Handlung:
Eine Woche nach den Ereignissen von Captain America: Civil War trauert Prinz T’Challa immer noch um seinen Vater T‘Chaka. Er ist gemeinsam mit General Okoye in Nigeria unterwegs, um seine ehemalige Geliebte Nakia von einer Undercover-Mission zurückzuholen. Anschließend fliegen die drei nach Wakanda, ein technisch hochentwickelter Staat im Herzen Afrikas, der mithilfe eines Tarnschildes vor fremden Augen verborgen bleibt. T’Challa wird von seiner Mutter Ramonda empfangen. Er ist der aktuelle Black Panther, Beschützer von Wakanda und hat durch ein Blütenserum übermenschliche Kräfte. Zudem schützt ihn ein Anzug aus Vibranium, ein sehr seltenes Metall, das in Wakanda abgebaut werden kann. In einer Krönungszeremonie stellt sich T’Challa einem weiteren potenziellen Thronfolger, M’Baku, Anführer des Stammes der Jabari, die einzigen Wakandaner, die weiterhin keine Technik nutzen. T’Challa besiegt M’Baku, verschont dessen Leben und wird neuer König von Wakanda. Seine Schwester Shuri stattet T’Challa mit den neuesten Technologien aus.
Eines Tages erscheint der südafrikanische Waffenschmuggler Ulysses Klaue, der seit Jahren Vibranium auf dem Schwarzmarkt verkauft, auf dem Radar der Wakandaner. T’Challa, Nakia und Okoye begeben sich daraufhin nach Südkorea, um Klaue zu stellen. Dort mischen sie sich in eine Mission des CIA unter der Leitung von Agent Everett Ross ein, zerstören in einem Kampf ein Casino und können nach einer langen Autoverfolgungsjagd Klaue und das Vibranium sicherstellen.
Bei der Befragung durch Agent Ross, der Wakanda für ein Entwicklungsland hält, offenbart Ulysses Klaue, dass Wakanda auch als die goldene Stadt El Dorado bezeichnet wird, da sie vor Jahrhunderten bereits durch den Einschlag eines kosmischen Kometen auf einer Vibranium-Mine ihr Reich aufgebaut haben. Vibranium ist nicht nur ein Metall, sondern dient auch als Energieträger, kann für medizinische Zwecke genutzt oder auch in Kleidung genäht werden. Bevor Agent Ross mehr über die Sachlage erfahren kann, befreit der Elite-Soldat Erik „Killmonger“ Stevens mit Waffengewalt Ulysses Klaue. Ross kann Nakia vor einem tödlichen Treffer retten, wird aber schwer an der Wirbelsäule verletzt. Die drei Wakandaner beschließen, Ross in Shuris Labor zu bringen und ihn dort mit den Vibranium-Technologien zu heilen.
Im Labor wartet W‘Kabi, der Ehemann von Okoye, auf T’Challa und macht ihm schwere Vorwürfe. Der Black Panther hat Klaue nicht fassen können, stattdessen ermöglicht er einem Amerikaner Zugang zu Wakanda. W’Kabi wünscht sich ein härteres Vorgehen gegen Wakandas Feinde. T’Challa ist außer sich und erinnert sich an einen Ring, den Killmonger bei der Befreiung trug. Dieser gehörte einst N’Jobu, dem Bruder seines Vaters. T’Challa befragt seinen Gefährten Zuri und erfährt somit, dass sein Vater in den 90er-Jahren in den USA seinen eigenen Bruder getötet hat, da dieser Vibranium an Ulysses Klaue verkauft hat. Er vertuschte allerdings die Tat und ließ den kleinen Sohn von N’Jobu in den USA zurück.
Da taucht an der Landesgrenze Erik „Killmonger“ mit der Leiche von Ulysses Klaue auf und wird von W’Kabi empfangen. Im Gegensatz zu T’Challa hat er den Feind besiegt und als Trophäe nach Wakanda gebracht. Zusätzlich offenbart Killmonger nun seine wahre Herkunft: Er ist N’Jadaka, Sohn von N’Jobu und somit ein legitimer Thronfolger. Dadurch hat er das Anrecht, T’Challa zu einem Kampf um die Thronfolge herauszufordern. Im Kampf gibt T’Challa alles, verliert jedoch das Duell gegen Killmonger, der sich beim Soldatentraining jahrelang auf diesen Kampf vorbereitet hat. Killmonger tötet Zuri, schleudert T’Challa einen Wasserfall hinunter und wird zum König gekrönt. Die Familie von T’Challa flieht gemeinsam mit Agent Ross sofort aus Wakanda und sucht Zuflucht bei den Jabari. Dort finden sie den komatösen Körper von T’Challa vor, der von den Jabari im Schnee gefunden wurde. Mithilfe des Blütenserums kann der Black Panther wiederbelebt werden und stellt sich erneut Killmonger.
Mittlerweile hat König Erik Killmonger seinen wahren Plan offenbart: Er möchte das Vibranium in die ganze Welt verschiffen und somit die komplette schwarze Bevölkerung bewaffnen, damit diese sich seiner Ansicht nach gegen das Unrecht auf der Welt durchsetzen können. Killmonger hat die Unterstützung der Soldatentruppe von W’Kabi, die weiblichen Generäle um Okoye setzen sich jedoch gegen die Pläne ihres Königs zur Wehr. Es kommt zum entscheidenden Kampf. Killmonger und T’Challa duellieren sich in ihren Black-Panther-Anzügen innerhalb der hochtechnisierten Vibranium-Mine, während die Soldatentruppe gegen die zahlenmäßig unterlegenen Generäle kämpft. Shuri kann Agent Ross Zugriff zu einem Flugzeug verschaffen, mit dem er sämtliche Transporter, die das Vibranium aus Wakanda heraus transportieren sollen, aufhalten kann. Als die Jabari den Generälen zu Hilfe kommen und T’Challa mithilfe der Strahlen innerhalb der Mine Killmonger bezwingen kann, endet die Schlacht. Killmonger liegt im Sterben und wünscht sich, ein einziges Mal noch den Sonnenaufgang von Wakanda zu sehen. T’Challa stützt ihn und begleitet ihn. Er bietet Killmonger Heilung an, doch dieser möchte lieber als freier Mann sterben.
Einige Zeit später landen T’Challa und Shuri in den USA und kaufen das Gebäude, in dem Killmonger aufgewachsen ist. Sie möchten dort ein Hilfszentrum etablieren, um Menschen in Not zu unterstützen. Außerdem bietet T’Challa der UN in einer Sitzung an, dass Wakanda sich nun auch wirtschaftlich in die Geschehnisse der Welt einmischt. Auf die Frage hin, was ein Entwicklungsland zur Weltwirtschaft beitragen kann, entgegnet der Black Panther ein müdes Lächeln.

Bezug zur Kontinuität:
Wakanda hat sich nicht nur einem Teil der Avengers sondern auch der Welt offenbart. Für die Zuschauer ist es nun ein fester Bestandteil des Film-Universums und wir werden schon bald eine neue Schlacht um Wakanda sehen. Agent Ross war bereits in Civil War gemeinsam mit T’Challa im Gespräch. Bucky Barnes hat seine Genesung nun hinter sich und ist wieder voll einsatzfähig. Shuri hat ihm bereits einen neuen Metallarm gebaut. Das Schild von Captain America ist aus Vibranium, der Körper von Ultron ebenfalls. Wir erfahren nun erstmal die Herkunft des seltenen Metalls und sehen, dass es dies in Hülle und Fülle in Wakanda gibt.

Wichtige Charaktere:
T’Challa/Black Panther, N’Jadaka/Erik „Killmonger“ Stevens, General Okoye, Shuri, Nakia, Agent Ross, Ulysses Klaue, Ramonda, Zuri, M’Baku, W‘Kabi

Fun Facts:
T’Challa gewinnt im Casino, lässt aber aus Zeitgründen seinen Gewinn liegen. Stan Lee nimmt die kompletten Chips an sich zur Aufbewahrung.
Regisseur Ryan Coogler hat bereits im Film „Creed“ mit dem Schauspieler Michael B. Jordan zusammengearbeitet. Der Comic Black Panther hatte eine große Bedeutung für die Bürgerrechtsbewegung. Das Duell zwischen T’Challa und Killmonger wurde von den Medien auch mit den beiden Charakteren Martin Luther King und Malcolm X verglichen.

Zitat:
„In Zeiten der Krise bauen die Weisen Brücken, während die Narren Mauern errichten.“ -T’Challa

Fazit:
Black Panther wirkt in der ersten Hälfte wie ein typischer Action-Film, entfaltet seine wahre Stärke aber spätestens in der zweiten Hälfte, sobald Erik Killmonger Wakanda betritt. Der hochentwickelte Staat dient hier als wunderbare Parabel. Er ist mitten in Afrika und doch verborgen, Wakanda mischt sich nicht in das Weltgeschehen ein, sondern bleibt isoliert und öffnet seine Tore auch nicht für Flüchtlinge. Die zentralen Fragen in der zweiten Hälfte des Films beschäftigten sich mit der Macht, die von den hochentwickelten Technologien ausgeht und ob diese dazu genutzt werden sollen, um Menschen zu helfen, oder auch um einzelne Bevölkerungsgruppen zu bewaffnen. In beiden Fällen kann die Welt verändert werden, T’Challa steht für die humanistische Methode, Killmonger für die radikale Methode. Mich hat es beim Zuschauen zunächst gestört, dass Ulysses Klaue nicht mehr Screentime hatte, da er als Bösewicht ebenfalls gut funktioniert. Außerdem bekommt Killmonger im ersten Teil des Films hingegen kaum Screentime. Der Konflikt der beiden Black Panther, die beide Thronfolger sein können, ist aber in der Nachbetrachtung deutlich bedeutsamer, als ein Konflikt mit einem eher austauschbaren Waffenschmuggler hätte sein können. Das Tempo ist wiederum in der zweiten Hälfte recht hoch und lässt die Ereignisse sich beinahe überschlagen. Somit kann ich zwar mittlerweile nachvollziehen, warum dieser Film so eine große Bedeutung hat, er schneidet viele Themen jedoch nur an und könnte sich noch mehr Tiefe zutrauen.
Im MCU wird Wakanda bald als Schauplatz einer weiteren Schlacht genutzt, in der leider die Tiefen der hier behandelten Themen kaum noch eine Rolle spielen. Unterm Strich kann dieser Film aber auch wundervoll als Einzelfilm funktionieren, was für einige andere MCU-Filme nicht gilt.




Nachdem ich nun eine lange Pause gemacht habe und Sothi und ich uns auch in zwei Podcasts über Phase 1 und Phase 2 unterhalten haben, möchte ich nun die restlichen Filme von Phase 3 des Marvel Cinematic Universe (MCU) noch hier behandeln, um das Projekt auch abzuschließen.

Es folgen in den nächsten Tagen (oder Wochen) daher noch Reviews zu diesen Filmen:

Black Panther (2018)
Avengers: Infinity War (2018)
Ant-Man and the Wasp (2018)
Captain Marvel (2019)
Avengers: Endgame (2019)
Spider-Man: Far from Home (2019)

Danach ist Phase 3 beendet. Phase 4 beginnt im Kino dann mit Black Widow. Ob ich Reviews zu den neuen Filmen schreiben werde, habe ich noch nicht entschieden.

Weihnachtsspezial 2019

Sothi | 23. Dezember 2019 | 00:01 | 0 Kommentare
Weihnachtsspezial 2019
Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern eben auch das Weihnachtsspezial auf die Erde nieder und beglückt euch mit satten Geschenken in Form von leidenschaftlich geschriebenen Artikeln aus der Feder befreundeter Twitter-, Podcast- und Blogautoren. Wobei sich das durchaus überschneidet: Wer hier regelmäßig mit liest, ist mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch Teil dieses Spezials.

Auch dieses Jahr lassen wir es ein wenig gemächlicher angehen und so haben wir uns diesmal dafür entschieden, den Podcast und den Nachschlag wegzulassen. Außerdem ist die Anzahl der Autoren in diesem Jahr deutlich kleiner. Grund: Ein größeren Aufwand hätte ich dieses Jahr nicht geschafft und besser weniger Autoren, als gar kein Weihnachtsspezial. Und diese Tradition aufgeben wollten wir einfach nicht.

Jedenfalls: Vielen lieben Dank an alle, die mitgemacht haben!

Um was geht es?

Die Autoren haben sich bereit erklärt, hier im Blog Resümee über den Computer- und Videospiele-Markt des in Kürze endenden Jahres zu ziehen und uns ihre persönlichen Top 5 Games für das Jahr 2019 zu verraten – natürlich nicht einfach nur als reine Aufzählung, sondern mit ausführlicher Erklärung zum Warum und Weshalb. Komplettiert wird jeder Beitrag mit jenem Titel, den jeder Verfasser als seine persönlich größte Enttäuschung 2019 ansieht.

Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass es wirklich darum geht, welche Spiele der jeweilige Autor im Jahr 2019 gespielt hat; das Release-Jahr des Games spielt hierbei keine Rolle
.
So und jetzt genug geschwafelt. Lasst die Spiele beginnen! Mit dabei sind: Flo, Patrick ("MajorPanno"), Ralf ("DarkVamp"), Kai ("Kawie") und meine Wenigkeit.


Ein Klick auf [Weiterlesen] bringt euch zum kompletten Artikel.


Weihnachtsspezial 2019

Mit Jubiläen habe ich es im Allgemeinen nicht so. Und doch, es gibt da das eine Datum, dieses eine Event, das ich Jahr für Jahr unheimlich gerne zelebriere. Ihr werdet es erraten haben, ich rede von unserem Weihnachtsspezial, das es fast so lange wie Sothis Spielwiese gibt.

Und pünktlich wie jedes Jahr bringen wir euch das Spezial direkt zum Fest der Liebe aufs Tablett -- klar, sonst wäre der Name Weihnachtsspezial auch irreführend. Und wir befinden uns im 11. Veröffentlichungsjahr -- eine für diese schnelllebige Branche gar nicht mal so schlechte Zahl und für mich immer wieder ein freudiges Ereignis: Denn auch wenn auf diesem Blog lang nicht mehr soviel läuft, wie vor einigen Jahren, so bleibt die Institution des Spezials doch unangetastet -- und das ist auch gut so!

Auch dieses Jahr lassen wir es ein wenig gemächlicher angehen und so haben wir uns diesmal dafür entschieden, den Podcast und den Nachschlag wegzulassen. Außerdem ist die Anzahl der Autoren in diesem Jahr deutlich kleiner. Grund: Ein größeren Aufwand hätte ich dieses Jahr nicht geschafft und besser weniger Autoren, als gar kein Weihnachtsspezial. Und diese Tradition aufgeben wollten wir einfach nicht.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein besinnliches Fest und viel Spaß mit dem anstehenden Weihnachtscontent hier auf Sothis Spielwiese.

Das große Weihnachtsspezial 2019: Was ist das?

Um was es genau geht: Alle Autoren verraten euch ihre persönlichen Top 5 Games für das Jahr 2019 – natürlich nicht einfach nur als reine Aufzählung, sondern mit ausführlicher Erklärung zum Warum und Weshalb. Komplettiert wird der Beitrag mit dem Titel, den jeder Autor als seine ganz persönliche Spiele-Enttäuschung 2019 ansieht.

Der Clou dabei: Hier geht es nicht darum, welche Spiele 2019 erschienen sind, denn solcherlei Aufstellungen gibt es bereits genug im Netz. Nein: Die Autoren verraten euch, was Ihnen 2019 am meisten Spaß gemacht hat – das kann ein uraltes Retrogame sein oder ein brandaktueller Blockbuster. Release-Datum egal!

Welche Autoren mit am Start sind, wird erst am Tag der Veröffentlichung verraten. Das ist so ähnlich wie beim Adventskalender mit den Türchen – wer weiß, wer sich darunter verbirgt?

Geplant ist der Start des Spezials am 23.12.

Und so heißt es auch 2019 wieder: Weihnachtsbaum, Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsgans – alles schön und gut, doch wenn die Lichter ausgehen und langsam Ruhe eingekehrt, schnappen wir uns unser Tablet, das Smartphone oder den Laptop, rufen Sothis Spielwiese auf und erfreuen uns am besten Spezial des Jahres.

In diesem Sinne,
Euer Sothi


Seit dem das Xiaomi MI 9 ein Update auf MIUI 11.0.2 und Android 10 erhalten hat, schaltet sich der Google Assistant (zumindest bei mir) penetrant in den Vordergrund und lässt sich nur mühsam wieder zurückdrängen.

Selbst wenn man den Assistant auf dem Smartphone deaktiviert, wird man permanent durch die Frage gestört, ob man denn den Google Assistant nicht wieder einschalten wolle.

Wie man diese App endgültig zum Schweigen bringt und das Smartphone damit wieder benutzbar macht, zeigt dieses Video.

Viel Spaß!

Buddy haut den Lukas!

Als Kind der 80er Jahre habe ich Bud Spencer und Terence Hill-Filme quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Ob nun Banana Joe, Sie nannten ihn Mücke, Zwei wie Pech und Schwefel, Linke und Rechte Hand des Teufels, Der Supercop – und wie sie alle heißen – ich liebe die Filme, ich liebe die Figuren und ich liebe die Musik.

An Bud Spencer & Terence Hill – Slaps and Beans hat mich zuerst verwundert, dass es sich hierbei tatsächlich um die erste Spieleversoftung der beiden Kultfiguren überhaupt zu handeln scheint – wer hätte das gedacht? Entwickelt wurde das Spiel von Trinity Team, die passenderweise Italiener sind, produziert und ins Leben gerufen allerdings von Buddy Productions, einer deutschen Firma, die zum Teil auch von Bud Spencers Nachkommen besetzt ist. Das Ganze ist also ein offizielles Produkt, von Spencer höchstpersönlich (und noch vor seinem Tod) abgesegnet. Finanziert wurde das Spiel via Kickstarter mit deutlich über 200 000 Euro. Das ermöglichte dann unter anderem auch die Lizenzierung von Teilen der Original-Musik.

Nun zum Spiel: Das Gameplay entspricht einem ganz normalen Sidescroller Beat em up / Brawler, wie man es gerne in den 80ern Jahren mit Golden Axe, Double Dragon, Final Fight und vielen anderen Vertretern seiner Zunft gespielt hat. Ebenso wie das Spiel eine Hommage an die beiden Hauptprotagonisten ist, so es auch eine an das Retro-Gaming jener Zeit, denn Slap and Beans ist in nahezu jedem Punkt in den 80ern hängen geblieben: Das betrifft das Gameplay, das tatsächlich aus nicht viel mehr als das Verdreschen von Dutzenden von Gegnern besteht, als auch die Minispielchen, die meist mittelprächtig umgesetzt sind. Und es betrifft die Optik, die in feinsten 16-Bit-Pixeln in Szene gesetzt wurden.

In mehreren Szenarien, die sich thematisch an den Filmen orientieren (Wilder Westen, Miami, Buggy-Rennen, Tropische Insel) prügeln wir uns also von links nach rechts durch unzählige Gegner-Horden und bezwingen den einen oder anderen Endboss. Gespielt werden kann dabei entweder Spencer oder Hill – wobei die jeweils andere Figur dann von der KI übernommen wird. Besser allerdings ist es, man hat einen zweiten Mitspieler zur Hand, dann macht das Verteilen der Schellen deutlich mehr Spaß. Aufgelockert wird das Spielgeschehen von einigen Story-Fetzen, dummen Sprüchen und Minigames. Letztere sind mehr oder weniger originell umgesetzt, spielerisch aber meist auf niedrigem Niveau.

Unterm Strich möchte ich das Spiel lieben. Ich mag die 16 Bit-Optik, die bis auf die etwas hakeligen Animationen echt hübsch ist. Ich mag die Musik, die bei mir Gänsehaut erzeugt. Und natürlich mag ich es, wenn Buddy den Lukas haut und mittels Dampframme und Schelle (inklusive der dazu passenden Geräuschkulisse) seine Gegner verdrischt. Doch es gibt halt auch eine Schattenseite der Medaille: Zum Beispiel das, was die Filme nämlich neben den beiden Figuren, der Musik und der Schlägerei ausgemacht hat -- die kultigen Sprüche. Die blinzeln zwar manchmal durch, aber der Großteil des Textes und der Dialoge ist so öde (und in Bezug auf Terence Hill auch übertrieben schwanzgesteuert), dass ich gerne und oft die Turbotaste drücke, um den Großteil der Gespräche schneller zu beenden.

Und da wäre natürlich das repetitive Gameplay: Das Spiel macht 30 Minuten Spaß. Vielleicht auch eine Stunde. Und dazwischen Minigames zweifelhafter Qualität. Und dann fragt man sich schon: Geht’s jetzt immer so weiter? Und damit komme ich zu meinem Eingangs erwähnten Retro-Style zurück: Diese Art Spiel hat schon vor über 30 Jahren schnell gelangweilt, nur waren die anderen Spiele eben genauso gestrickt und man kannte es nicht besser.

Fazit

So bleibt als Fazit, dass das Spiel von der Nostalgie zu seinen Protagonisten, der Musik, der SFX, der hübschen Optik lebt. Deshalb gibt’s von mir als Fanboy einen Daumen nach oben. Wer aber mit Vier Fäuste für ein Halleluja nichts anfangen kann, ist hier gänzlich falsch aufgehoben.


· Legends of Amberland - Teil 2 · Legends of Amberland - Teil 3

Legends of Amberland: The Forgotten Crown ist inspiriert von den Rollenspielen Anfang der 90er Jahre. Als Vorbilder nennt Entwickler Silver Lemur Games Spiele wie die Ishar-Reihe, Might and Magic (3-5), Eye of the Beholder, Dungeon Master und die Gold Box-Titel. Nicht jedoch Amberstar, was für mich vom Titel her die erste Assoziation war :)


Letztlich hat sich für mich allerdings nicht erschlossen, wo sich die Schnittmengen mit den alten SSI-CRPGs oder auch einem klassischen Echtzeit-Dungeon Crawler wie Beholder befinden sollen. Am Ehesten erinnert mich Legends of Amberland an Might and Magic -- und da insbesondere an den 3. Teil. 


Eine Prämisse des Entwicklers war, dass sich der Spieler möglichst auf die Kerndisziplinen des Genres konzentrieren soll -- und das sind im Wesentlichen Looten, Leveln, Erkunden. Zeitraubende Elemente wurden hingegen konsequent gestrichen. So erwarten uns beim Betreten von Städten keine endlosen Gänge mit Türen und verschwurbelten Gassen, sondern schlichte Texttafeln, die uns direkt zum Gasthaus, Heiler, Trainer oder Shop bringen. Wenige Mausklicks und zack, kann man die Stadt wieder verlassen. Auch in Sachen Attribute und Skills beschränkt sich das Spiel auf das Nötigste: Genug, um das Gefühl zu haben, sich in einem Rollenspiel zu finden, aber kein Vergleich zum Skill-Overflow, den uns die späteren Wizardrys um die Ohren haute. Anderes Beispiel: Das Ablaufen bereits bekannter Wege ist extrem minimiert, da man bereits sehr früh eine Möglichkeit bekommt, mittels Greifenreiter an jede bereits besuchte Stelle zu teleportieren.


Und so spielt sich das Spiel recht fluffig: Monster töten, Geld und Exps einsacken, bissel Looten und dann ab zum Trainer. Hört sich wie ein Diablo-Klon an, spielt sich aber tatsächlich am ehesten wie Might&Magic 3, 4, 5. Einzig, dass man nicht von Weitem bereits auf Gegner feuern kann (etwas, das MM3 damals eingeführt hatte), stieß mir etwas sauer auf -- denn immerhin kann man im Spiel einen Ranger mitnehmen, der für mich allein schon deshalb nur so halbnützlich ist. Die Bewegung ist übrigens Grid-Based, also schrittweise und mit 90°-Drehungen. Der Kampf ist rundenbasiert; die Reihenfolge, in der Monster und Gruppenmitglieder zulangen dürfen, hängt von einem internen Initiativwert ab. Spielt sich im Grunde wie Bards Tale, Wizardry und Co. auf Speed -- auch hier werdet ihr selten epische Kämpfe erleben, sondern eher mit Masse überschüttet.


Zum Klassen- und Rassensystem: Das ist nett gemacht. Es gibt vier Rassen (Mensch, Zwerg, Elf, Halb-Elf), einige vollwertige Klassen wie Heiler, Magier, Kämpfer, Ritter, Barden und daneben jede Menge Hybridklassen, teilweise sogar rassenabhängig, die meist einen Mix aus den Hauptklassen darstellen und oftmals noch gewisse Spezialfähigkeiten mitbringen. Das fühlt sich ausreichend komplex an und bleibt trotzdem überschaubar. Runde Sache.


Was das Spiel nicht zu bieten hat, sind interessante NPCs, gut designte Quests, spannende Geschichten oder herausfordernde Dungeon-Rätsel -- all das werdet ihr hier nicht finden und selten hat die Main-Story in einem CRPG so naive und flache Auswüchse hervorgebracht wie in diesem. Minimalismus in allen Ehren, aber was die NPCs hier so von sich geben und auch die ganze Dramaturgie um die Mainquest herum, ist für den Mülleimer. Apropos Minimalismus: Obwohl das Spiel und der Entwickler 16-Bit-Vorbilder zitiert, wird man direkt am Anfang eines Besseren belehrt. Alle Monster und Hindernisse in der Spielwelt sind als 8-Bit-Pixelhaufen designed und scheinen aus dem Minecraft-Lehrbuch zu entspringen. Das ist schade, denn ohne erkennbare Not wurde hier in meinen Augen ziemliches Potential verschenkt.

Fazit:

Ihr merkt es schon, ich bin mit dem Titel nicht rundherum glücklich. Aber andrerseits muss man schon festhalten, dass das Spiel aufgrund seiner fluffigen und minimalistischen Art durchaus dafür sorgt, dass man immer wieder gerne ins Amberland zurückkehrt. Hier ist wenig Einarbeitungszeit notwendig, wenn man mal ein paar Tage abstinent war. Hier geht alles schnell von der Hand. Hier ist die Welt eines älteren gestressten Arbeitsnehmers am Feierabend noch in Ordnung.


Und auch wenn man nun einwerfen mag, dass der Preis des Spiels für das Gebotene etwas zu hoch sei, so möchte ich entgegen werfen: Ich habe schon in so manchem 50 Euro Spiel weit weniger spaßige Zeit verbracht als in Amberland. Und so gibt's von mir den Daumen hoch und empfehle das Spiel jedem CRPGler alter Schule, der mit oben aufgeführten Mängeln leben kann.