert, ist böse: Taktik spielt kaum eine Rolle und wenn sie eine spielen würde, könnte man sie nicht umsetzen, da der so genannte Taktikmodus an Unübersichtlichkeit und Ineffizienz kaum zu überbieten ist. Die lieb gewonnen Taktikeinstellungen für die Automatismen der Charaktere, die man gerade nicht spielt, wurde auf ein Mininum herunterreduziert: Ich darf einstellen, ab wann die KI einen Heiltrank schlürfen darf und wie viele Phiolen sie übrig lassen muss. Das war‘s dann auch schon fast. Überhaupt die Idee, sämtliche Heilzauber gegen einen Tränkepool zu tauschen, ist für mich höchst grenzwertig. Im Grunde könnte ich mich noch seitenweise über das Kampfsystem aufregen, wäre da nicht die abartige Menüführung in Bezug auf das Inventar, für das man auch ein ganzes Kapitel einplanen müsste. Da häufen sich viele kleine und größere Mängel und ziehen das große Ganze in den Keller, das ich trotz all der Widrigkeiten eigentlich mag.

Und auch wenn sich meine Erklärung nun extrem negativ liest, so viel sei gesagt: Dragon Age 3 ist der Grund dafür, dass ich in Legend of Grimrock 2 noch immer das letzte Dungeon vor mir herschiebe.


Platz 5: Divinity: Original Sin (PC)
Mit der Auswahl für diese Platzierung habe ich mir bei Weitem am Schwersten getan, denn eigentlich wollten noch Diablo 3: Reaper of Souls und The Last of US Remasterd (PS4) mit aufs Treppchen. Beide mussten sich dann am Ende doch diesem Crowdfunding-Projekt unterordnen, das im Grunde alle Tugenden eines Ultima oder Baldur’s Gate in sich vereint. Sicherlich, das Spiel hat seine Schwächen. Es ist ein wenig bunt, der Humor ist etwas übertrieben, es spielt sich recht anachronistisch, der Schwierigkeitsgrad ist happig und als Neuling wird man von der schieren Fülle der Möglichkeiten schnell überfordert.

Das Paradoxe: Genau diese Punkte verbucht das Spiel eben auch auf seiner Habenseite. So finde ich die Grafik beispielsweise fantastisch (schaut euch mal vergleichsweise das ähnlich gelagerte Wastelands 2 an), die Komplexität der Möglichkeiten echt irre und den Schwierigkeitsgrad eben genau richtig. Hinzu kommt einer der besten Taktikkämpfe, die mir in einem RPG je untergekommen sind. Und natürlich der Umfang, denn wer Original Sin beginnt, ist wochenlang beschäftigt.


Enttäuschung 2014: Exklusivtitel der aktuellen Konsolengeneration (insbesondere Sony)
Let’s be honest: Die so genannte Next Gen-Konsolengeneration ist technisch, wie auch spielerisch ein Flop. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich schon in Foren gelesen habe, dass Leute vom Kauf der Xbox One oder PS4 Abstand nehmen, weil die aktuelle Titelauswahl sowieso am PC verfügbar oder (wenn exklusiv) einfach nicht gut genug ist. Ich gebe zu, in Bezug auf die One habe ich von Microsoft nichts anderes erwartet (eher bin ich positiv überrascht), aber Sony hätte eigentlich genug Studios gehabt, um mit einem starken Line-up zu glänzen.

Wer nun denkt, dass ich hier jedes Jahr Sony-Bashing betreibe, weil ich Sony nicht leiden kann, schätzt mich falsch ein. Vielmehr ärgere ich mich stets aufs Neue über die verpassten Möglichkeiten. Aktuell die Möglichkeiten, die Sony mit der PS4 hatte. Sagte ich hatte? Nun, es ist nicht so, dass ich einen Abgesang auf die PS4 anstimmen möchte, das wäre in Anbetracht der Marktführerschaft im Next-Gen-Bereich fehl am Platze. Aber: Aus dem riesigen Vorsprung, den Sony sich im ersten Jahr erarbeitet hat, hat man einfach nichts gemacht. In Mortal Kombat-Sprache ausgedrückt: Sie haben verpasst, den Finishing Move anzusetzen.

Der Finishing Move wären die Spiele gewesen, insbesondere die Playstationen-Exklusivtitel. Denn die waren in den vergangenen Generationen immer Sonys größter Trumpf. Nun war es für mich eine klare Sache: Sony bringt im ersten Jahr ein paar Hämmer auf den Markt und die aktuelle Konsolengeneration ist einkassiert. Doch was ist draus geworden? Es gibt ein paar ganz nette Exklusivtitel wie Killzone oder Infamous, den verpatzten Release Drive Club. Immerhin ein sehr gutes Remake namens The Last of Us Remastered. Aber ist das wirklich der Anspruch, den wir im Vorfeld gehabt haben? Ich denke nicht.

Für 2015 sieht es etwas besser aus: Uncharted 4 ist am Start und wird sicherlich der begehrteste Exklusivititel auf diesem Planeten werden, Bloodborne wird die Dark Souls-Jünger aktivieren, Drive Club ist inzwischen auch so eine Art Autorenn-Referenz und mit der Street Fighter 5-Exklusivtät hat Sony immerhin einen krassen Coup gelandet. Aber: da wir hier von 2014 reden, darf ich zumindest für dieses Jahr enttäuscht bleiben, oder?


Druzils Top Five 2014
Moin Moin zusammen, ich bin ja so was wie der HSV des Weihnachtsspezials, der Dino in der Runde (bzw. einer der Dinos). Ich hoffe nur der permanente Abstiegskampf bleibt mir hier erspart, im Gegensatz zu "meinem" HSV. Und natürlich gab es auch kein langes Überlegen ob ich denn dieses Jahr wieder beim Weihnachtsspezial mitmache, als Sothi mich gefragt hat. Das ist ja Ehrensache.

Ich wünsche allen Lesern und natürlich auch Sothi, schon mal ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und jetzt geht‘s los mit meiner Top 5.

[Druzil findet ihr in der Blogosphäre unter Druzils Daddelkiste und bei Twitter.]


Platz 1: Battlefield 4 (PC)
Letztes Jahr noch mein Platz 3, dieses Jahr klar die Nummer 1. In keinem anderen Spiele habe ich dieses Jahr so viel Zeit verbracht. Aktuell zeigt meine Battlelog-Statistik eine Spielzeit von rund 460 Stunden. Da können die ganzen Forentrolle noch so viel jammern und lästern, ich lasse mir den Spaß an diesem Spiel nicht schlechtreden. Den habe ich seit Release mit dem Spiel und das relativ durchgehend. BF3 konnte mich da weniger fesseln. Natürlich ist es in BF4 auch ein Vorteil, wenn man wie wir eine Art festes Squad hat. Aber das hatten wir auch in BF3 schon.

Warum BF4 mir dann so viel mehr Spaß macht als BF3 kann ich gar nicht so genau sagen. Einen Großteil macht wohl die Steuerung aus. Irgendwie fühlt sich das für mich alles ein wenig besser an als in BF3. Natürlich hat BF4 auch Dinge, die mir weniger gut gefallen (als in BF3). Es nervt das man seit dem großen Patch, der auch die Tickrate zum Server erhöht hat, wieder öfter an kleiner Kanten, Steinen usw. hängen bleibt und ich persönlich bin absolut kein Freund davon, dass man in diesem Teil den Defibrilator aufladen muss um jemanden mit 100% wiederzubeleben. Das bedeutet für mich, als fast reinen Sturmsoldat- bzw. Medic-Spieler, dass ich auf den von uns bevorzugten hardcore Servern keine 100 Punkte pro Rezz, sondern nur 60 bekomme, da man dort ja nur maximal 60% Leben hat.

Das sind aber Randgeschichten. Im Grunde macht das Spiel halt einfach nach wie vor richtig Laune und ich bin sehr gespannt, was in dem noch kommenden, hoffentlich kostenlosen, Mappack für überarbeitete, alte Karten drin sein werden. Ich hoffe ja auf Arica Harbor. Eine der besten BF Maps ever.


Platz 2: Assetto Corsa (PC)
Assetto Corsa ist zwar immer noch early access, aber es macht jetzt schon einen sehr guten Eindruck. Das Force Feedback und das Fahrgefühl sind klasse, die Grafik ist gut und das wichtigste ist, es hat Mod-Support. Es ist toll zu sehen was da aktuell alles für Autos und Strecken von der Community in der Mache sind. Da entsteht genau so eine komplette F1 2014 Mod, die schon sehr gut aussieht, wie auch eine Seat Leon Eurocup Mod. Die Auswahl an guten Mods ist jetzt schon verdammt groß. Auf welchem Niveau sich manche Mods befinden merkt man vor allem dann, wenn ein Mod-Auto von den Entwicklern offiziell ins Spiel übernommen wird (und somit natürlich keine Mod mehr ist).

Also da wo sich die Spieler von RaceRoom Racing Experience jedes Fahrzeug für teures Geld extra kaufen müssen, bekommt man hier die Sachen auch noch kostenlos. Schade nur, dass die Mod des Porsche 997 RSR ein Port aus einem anderen Spiel und somit illegal ist. Somit wird man den nie auf öffentlichen Server fahren dürfen.

Toll ist auch, dass alle Strecken von Kunos (dem Entwickler) vor Ort lasergescannt wurden und somit die originalgetreusten, weil genausten, Strecken in der Spielegeschichte sind. Andere Entwickler bauen ihre Strecken nach GPS Daten, die aber "ungenauer" sind. Ich freue mich vor allem auf die im DreamPack DLC erscheinende (lasergescannte!!!) Nürburgring Nordschleife.

Auch nett sind die Apps mit denen man sich sein HUD anpassen kann. Ist einem z.B. die standard Anzeige zu spartanisch, zieht man sich einfach eine Mod App, die einem mehr gefällt. Ja, RaceRoom Racing Experience hat mit Sicherheit den besseren Sound, aber angeblich kommt demnächst noch mal ein Soundupdate und vielleicht kommen wir dann der tollen Soundkulisse etwas näher, die Simbin (mittlerweile Sector 3) Spiele üblicherweise haben.

Grafisch sind AC und R3E etwa auf Augenhöhe, doch in diesem Punkt können eh beide nicht mit ProjectCARS mithalten. Da das aber kein richtiger hardcore Simracer ist, spielt es als Vergleich keine Rolle. R3E hat halt das Problem, dass es ein komplett geschlossenes System ist. Jedes Fahrzeug und jede Strecke muss beim Hersteller gekauft werden. Mods gibt es keine. Dadurch disqualifiziert es sich für eine aktive, geordnete MP Community, wo man gegen unfaire Leute und Idioten vorgehen kann. Assetto Corsa ist in dieser Richtung halt so offen, dass kleine Communitys entstehen können, wo fair miteinander gefahren wird.

Wer so was mal sucht, sollte übrigens unbedingt mal bei bierbuden.de vorbei schauen. Dort gibt es für die Spiele GTR2, GT Legends, Race07, rFactor und jetzt eben auch Assetto Corsa jeweils eine eigene Community, mit permanenten Servern, und vielen, meist gut besuchten, Rennevents ohne Ligagedanken. Sprich: Simracing für die breite Masse. Dank der klaren Regeln seitens der Betreiber aber auf einem guten, fairen Niveau. Wer nur andere Leute online wegrammen will, der sollte den Link am besten gar nicht erst anklicken. So Leute wollen wir da nicht haben.


Platz 3: The Crew (PC)
Auch wenn ich schon ein grundsätzliches Interesse an The Crew hatte, war es jetzt kein Titel auf den ich mich übermäßig gefreut hätte. Nachdem ich dann ein paar Let's Plays angeschaut hatte, habe ich es mir doch schon sehr früh gekauft.

Man könnte fast meinen, es wäre ein Test Drive Unlimited 3. Die riesige, offene und wirklich toll und abwechslungsreich gestaltete Welt lädt dazu ein, einfach so in der Welt rumzucruisen, hier und da nen "Test" mitzumachen und das ganze noch mit bis zu drei Freunden. Mehr passen leider nicht in eine Crew, was einer der großen Kritikpunkte an dem Spiel ist. Im Vorfeld hat sich das so angehört, als ob man da richtige Clans bzw. Rennclubs, also Crews, gründen kann. Doch leider ist es eher so ne 4-Spieler Coop Geschichte. Aber auch mit 4 Leuten macht es Spaß durch die Spielwelt zu brettern.

Das Fahrgefühl wird ja von einigen immer als total schwammig abgestempelt, aber das ist eigentlich Quatsch. Ja, anfangs und mit Gamepad ist es etwas wackelig. Aber das ist mehr oder weniger so gewollt, weil man ja seine Fahrzeuge mit der Zeit immer weiter verbessert. Dann fahren die sich plötzlich auch richtig gut. Fährt man das Spiel dann noch mit einem (gescheiten) Lenkrad, merkt man erst mal, wie gut sich The Crew wirklich fährt. Klar, es ist keine Sim, aber wer bitte erwartet das von so einem Spiel?

Cool finde ich generell das System mit den Ausbauteilen. Man macht z.B. einen Test, bei dem man eine Bremse gewinnen kann. Diese hat dann zum einen den Effekt, dass die Bremse dadurch verbessert wird (vorausgesetzt das Teil ist besser als das schon verbaute) und bekommt dann noch einen zufälligen Bonus ausgelost. Das Ganze ist etwas vergleichbar mit den Items in Diablo (2, 3), wo auch zufällige Stats zugewiesen werden. Man sammelt also auch während man einfach so durch die Welt cruised immer wieder mal Teile auf und hat die Möglichkeit sein Fahrzeug weiter zu verbessern.

Das mit Abstand nervigste an diesem Spiel ist aber die KI. Selten habe ich so was Beschissenes gesehen. Die cheatet wie Sau. Bei Verfolgungsjagden hat die KI immer einen Sppedbonus. Da fährt man mit einem voll ausgebauten Mercedes SLS gegen poplige Polizeiautos und die ziehen bei 350 km/h noch locker OHNE BOOST an einem vorbei, um einen wegzurammen. In Rennen hängen einem die KI Typen ständig im Heck, egal wie fehlerfrei man fährt. Macht man selbst aber einen Fehler, macht sie derartig langsam, dass man absolut mühelos wieder an die ranfahren kann. Das ist Gummiband KI aus der Hölle. Und ich habe wirklich nicht grundsätzlich etwas gegen einen gewissen Gummibandeffekt in arcade Rennspielen.

Trotzdem macht The Crew wirklich Laune und wir werden bestimmt noch einige Zeit zusammen durch die USA fahren, Tuningteile sammeln und uns neue Fahrzeuge kaufen und diese hochleveln.


Platz 4: Mittelerde: Mordors Schatten (PC)
Ich mag das HdR Universum, ich fand das Kampfsystem in der Batman Reihe schon klasse und das Nemesis System in Mordors Schatten ist auch ganz cool. Ja es ist eine Mischung aus Assassin's Creed und den Batman Arkham-Spielen. Aber lieber gut geklaut als schlecht selbst gemacht und mit Mordors Schatten wurde da ganze Arbeit geleistet. Wie in Batman machen mir auch in M:MS die Kämpfe am meisten Spaß. Manchmal kommen aber so viel Gegner zusammen, dass ich doch das Zeitliche segne. Aber das gehört bei diesem Spiel dazu. Es macht den gewissen Reiz aus, sich an seinem Mörder zu rächen. Auch cool ist es, dass man Leuten aus seiner Steam Freundesliste rächen kann, indem man kurzfristig die Möglichkeit bekommt, den Ork umzubringen, der den Freund getötet hat. Ich bin mit dem Spiel bei weitem noch nicht durch, aber ich fand es in der bisherigen Spielzeit schon so gut, dass es direkt in meine Top 5 eingerückt ist.


Platz 5: Call Of Duty: Advanced Warfare (PC)
Zu diesem Spiel muss man gar nicht viel sagen. Jeder kennt CoD. Die Forentrolle hassen CoD. Da ich aber jemand bin, der das zockt was ihm Spaß macht und den es nicht interessiert ob ein 15 jähriger damit ein Problem hat, habe ich es mir sogar mal wieder gleich zu Release gekauft (seit MW2 habe ich alle CoDs nur noch für unter 20€ gekauft (Ghosts gar nicht)). Der SP ist das übliche CoD. Nette Story, viel Schießbudengeballer, wahnsinnig tolle CGI Zwischensequenzen und der übliche Skript-Bombast. Dass Kevin Spacy auftaucht ist mir eigentlich völlig Latte. Ich finde den als Schauspieler zwar toll, aber COD:AW hätte auch ohne ihn funktioniert. Mir macht es einfach Spaß einmal im Jahr für 6-7 Stunden in so eine Schießbude einzusteigen und sie durchzurödeln. Danach ist auch wieder gut bis in einem Jahr.

Der MP fühlt sich aber durch die Exo-Fähigkeiten mal wirklich anders an als seine Vorgänger und macht auch wieder richtig Laune. Vor allem ist das Ganze noch mal etwas schneller geworden. Natürlich auch abhängig davon, wie dick die Wumme ist, die man mit sich rumschleppt. Mit ner MP kann man da schon ganz schön fix durch die Level sprinten, springen und fliegen. Ich bin jetzt nach ~24 Stunden ca. Level 49 und tatsächlich am überlegen, ob ich das erste mal überhaupt in einem CoD auf den "Prestige-Button" klicke.

Gerüchte sagen ja, das nächste CoD würde wieder im zweiten Weltkrieg spielen. Ich wäre dabei. Ich mag das Szenario nach wie vor (habe es nie nicht gemocht) und würde mir auch mal wieder ein Battlefield in dieser Epoche wünschen.


Enttäuschung 2014: Trials Fusion (PC)
Ich glaube Fusion ist das, was einer Enttäuschung dieses Jahr am nächsten kommt. Wenn man den Vorgänger Evolution gespielt und geliebt hat, kann einem Fusion glaube nur sauer aufstoßen. Die Grafik bzw. Level sind viel zu steril, der Schwierigkeitsgrad unausgegoren und es bietet einfach nichts wirklich Neues dafür, dass es jetzt zum Vollpreis verkauft wird. Zwar gibt es diese Stuntstrecken, wo man irgendwelche Faxen aufm Bike machen kann, dafür sind aber die ganzen lustigen Minispiele rausgefallen. Der Schwierigkeitsgrad ist aber wirklich das übelste. Auf leicht könnte es der Hund des Nachbarn zocken, auf mittel beiße ich mir schon teilweise die Zähne aus (naja, etwas übertrieben gesagt). Ich war nie ein Meister in Evolution, konnte die megaschweren Strecken teilweise gar nicht schaffen, meist nur mit weit über 200 Toden, aber der normal schwere Schwierigkeitsgrad ging noch ganz gut. In Fusion habe ich auf mittel schon die selben Probleme, wie in Evolution auf schwer und schwer finde ich teilweise einfach viel zu schwer. Und das, nachdem leicht von einem hirntoten Primaten auf Gold gefahren werden kann. Da stimmt halt irgendwas absolut nicht.

Bei diesem Spiel kann ich wirklich sagen, das war Geld zum Fenster rausgeworfen und ich habe mich über den Kauf etwas geärgert.


Virtex' Top Five 2014

Auch der gute, alte Virtex, unter Twitter als @SpielerBasti unterwegs, schreibt nun seit gefühlt einem halben Jahrhundert für das Weihnachtsspezial. Und da sich der ansonsten eingefleischte PC-Zocker nun neben der PS3 auch noch eine PS Vita ins Haus geholt hat, haben es ein paar Konsolentitel in die Top 5 geschafft. Viel Spaß beim Lesen :)

Platz 1: Diablo 3 (inkl. Reaper of Souls) (PC)
In Diablo 3 bin ich sehr spät eingestiegen. Tatsächlich erst dieses Jahr mit dem Patch, der das Auktionshaus deaktivierte und die Droprate der Items wieder deutlich angehoben hatte. Das waren genau die beiden Kritikpunkte, die mich damals abgeschreckt haben. Aber Blizzard hat glücklicherweise auf die Fans gehört und das Auktionshaus abgeschaltet und lässt in Hülle und Fülle Items droppen, die genau so eine Art Spiel eben motiviert. Den Spielfluss, die Charaktere und die Umgebungen haben mir sehr gut gefallen. Hier hat Blizzard wieder sehr gute Arbeit abgeleistet. Die Erweiterung Reaper of Souls legt dem ganzen nochmal eine gute Schippe drauf und sorgt wieder für einige Stunden Spielspaß. Blizzard patcht auch hin und wieder neue Ideen hinzu, wie z.B. die großen Nephalemportale, was einige Spieler wieder wochenlang motivieren dürfte. Ich freue mich auf weitere Erweiterungen und Patches.

Platz 2: Beyond – Two Souls (PS3)
Als das neue Spiel von Quantic Dream angekündigt wurde, war ich sehr gespannt. Heavy Rain hat mir schon ganz gut gefallen. Als ich dann Beyond – Two Souls dann selber durchgespielt habe, war ich überrascht, dass es mir persönlich sogar besser gefallen hat als Heavy Rain. Damit bin ich allerdings einer der wenigen, der das so sieht. Viele störten die teils wirre Handlung oder die wenigen Möglichkeiten das Spiel durchzuspielen. Mir hat der Verlauf des Spiels allerdings sehr gut gefallen. Allerdings ist es, wie auch Heavy Rain, mehr ein interaktiver Film als ein richtiges Spiel. Ich wurde allerdings das ganze Spiel durch sehr gut unterhalten und fand die Schauspieler Ellen Page und Willem Dafoe haben ihre Jobs in diesem Spiel sehr gut gemacht.

Platz 3: Bioshock Infinite (PC)
Schon als Fan von Bioshock 1 war ich sehr heiß auf die ersten Trailer von Bioshock Infinite. Komplett anderes Setting. Nicht mehr eine zerstörte Stadt unter Wasser, sondern eine prunkvolle Stadt hoch in den Wolken. Und ja, auch das fertige Spiel lange Zeit später wusste zu überzeugen. Allerdings verlor es seinen Horror-Charme, wie es noch in Rapture mit den Big Daddys sehr gut funktionierte. Trotzdem hatte Bioshock Infinite eine dichte Atmosphäre und eine sehr interessante Story. Allerdings zog sich hier und da das Spiel ein wenig – manchmal mehr als nur ein wenig. Einfach zu viele Kämpfe, die einen recht lange beschäftigten, wo man doch lieber mit der Handlung weiter gekommen wäre. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Dafür hat das Ende mit einem genialen Twist wieder alles rausgeholt und mir regelrecht die Kinnlade runterklappen lassen. Und wer dennoch nochmal zurück in die Unterwasserstadt Rapture will? Der spielt einfach die beiden DLC-Episoden Burial at the sea für Bioshock Infinite – diese liegen aus Zeitgründen bei mir leider noch ungespielt auf der Festplatte. Werden aber bald nachgeholt.

Platz 4: Tearaway (PS Vita)
Ich freute mich sehr, als ich an meinem Geburtstag im Januar eine PlayStation Vita geschenkt bekommen habe. Es ist eine sehr schöne und gut verarbeitete Handheld-Konsole mit recht ordentlicher Leistung unter der Haube. Das Spielen darauf macht sehr viel Spaß und besonders als Kunde von PS Plus eine lohnenswerte Investition. Aber hier geht es um ein ganz spezielles Spiel. Bei Twitter und auf den bekannten Spielewebseiten wurde das Spiel Tearaway ja regelrecht in den Himmel gelobt. Da ich mich selbst von diesem Spiel überzeugen wollte, bestellte ich es mir für meine Vita. Und ich muss sagen, ich bin begeistert. So cool, wie der Entwickler es geschafft hat alle Eingabemöglichkeiten der Vita auszunutzen. Das Spiel interagiert sogar mit einem selbst als Spieler und wird überwiegend über die Kamera der Vita in die bunte Papierwelt von Tearaway geholt. Für Besitzer einer Vita ein Pflichtkauf – sofern man was an bunten Fantasie-Welten abgewinnen kann.

Platz 5: Call of Duty Avanced Warfare (PC)
Noch im vorherigen Jahr war der Ableger Ghosts der Call of Duty-Reihe meine Enttäuschung des Jahres 2013. Wie kommt es, dass der neuste Serienteil es sogar in meine Top 5 geschafft hat? Diesmal war ich mit der Kampagne deutlich glücklicher, als mit der von Ghosts. Ich kann nicht mal genau sagen, was alles besser ist, da dies Spiel eigentlich die gleichen Prozeduren runter rattert wie die Jahre davor. Ich fand die Einzelspielerkampagne aber diesmal stimmiger und auch der Auftritt von Kevin Spacey hat mir gut gefallen. Er konnte wirklich überzeugend seine Rolle „spielen“. Allerdings hätten die Entwickler etwas mutiger mit dem Blick in die Zukunft sein können. Grundsätzlich wirkt das Jahr 2054 schon sehr futuristisch in Advanced Warfare, bei den Waffen allerdings wirkt es zu sehr nach jetziger Zeit. So ballert man im neusten Serienableger der COD-Reihe wieder doch überwiegend mit Standard Sturmgewehren. Bei der Technik ist allerdings ein kleiner Sprung nach vorne spürbar. Das erhoffte Nextgen-COD ist Advanced Warfare zwar immer noch nicht geworden, befindet sich aber auf dem richtigen Weg. In den Mehrspielermodus werde ich bestimmt im kommenden Jahr mal einsteigen.

Enttäuschung 2014: Wolfenstein – The New Order (PC)
Ich hatte mich richtig auf Wolfenstein – The New Order gefreut. Vom Grundkonzept und Story hörte sich alles toll an. Die Story hat mir auch sehr gut gefallen. Was wäre wenn die Nazis den zweiten Weltkrieg gewonnen hätten? Eine gute Idee einer Romanvorlage. Allerdings bin ich mit The New Order nie richtig warm geworden. Mir ist klar, dass es Oldshool-Shooter werden wollte. Aber mir hat sich vieles einfach zu altbacken angefühlt. Und das war leider auch recht spürbar an der Technik. Das Spiel wirkt auch einfach zu stark gestreckt. Viel zu viele Gegner, dass die Gefechte sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Kämpfe sind natürlich auch die Essenz eines Egoshooters, aber das darf auch mit mehr Abwechslung sein. Zwischendurch haben mir auch Kämpfe gegen größere Gegner sehr gut gefallen, aber dann folgen wieder Passagen, wo einem das Spiel nur wieder hunderte von Einheiten entgegen setzt. Da hätte für mich mehr Abwechslung drin sein müssen.


Flos Top Five 2014
Im letzten Weihnachtsspezial mahnte ich noch an, dass sich Flo ein wenig mehr um seinen Blog kümmern soll -- und siehe da, kaum ist ein Jahr vergangen, hat sich... rein gar nichts getan. Das nenne ich eine konsequente Haltung, immerhin! Wichtiger als die Pflege seines Blogs ist freilich die Geschwindigkeit und Qualität, mit der er seine Weihnachtsspezial-Artikel einsendet -- und da bin ich wirklich voll des Lobes. Viel Spaß beim Lesen:

Platz 1: Alien: Isolation (Xbox One)
Um ein Haar hätte ich mein Spiel das Jahres auf Grund von zweifelhaften Kritiken gar nicht angerührt. Noch eine Alien Enttäuschung wäre für mich einfach zu ärgerlich gewesen. Seis drum. Das Spiel landet doch auf meiner Platte. Ich kralle mich eine Woche lang in meinem Sessel fest und darf endlich die digitale Alien Inszenierung erleben, die ich als Fan verdammt noch mal verdient habe. Ich werde gejagt. Ich werde getötet. Ich fühle mich aber nie veralbert und habe immer etwas falsch gemacht, wenn mich das Biest erwischt.

Ganz ehrlich: Von mir aus hätte ich noch zehn weitere Stunden auf der Raumstation rumkriechen können. Fanboy oder nicht, jeder Horror-Fan muss das Ding im Regal stehen haben.


Platz 2: Dragon Age: Inquisition (Xbox One)
Story: zweckmäßig. Kampfsystem: rudimentär vorhanden. Optik: OK. Warum hätte Bioware hier doch noch knapp den Jahressieg geholt? Weil es ganz einfach keiner so versteht Charaktere zu erschaffen, die den Spieler wirklich interessieren und die untereinander derart komplex agieren. Der ganze beinahe-Open World-Rahmen ist nett, doch eigentlich interessiert mich nur wieder in meine Burg zu kommen und mit meinen Gefährten zu „socializen“. Wenn man sich mit dem Titel beschäftigt, dann möchte ich fast behaupten, ist er einer der wenigen Vertreter des Genres, der das „Rollen“ im Spiel verdienen.

Platz 3: Shadow of Mordor (Xbox One)
Es gibt ein paar Sachen, die einfach nie aus der Mode kommen. Orks töten zum Beispiel. Das macht auch nach dem 100.000ten Mal noch Spaß und ganz besonders, wenn es so fachgerecht verpackt ist wie im neuesten Herr der Ringe-Lizenzspiel. Ein paar nette Erweiterungen zur üblichen Assassin’s Creed-Formel, insbesondere das Ork Nemesis System, konnten durchwegs überzeugen. Für Teil 2 fordere ich lediglich eine interessantere Hauptfigur und/oder die Möglichkeit Hobbits zu quälen.

Platz 4: Sunset Overdrive (Xbox One)
Auf der Xbox One muss man ja eigentlich jeden Exklusiv-Titel mitnehmen, den man kriegen kann. Dennoch war Sunset Overdrive für mich schon frühzeitig absolut uninteressant. Setting & Look wirkten infantil und überhaupt hatte das Ganze so einen „yet-another-Open-World-title“ Beigeschmack.

Das mit dem infantil stimmt immer noch, doch die coole Skating-Spielmechanik stimuliert zusammen mit dem genialen Soundtrack irgendwelche Synapsen im Gehirn, die einen einfach immer wieder nach Sunset City zurücktreiben.

Wären nicht so viele „fucks“ in dem Spiel – es könnte glatt von Nintendo sein. Definitiv meine Überraschung des Jahres.


Platz 5: Wolfenstein: The New Order (Xbox One)
Wolfenstein ist 2014 eine schizophrene Schießballade, die erfolgreich gängige Genre-Mechaniken über Bord wirft um ein technisch solides, oft auch groteskes, aber stets kurzweiliges Programm zu inszenieren. Schizophren deshalb, da man abseits der überzogenen Nazi-Eliminierung nicht selten sehr abrupt in ruhige, emotionale Sequenzen überführt, die in scharfem Kontrast zum sonstigen Spielverlauf stehen. Das ist im Ansatz gut, wird aber leider erst gegen Ende des Spiels zunehmend interessant und sollte in einem möglichen Sequel durchaus ausgebaut werden. Dennoch mein Shooter des Jahres.

Enttäuschung 2014: Thief (jede Plattform)
Ein schönes Beispiel, wie die Technik ein ordentliches Spiel zu Grunde richten kann. Ständig nerviges und langatmiges Nachladen holen einen zu oft aus den gar nicht mal so schlechten Missionen. Na gut, auch das Ende hat seinen Teil zum Thief-Schlamassel beigetragen. Das war so unsinnig, dass es für mich jede Hoffnung auf einen Neuanfang für die Serie begraben hat.


Nils' Top Five 2014

Das nenn ich Glück: Für unser Weihnachtsspezial konnte ich Seine Dudeheit (der Einfachheit halber nachfolgend "Nils" genannt) höchstpersönlich gewinnen. Nils gibt nicht nur sein Debüt auf Sothis Spielwiese, sondern hat sich auch gleich super beliebt gemacht, weil er der erste war, der seinen Text abgegeben hat. Das gibt natürlich Pluspunkte :)

Platz 1: Ace Combat Infinity (PS3)
Bisher habe ich 80 Stunden Spielzeit in den Free2Play Titel gesteckt, bin über 300 Einsätze geflogen und habe mehr als 5000 Ziele zerstört. In einem Free2Play Spiel? Ernsthaft? Ich verstehe die Skepsis, zumal ich auch noch nie zuvor längeren Spielspaß mit solch einem kostenlosen Spiel hatte, da es bei Titeln dieser Art meist auf Pay2Win hinausläuft. Nicht jedoch bei Ace Combat Infinity. Der Action-Titel mit Rollenspielelementen wird permanent mit neuen Inhalten wie z.B. Flugzeugen, Waffen und Maps gefüttert, so dass garantiert keine Langeweile aufkommt. Auch regelmäßige Events, in denen bei erfolgreicher Teilnahme spezielle Preise winken, halten einen stets bei Laune.

Das Spiel hat sich so sehr in mein Herz gespielt, dass es als einziger Titel mich noch immer vor meine staubige PlayStation 3 zu locken vermag, die abgesehen davon längst von der PlayStation 4 abgelöst worden ist. Für mich gibt es aber kaum etwas entspannenderes als das Wochenende mit einpaar Runden Ace Combat einzuläuten. In bester Top Gun-Manier jage ich mit meiner F14 Tomcat feindliche Flieger und freue ich mich auf das nächste Upgrade für meine Maschine, erfülle belohnende Herausforderungen und sitze lächelnd vor dem Fernseher, da ich in diesem Jahr kein Spiel so viel gezockt habe wie Ace Combat Infinity.


Platz 2: Alien Isolation (PS4)
Nach dem mehr als enttäuschenden Colonial Marines ist Alien Isolation eine sehr würdige Versoftung der kultigen Filmvorlage. Ohne Waffen gilt es an Bord einer verlassenen Raumstation zu überleben. Naja, nicht ganz so verlassen. Das Alien dreht unaufhörlich seine Runden und wird von euren Geräuschen angelockt. Da nützt es auch nichts sich in einem Schrank zu verstecken, wenn der berühmte Motion Tracker unaufhörlich piepst. Durch die ständige Bedrohung wird eine unglaublich dichte Atmosphäre aufgebaut. Die Soundkulisse hat Referenzniveau, stets hört man in der Ferne Geräusche der Raumstation oder die Schritte des Aliens eine Etage über einem. Das Flair der Filme (speziell des ersten Film) wurde perfekt eingefangen. Wer den Film mochte, wird auch das Spiel lieben.

Platz 3: DriveClub (PS4)
Um ein Haar wäre DriveClub gar nicht in dieser Liste aufgetaucht. Als ich mir die PlayStation 4 im Bundle mit besagtem Spiel holte, war das Teil kaum besser als eine Beta. Die Server waren offline und diverse Funktionen noch nicht integriert. Schnell machte sich Ernüchterung breit. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Updates, zwei Monate nach Release wirkt es mit dem Wetter Update endlich komplett. Und es macht Spaß! Sicher ist es nicht perfekt und vermutlich auch kein Forza Horizon-Killer, aber für ein paar Runden zwischendurch eignet es sich wunderbar. Oder zum Angeben, denn wer ein Rennen bei Schnee oder Regen gesehen hat, weiß was es heißt in der Next-Gen angekommen zu sein.

Platz 4: Injustice (PS4)
Als eingefleischter Street Fighter Fan wollte ich den Platz eigentlich an Ultra Street Fighter IV vergeben. Allerding tritt die Serie so sehr auf der Stelle, dass ich mit Injustice tatsächlich etwas mehr Spaß hatte. Dabei bin ich nicht mal ein Comic Fan und kenne auch die meisten Charaktere gar nicht. Und trotzdem hat mich das Spiel sofort gekickt. Der gut gemachte Story Modus mit mehr Zwischensequenzen als Spielszenen, die brachialen Moves der Helden, die extrem bombastischen Stage-Übergänge bei den sich die Helden gerne bis in den Weltraum und durch ganze Planeten prügeln, all das spricht für Injustice.

Platz 5: Geometry Wars 3
Für mich der absolute Klassiker unter den Twinstick-Shootern. Der Erste Teil wurde noch von Bizarre Creations entwickelt und diente ursprünglich dazu den Controller, speziell die Analog Sticks, auf seine Funktionsfähigkeit zu testen. Auch in dem Xbox360 Launch-Spiel PGR konnte man Geometry Wars an einem Automaten zocken. Der zweite Teil sollte noch einen drauf setzen und erweiterte das simple Spielprinzip um verschiedene Modi und neue Gameplay-Elemente. Der jüngste Spross der Reihe hievt das Spiel nun in die dritte Dimension und bietet einen neuen Abenteuer-Modus, Endgegner sowie Upgrades. Geometry Wars 3 ist schnell, bunt, laut, süchtig machend und immer wieder eine Runde wert.

Enttäuschung 2014: Spiele unfertig auf den Markt bringen
Nehmen wir zum Beispiel DriveClub. Zum Release war das Spiel höchstens durchschnittlich, wenn überhaupt. Normalerweise werden Spiele unfertig auf den Markt geworfen, um zu einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlicht zu werden. Hauptsache Termine einhalten. DriveClub hingegen wurde ja bereits um ein Jahr verschoben. Ursprünglich war es als Launch Titel für die PlayStation 4 gedacht! Man mag es sich kaum ausmalen, in welchem Zustand das Spiel gewesen sein muss.

Diese Veröffentlichungspolitik seitens der Publisher wird leider immer öfter auf dem Rücken der Spieler ausgetragen, die für unfertige Produkte ihr Geld ausgeben. Patches werden es schon richten. Tolle Einstellung.

Als ich noch ein kleiner Junge war, der sich zu Weihnachten auf ein Super Nintendo-Modul gefreut hat, gab es noch kein Internet und keine Patches. Spiele wurden meist ohne gravierende Mängel veröffentlicht. Mittlerweile erscheint dies nahezu undenkbar. DriveClub steht sinnbildlich für alle Titel, die erst lange nach Release gereift sind. Diablo 3 wäre auch so ein Kandidat (Stichwort Auktionshaus, Loot). In erneuten Tests würden bei solchen Spielen wesentlich höhere Wertungen drin sein. Ich finde diese Entwicklung erschreckend. Nur was kann man dagegen tun? Die Zeiten haben sich halt geändert und die einzige Möglichkeit wäre mit dem Geldbeutel zu entscheiden und solche Spiele im Regal verrotten zu lassen. Nur leider verpasst man dann eventuell Spiele, die dank Updates doch noch gut werden...


R1kums Top Five 2014
Und noch ein Neuling schlägt beim Weihnachtsspezial sein Zelt auf: Max, oder vielleicht besser unter seinem Twitter-Namen R1kum bekannt, präsentiert uns eine bunte Mischung als Retro, Gameboy-Emulationen und Indie. Ein gelungener Mix, möchte ich meinen, auch wenn ich mir irgendwann nochmal erklären lassen muss, wie man das Spiel von Platz 1 fehlerfrei ausspricht :)

Platz 1: Kaeru no Tame ni Kane wa Naru (Gameboy-Emulator)
Kaeru no Tame ni Kane wa Naru ist im Grunde der geistige (und faktisch der technische) Vorläufer von The Legend of Zelda – Link's Awakaning. Ich las über dieses Spiel zufällig in der Zeitung Retro Gamer und beschloss, ihm einfach mal eine Chance zu geben. Falls ihr noch nichts von dem Spiel gehört habt ist das kaum verwunderlich, denn leider ist der Titel nur in Japan erschienen. Es gibt allerdings eine englische Fanübersetzung. Ich weiß nicht einmal, wieso mich dieses Spiel fasziniert hat. Die Geschichte ist vernachlässigbar. Die Rätsel sind viel zu einfach. Die Kämpfe laufen automatisch ab. Dennoch konnte mich das Spiel für 6 Stunden sehr gut unterhalten. Besonders hervorzuheben ist übrigens auch der gelungene Soundtrack. Das große Problem bei diesem Spiel ist allerdings, dass das Spiel in Deutschland eben nur über Umwege, sprich ROM, erhältlich ist.

Platz 2: Shadow Warrior Classic Redux (PC)
Shadow Warrior Classic Redux war mein erster richtiger Kontakt mit einem klassischen Shooter. Ich hatte zwar vor Jahren schon einmal Duke Nukem 3D gespielt, allerdings nur kurz und kam mit dem Spiel nicht wirklich klar. Auf klassische Shooter muss man sich als junger Mensch, der erst in den letzten Jahren mit Shootern angefangen hat, einlassen. Denn klassische Shooter sind zum Großteil vor allem Puzzlespiele. Shadow Warrior Classic Redux konnte mich vor allem aufgrund vom Leveldesign begeistern. Die ständige Suche nach Geheimnissen packte mich so sehr, dass ich sogar den teilweise rassistischen Humor ertragen konnte.

Platz 3: The Darkness 2 (PC)
The Darkness 2 war mehr oder weniger ein Zufallstreffer. Ich hatte mir das Humble Bundle eigentlich nur wegen Bioshock gekauft. Aus Langeweile gab ich The Darkness 2 eine Chance. Während ich Bioshock bis heute noch nicht durchgespielt habe, habe ich The Darnkess 2 mehrmals durchgespielt und lese mittlerweile auch die Comicserie. Eine tiefe und eindrucksvolle Geschichte wird mit einem sehr guten, wenn auch linearen, Shootergameplay verbunden. Die Welt bietet einfach extrem viele tolle Aspekte und fast alle haben es ins Spiel geschafft. Ich hoffe auf eine Fortsetzung, auch wenn ich mir keine zu großen Hoffnungen mache.

Platz 4: Saints Row 2 (PC)
Hach ja, Saints Row. Ich muss zugeben, dass ich wenige Spieleserien so sehr liebe. Sie ist so herrlich absurd, überdreht und trifft genau meinen Humor. Saints Row 2 ist im Vergleich zu seinen beiden Nachfolgern noch relativ bodenständig, was mir allerdings sehr gut gefallen hat. Vor allem gefallen haben mir allerdings die Aktivitäten. Es ist schade, dass es die Polizeimissionen oder das Destruction Derby nicht in die Nachfolger geschafft haben. Mit diesem Spiel hat sich aber für mich vor allem auch eins gezeigt: Volition gehört zu meinen Lieblingsentwicklern.

Platz 5: Lifeless Planet (PC)
Auch Lifeless Planet war eher ein Zufallstreffer. Als Teil eines Bundles, das ich mir wegen Leisure Suit Larry Reloaded gekauft hatte, wusste ich nicht viel über das Spiel und gab ihm einfach eine Chance. Glücklicherweise, denn das Spiel konnte mich mit seiner ruhigen Atmosphäre, der spannenden Geschichte und der schön gestalteten Level vollkommen überzeugen. Ich habe einen Draht zu dieser Art von Spielen und konnte Lifeless Planet super zur Entspannung nutzen. Ich verstehe wirklich nicht, wieso es von Videospielmagazinen, ich denke hier vor allem an GamersGlobal, so sehr abgestraft wurde. Es ist sicherlich kein Spiel für jeden, aber die Wertungen und Test suggerieren, dass es ein schlechtes Spiel sei. Das ist absolut nicht der Fall

Enttäuschung 2014: Das Spielelineup der neuen Konsolen
Ich würde ja gerne einen Grund haben, mir irgendwann eine PlayStation 4 oder eine Xbox One zu kaufen. Als PC-Spieler gibt es aber derzeit kaum Gründe. Das größte Problem ist das Spiele-Line-Up. Gefühlt war jede zweite Ankündigung in diesem Jahr eine Portierung eines alten Spiels, dass ich auf dem PC schon seit Jahren in 1080p und mit 60 FPS spielen kann. Wobei das im Grunde die zweite Misere ist: Es wurde in diesem Jahr kaum noch auf die Spiele geachtet, es ging ständig nur um Auflösung und Framerate. Natürlich ist 1080p und 60 FPS schön. Aber es ist eben nicht alles. Und wenn Zahlen über die Spiele gestellt werden, dann läuft doch etwas falsch. Und genau darum geht es bisher in der neuen Konsolengeneration. Nur um Zahlen, nicht um Spiele. Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Jahren ein wenig ändert. Der PC wird zwar immer attraktiver und sicher meine Hauptplattform bleiben, eine Konsole ist aber, vor allem zum gechillten spielen vom Bett aus, doch immer noch reizvoll.


Jürgens Top Five 2014

Der Graf war gestern, ab diesem Jahr ist es der Jürgen! :) Aber ansonsten bleibt alles gleich: Die hochwertigsten Brettspiel-Top-5, die der deutschsprachige Raum je gesehen hat. Und ja: Wir MACHEN den Podcast! Irgendwann zumindest Auf jeden Fall 2015 ;)

Platz 1: Die Burgen von Burgund (Stefan Feld)
Einen modernen Klassiker erkennt man an einem ganz einfachen Prinzip: Er kommt regelmäßig auf den Tisch, über Jahre hinweg, und verdrängt dabei selbst die Schwemme an Neuheiten. Die Burgen von Burgund ist für uns DER Klassiker schlechthin. Das Prinzip ist einfach: Plättchen um Plättchen bauen wir ein Fürstentum auf. Jedes Plättchen, das wir platzieren, löst dabei einen Bonuseffekt aus. Die Burgen von Burgund punktet durch einen wunderschönen Spielmechanismus, der auf Würfeln basiert und dennoch den Glücksanteil minimiert.

Was das Spiel für mich vor allem ausmacht, das ist sein durchwegs positives, belohnendes Spielgefühl: Alles, was man tut, ist irgendwie sinnvoll, es gibt keine Sackgassen und keine Frustration. Und nach jeder einzelnen Partie hat man das Gefühl: Nächstes Mal kann ich’s noch besser machen. Am besten jetzt gleich.


Platz 2: Revolver (Mark Chaplin)
Da sind sie wieder, die durchzockten Nächte, dieser altbekannte Satz „nur noch eine Partie“, der Stunde um Stunde wie ein Mantra wiederholt wird, bis es schon wieder viel zu spät geworden ist.

Revolver ist ein Kartenspiel, aber für ein Kartenspiel ist es fast schon Kino. Und zwar ein Spaghettiwestern. Der Bösewicht namens Colty und seine Bande an Outlaws räumen eine Bank aus und machen sich mit der Beute auf in Richtung Mexiko. Der Colonel McReady muss die Outlaws noch vor Erreichen der mexikanischen Grenze aufhalten und die zahlenmäßig überlegene Gangsterbande Mann für Mann erledigen. Das Spiel zieht sich durch fünf Stationen, von der Schießerei in der Bank über die Flucht durch den Canyon bis hin zum Showdown im entgleisenden Zug. Dabei wird garantiert kein markiger Spruch und kein Klischee ausgelassen. So lieben wir sie, die Spaghettiwestern.! Spielerisch lebt Revolver von der Entscheidung, ob man sein Pulver besser sofort verschießt oder seine Karten nicht doch lieber für spätere Situationen aufspart. Die Entscheidung fällt niemals leicht und das Spiel endet so gut wie immer auf Messers Schneide. So knapp, wie ein Showdown eben sein soll.

Ganz nebenbei: Welches andere Spiel hat denn schon so grandiose Kartennamen wie „Pilger, du machst immer denselben Fehler“, „Bruno, halt die Klappe und schau da vorne nach!“, „Holt das Seil, Jungs!“, „Ich werde dich töten, Ned, das verspreche ich dir“ oder auch „Danke für den Kaffee und die Eier, Ma’am“? Eben.


Platz 3: BattleLore 2nd Edition (Robert A. Kouba und Richard Borg)
Ja, ich war skeptisch. Eine Neuauflage des alten BattleLore, lohnt sich das? Kann man aus dem alten und vielfach kopierten Spielmechanismus noch etwas herausholen? Ja, man kann. Und wie.

BattleLore ist „Tabletop light“, ein leichtgängiges taktisches Miniaturenspiel mit flottem Spielverlauf: Wir stellen uns eine Fantasy-Armee zusammen, natürlich aus detailverliebt modellierten Rittern, Bogenschützen und Dämonen bestehend, und geben damit der gegnerischen Armee Saures. In seiner Neuauflage ist BattleLore unglaublich dynamisch geworden: Es geht nicht mehr einzig darum, dem Gegner einfach eins auf die Mütze zu geben; stattdessen taktieren wir nun um strategische Punkte auf dem Spielfeld und müssen unsere Züge an besondere Siegbedingungen anpassen. Diese neuen Siegbedingungen haben dem Spiel unglaublich gut getan. Darüber hinaus ist BattleLore modularer geworden, angefangen bei der Armeezusammenstellung bis hin zu einem modularen Szenariosystem, das zwei Teilszenarien miteinander kombiniert. Für mich die Überraschung des Jahres.


Platz 4: Concordia (Walther „Mac“ Gerdts)
Knapp schrammte Concordia an den höchsten Weihen der Spieleszene vorbei, der begehrten Auszeichnung „Kennerspiel des Jahres“. Für mich ist es trotzdem das gelungenste Spiel des Jahrgangs. Das Markenzeichen seines Autors Mac Gerdts ist das Aktionsrondell, wie man es z.B. aus Imperial oder Antike kennt. In Concordia übertrug er das Rondell hingegen auf einen Kreislauf an Aktionskarten und verbindet damit ein klassisches Wirtschaftsspiel mit einem Deckbau-Mechanismus.

In Concordia machen wir uns als Römer auf, ganz Europa zu besiedeln, und errichten ein Handelsimperium. Ganz wie in einem Deckbauspiel stellen wir uns nach und nach eine Kartenhand an Aktionskarten zusammen, die unsere Zugmöglichkeiten vorgeben. Wann wir die ausgespielten Karten zurück auf die Hand nehmen, dürfen wir selbst entscheiden, doch kostet es uns einen Zug. So stehen wir vor der Wahl, ob wir möglichst lange Kartenzyklen planen wollen oder doch lieber in kurzen Zyklen immer wieder dieselben Kartenkombinationen auf die Hand zurücknehmen, aber dafür mehr Züge „verlieren“.

Concordia ist einfach an allen Ecken rund: ein lückenlos toller, gut ausbalancierter Spielmechanismus und ein durchwegs positives Spielgefühl. Warum ist Concordia dann nicht auf meinem Platz 1? Ganz einfach, weil andere Spiele trotzdem häufiger auf den Tisch kamen.


Platz 5: Camel Up (Steffen Bogen)
Ein guter alter Gefährte hat die höchsten Weihen der Spieleszene empfangen: Die Kamele haben das Rennen gemacht, Camel Up gewann den Brettspiel-Oscar: die Auszeichnung „Spiel des Jahres 2014“.

Ein „guter alter Gefährte“ ist Camel Up deshalb, weil ich seit rund sechs Jahren die Entstehung des Spiels begleiten durfte: Meine Frau und ich haben nämlich das seltene Glück, uns zu den Spieletestern Steffen Bogens zählen zu dürfen. Aus dieser Entstehungszeit kann ich euch berichten, dass Camel Up von Anfang an etwas Besonderes war: Wie kaum ein anderer Prototyp war es stets ein Garant für eine ausgelassene Stimmung. Und genau diese Stimmung zeichnet auch das fertige Spiel aus. Es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich Camel Up in der Liste meiner persönlichen Spiele des Jahres begrüße: Camel Up steht hier stellvertretend für all die Kinder- und Familienspiele, die ich 2014 mit meinen beiden Töchtern spielen durfte. Etwas Schöneres gibt es für einen Spielepapa nicht.


Enttäuschung 2014
Den Schwarzen Peter muss ich mir in diesem Jahr selbst zuschieben: Die Enttäuschung des Jahres war für mich mein eigenes Unvermögen, einen Brettspiele-Podcast auf die Reihe zu bringen. Sothi hatte mich im Frühjahr gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm mal einen Beitrag zum Thema Brettspiele auf die Beine zu stellen. Aus einer Verkettung persönlicher Umstände meinerseits (Prüfung, Urlaubsreise, zeitraubende Projekte, dann ein Monat ohne Internet und zwischendurch viel, viel Murphys Gesetz) kam leider nie ein Aufnahmetermin zustande. Irgendwann hatte es sich dann trotz bester Absichten verlaufen und geriet in Vergessenheit. Asche auf mein Haupt, ich gelobe Besserung für 2015.

5 responses to "Weihnachtsspezial 2014: Teil 1"

  1. Kleiner Nachtrag zu meinem Artikel und Assetto Corsa im Speziellen:
    An dem Tag, als ich Sothi meinen Text zukommen lies, ging Assetto Corsa in den Release Status über. Leider habe ich davon erst später erfahren und dann auch nicht mehr dran gedacht, das ich es in meinem Text noch als early access Spiel bezeichnete.

    In diesem Fall geht es mir mit AC in etwa so, wie Sothi mit Elite. Irgendwie hatte ich mir mehr von einer Version 1.0 erhofft. Der Multiplayer hat sich z.B. gar nicht weiter entwickelt, ist nach wie vor im Beta-Status. Was doch etwas seltsam ist, bei einer Release-Version.

    Trotzdem möchte ich die Platzierung nicht ändern. Assetto Corsa ist für mich die aktuell multiplayer-spieletauglichste Rennsimulation. (jaja, da ist noch iRacing, aber für eine Rennsim mit Monatsabo fehlt mir die Zeit)
    Und außerdem wird von Kunos weiter fleißig an dem Spipel gewerkelt und auch weiterer Content eingeführt. Die nächsten Tage soll z.B. ein RUF als Porsche Ersatz nachgereicht werden und die Rennstrecke Circuit de Barcelona-Catalunya wurde gerade erst als final lasergescannt vermeldet.

    Gruß Andreas aka Druzil


    PS: Ach und beim Durchlesen sind mir ein paar seltsame Tippfehler in meinem Text aufgefallen. Dafür möchte ich mich entschuldigen.

  2. Schön zu lesen, dass ich vom Grafen zum Jürgen geadelt worden bin. So liest sich sozialer Aufstieg. ;-)

    Schöne Listen – immer wieder spannend zu lesen, was abseits der Hypes tatsächlich gespielt wurde und wirklich begeistern konnte.

    Viele Grüße und euch allen schöne Feiertage!
    Jürgen

  3. Assetto Corsa ist heute übrigens im Steam-Sale. War schon fast in Versuchung... :)

    @Jürgen: Ehre wem Ehre gebührt ;)

  4. Hi,

    Who can I speak regarding advertising today?

    Thanks,

  5. sophia@socialreality.com