Weihnachtsspezial 2021

Terminplan:

Mit Jubiläen habe ich es im Allgemeinen nicht so. Und doch, es gibt da das eine Datum, dieses eine Event, das ich Jahr für Jahr unheimlich gerne zelebriere. Ihr werdet es erraten haben, ich rede von dem traditionellen Weihnachtsspezial, das es fast so lange wie Sothis Spielwiese gibt.

Und pünktlich wie jedes Jahr bringen wir euch das Spezial direkt zum Fest der Liebe aufs Tablett -- klar, sonst wäre der Name Weihnachtsspezial auch irreführend. Und wir befinden uns im 13. Veröffentlichungsjahr -- eine für diese schnelllebige Branche gar nicht mal so schlechte Zahl und für mich immer wieder ein freudiges Ereignis: Denn auch wenn auf diesem Blog lang nicht mehr soviel läuft, wie vor einigen Jahren, so bleibt die Institution des Spezials doch unangetastet -- und das ist auch gut so! 

Auch dieses Jahr lassen wir es ein wenig gemächlicher angehen und so haben wir uns diesmal erneut dafür entschieden, die geschriebenen Artikel wegzulassen und das Ganze als groß angelegten Podcast zu präsentieren. Einzige Ausnahme: Meine eigenen Top 5 werde ich euch zusätzlich am 25.12. als kleinen Artikel präsentieren.

Der Weihnachtsspezial Podcast wird im Rahmen des Spielwiese Podcast (http://podcast.sothi.de) erscheinen. Aber natürlich wird es auch hier im Blog ein Posting dazu geben.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein besinnliches Fest und viel Spaß mit dem anstehenden Weihnachtscontent hier auf Sothis Spielwiese.

Das große Weihnachtsspezial 2021: Was ist das?

Um was es genau geht: Alle Autoren verraten euch ihre persönlichen Top 5 Games für das Jahr 2021 – natürlich nicht einfach nur als reine Aufzählung, sondern mit ausführlicher Erklärung zum Warum und Weshalb. Komplettiert wird das Ganze mit dem Titel, den jeder Autor als seine ganz persönliche Spiele-Enttäuschung 2021 ansieht.

Der Clou dabei: Hier geht es nicht darum, welche Spiele 2021 erschienen sind, denn solcherlei Aufzählungen gibt es bereits genug im Netz. Nein: Die Spielwiese Podcaster verraten euch, was Ihnen 2021 am meisten Spaß gemacht hat – das kann ein uraltes Retrogame sein oder ein brandaktueller Blockbuster. Release-Datum egal!

Mit dabei ist der komplette reguläre SWP-Staff: Kai (Kawie), Flo, Benni (Vampiro), Patrick (MajorTeacher) und natürlich der Alex (Sothi). Ihr sehr also, wir feuern für dieses Event aus allen Spielwiese Podcast-Rohren :)

Geplant ist die Veröffentlichung des Podcasts in zwei Hälften: am 23.12. (Teil 1) und am 24.12. (Teil 2).

Und so heißt es auch 2021 wieder: Weihnachtsbaum, Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsgans – alles schön und gut, doch wenn die Lichter ausgehen und langsam Ruhe eingekehrt, schnappen wir uns unser Tablet, das Smartphone oder den Laptop, rufen Sothis Spielwiese auf und erfreuen uns am besten Spezial des Jahres. 

In diesem Sinne,
Euer Sothi

Wir drehen uns im Kreis!

Loop Hero vereint Taktik-/Strategie-/Deckbuilding- und Rollenspielelemente, packt das Ganze in einen MS-DOS Pixellook und hängt uns die Rogue-Lite-Karotte vor die Nase. So weit, so bekannt, so unspektakulär. 

Es gibt aber Besonderheiten. Zum Einen: Vieles, was auf dem Bildschirm passiert, passiert vollautomatisch. Unser Held bewegt sich ohne unser Zutun ständig im Kreis, die Kämpfe werden weitgehend autark ausgefochten und unser Ausrüstungsbeutel füllt sich wie von magischer Hand -- Auto-Collect sei Dank. 

Zum Anderen können wir die Schwierigkeit und die Gegnerauswahl im Grunde selbst bestimmen: Durch die Platzierung von spezifischen Gebäuden, Einrichtungen und Landschaften tragen wir aktiv zur Auswahl und zur Menge der sich uns in den Weg stehenden Gegner bei. 

Das klingt erstmal wie Selbst-Geißelung (warum sollte man freiwillig Friedhöfe und Vampirschlösser platzieren, die uns das Leben schwer machen?), trägt aber zur besseren Ausrüstung und vor allem dem Aufbau eines beachtlichen Ressourcenstapels bei. Mit den Ressourcen wiederum bauen wir unser Basislager weiter aus und haben damit in der nächsten Expedition (buchstäblich!) bessere Karten, bis zum Ende des Kapitels zu kommen und den dazu passenden Boss niederzustrecken. Letzteres ist also der Rogue-Lite-Anteil von Loop Hero. 

Zum LOOP-Hero Let's Play

Die last, but not least-Besonderheit: Der namensgebende Loop, also das permanente im Kreis laufen.

Das klingt erstmal ziemlich dämlich und latent öde, entwickelt sich aber mit wachsender Spiel-/ bzw. Loop-Dauer zu einem spaßigen Run, bei dem es eigentlich darum geht, den richtigen Zeitpunkt für den Absprung zu schaffen. Denn nur wer sich eingesteht, dass er/sie eine weitere Runde möglicherweise nicht überlebt, kann die aktuelle Expedition mit all' den gesammelten Ressourcen verlassen. Wer den Absprung hingegen nicht oder zu spät schafft, also zu selbstsicher in die nächste Runde geht, verliert bis zu 70% der Aufbaumaterialien und hat den Run damit nahezu umsonst gemacht.

Fazit:

Das Spiel sieht wirklich hässlich aus und man fragt sich schon, warum man hier nicht einen schöneren Pixellook gewählt hat -- zumal die Optik auch noch Nachteile bringt, weil es in höheren Loops kaum noch möglich ist, in dem Gewusel unsere eigene, unscheinbare Spielfigur auszumachen. Aber sei's drum, Optik ist ja nicht alles. Dafür weiß die Chiptune-Musik sehr zu gefallen und auch in Sachen Handhabung und Interface gibt es nix zu meckern. 

Am Besten finde ich tatsächlich den sich schnell einstellenden Spielflow und die eingängigen Mechaniken: Hat man erstmal kapiert, was man machen muss, flutscht das Spiel richtig von der Hand. Außerdem reizt mich die Tiefe und Komplexität: Anfangs noch recht überschaubar, kann man dank Basis-Ausbau später auf weitere Klassen wechseln (zu Beginn ist man nur Krieger), die dann weitgehend andere Optionen eröffnen. Auch das Kombinieren der Karten (3x3 Felsen ergeben einen Berggipfel, Wiesen blühen auf, wenn man sie richtig legt, und und und) gibt dem Spiel eine gewisse Tiefe und es dauert schon eine Weile, bis man alle Kombinationen und Karten kapiert oder freigeschaltet hat. 

Das ist allerdings auch ein kleiner Nachteil von Loop Hero: Viel wird einem nämlich nicht erklärt. Das Tutorial deckt grade mal die Basics ab, aber sämtliche Wechselwirkungen muss man leider alleine herausfinden und das klappt nur durch Zufall und Ausprobieren. 

Insgesamt für schmale 15 Taler ein unscheinbarer, aber ziemlich süchtig machender Genremix mit ein paar Alleinstellungsmerkmalen, den ich jedem empfehlen möchte, der sich für die dargestellte Mechanik erwärmen kann und mit der Optik einigermaßen zurecht kommt.

Wertung: 10 / 12


Als verstoßener Königssohn sein Dasein in einer Gefängniszelle fristen – das kann weder der Anspruch des Prinzen, noch der des Spielers sein und dennoch: Wir beginnen das Spiel als genau dieser Königssohn in eben jener Gefängniszelle. Schlimmer noch: Ich (als Spieler) weiß noch nicht einmal, wie ich dort hinein gelangt bin. Der Prinz hingegen weiß es schon, wird mir die Geschichte aber erst im Laufe meines Abenteuers zuteil werden lassen – und zwar immer dann, wenn ich ein kleines Stückchen weiter komme.

Und während wir noch über die Ungerechtigkeit dieser Welt sinnieren, tut sich plötzlich ein Weg nach draußen auf: Die Gefängniszelle fällt nämlich einfach um und lässt uns nach draußen. Jackpot! Jackpot? Von wegen: Die Zelle ist ganz unten, also in den tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus, während der Ausgang ganz oben beheimatet ist. Das wäre an für sich nicht so schlimm  --- die paar Leitern hochklettern kriegen wir noch hin -- nur leider ist der Weg in die Freiheit von unendlich vielen Monstern gespickt, die uns halt nicht durchlassen, also zumindest nicht freiwillig. Und jetzt der Clou: wenn wir sterben, können wir keinen Spielstand laden, sondern müssen wieder ganz von vorne anfangen… 

Wem das Prinzip bekannt vorkommt, hat vielleicht vor 40 Jahren Rogue gespielt, oder irgendwas, was heute als so genanntes Rogue-Like durchgeht. Dabei ist das Ein-Mann-Entwicklungsteams namens Damian Schloter gar nicht sooo brutal zu Werke gegangen: Wer stirbt, beginnt zwar wieder in jener Zelle, darf aber trotzdem einen sehr deutlichen Fortschritt verzeichnen. Spiele solcher Art werden ja dann auch gerne unter dem Begriff Rogue LITE geführt, weil sie uns eine Karotte mit der Aufschrift "Progress" unter die Nase halten.

Im Detail sieht das so aus, dass wir für jede hinter uns gelassene Monsterleiche obligatorische Erfahrungspunkte einheimsen. Jedes dadurch gewonnene Level lässt uns drei Attribute (Stärke, Geschick, Intelligenz) mit je 4 Punkten/Levelaufstieg pimpen. Außerdem bekommen wir für jede zweite Stufe (oder so) die Möglichkeit, einen permanenten Punkt in eine Art Skillsystem zu investieren. Skills können zum Beispiel Schleichangriffe sein oder besondere Fähigkeiten im Umgang mit Zauberstäben. Eine komplette Übersicht aller Skills, die man in einem Run erhält, hat man nicht, weil diese bei den Levelaufstiegen zufällig vergeben werden oder durch Gegenstände hinzukommen. Ein permanenter Punkt auf einen dieser Skills bewirkt jedoch, dass wir den Skill(-level) nach unserem Ableben behalten – und das ist ein wesentlicher Vorteil. 

Auch von Vorteil: Selbst wenn wir sterben, behalten wir den Großteil der vergebenen Attributspunkte und verlieren „lediglich“ einen unserer Level, dafür geht allerdings die gesamte Ausrüstung hops. Aber selbst die kann man über eine Art Flaschenpostsystem an den nächsten Run weitergeben, wenn man vor seinem Ableben daran gedacht hat – man möchte hier also fast schon von einem Rogue Extra-Lite sprechen.

Rogue? Ausrüstung? Skills? Attributpunkte und Levelaufstiege? Ja, das alles klingt erstaunlich stark nach einem Rollenspiel und wer bei dem Erklimmen der Gefängnisebenen Assoziationen mit dem legendären Grimrock bekommen hat, liegt nicht völlig falsch. Falsch liegt man hingegen, wenn man von einem 90° tilebasierten Dungeon Crawler ausgeht – denn hier ist Geschwindigkeit angesagt: Grade wenn man einen Run mehrmals wiederholt, schnetzelt man sich mit einem Wahnsinnstempo durch die Gegnermassen der unteren Stufen und nutzt dabei Mechaniken eines weiteren Spiels – nämlich Dark Messiah of Might&Magic: Gegner können munter in bösartige Tiefen heruntergestoßen werden und sind dankbare Opfer für die überall verteilten Stachelfallen. Auch immer gern genutzt: Ein beherzter Schubser in eine offene Feuerstelle und unser Kontrahent kann im nächsten Fanta 4-Streifen als Human Torch sein Unwesen treiben. Wenn ich dieses Spiel also beschreiben müsste, würde ich sagen: Ein Mix aus Rogue, Dark Messiah und einem typischen Dungeon Crawler – nehmen wir einfach den besagten Grimrock her oder vielleicht das gehaltvollere Ultima Underworld, weil’s doch 360°-Drehungen mit Bitmap-Gegnern einführte – genau wie das hier vorliegende Slasher’s Keep!

Fazit:


Slasher’s Keep hat auf den ersten Blick nicht viel zu bieten: Die Optik kommt zwar im erfrischenden Cell-Shading-Look daher, mutet aber sonst eher skuril an, insbesondere sobald man bemerkt, dass die Gegner als 2D Bitmaps in der Spielwelt herumwandern (oder auch liegen), ganz so wie wir es noch aus guten alten Ultima Underworld-Zeiten gewohnt sind (oder wie bei Meridian 59, falls das irgendwer kennen sollte). 

Aber der Schein trügt: Ich hatte für schlappe 14 Euro ja schon lange keinen solchen Spaß mehr, denn das Spiel macht so verdammt viel richtig: Es lässt uns zwar ständig neu beginnen, aber motiviert ungemein durch den Fortschritt, den wir letztlich machen. Es wirkt irgendwie simpel, hat aber mit den ganzen Skills, den vielen Gegnertypen und den unzähligen Ausrüstungsgegenständen dann doch wieder Tiefe.

Hinzu kommen solche kleinen, aber feinen Mechanismen wie das Verschicken der Ausrüstung in den nächsten Run oder der sporadisch verteilte Händler – denn der ist einem klassischen Dungeon Crawler mitnichten eine Selbstverständlichkeit! Außerdem mag ich das Schmatzgeräusch, wenn sich unser Held Essen einwirft, um die Lebenspunkte zu regenerieren.

Wenn ich wirklich etwas zu bemängeln hätte, dann dieses: Die Leichen und auch alles, was man so zerstören kann (und das ist leider nicht viel), sind zwar mit einem Physikmodell versehen, aber das Ganze macht im besten Fall einen unfreiwillig komischen Eindruck, im schlechtesten Fall stört das Zeug einfach, weil man nicht gescheit darüber hinweg laufen kann und sich unsere Figur desöfteren irgendwie "verkantet". 

Wertung: 10 / 12

Weihnachtsspezial 2020

Terminplan:

Es ist Heilig Abend. Draußen rieselt leise der Schnee. Die Glöckchen klingelingelingen und irgendwo ist ein Ros' entsprungen. Und zu allem Glück wartet der zweite Podcast-Teil des Weihnachtsspezials auf euch. Wieviel besser kann der Tag wohl noch werden? :)

Auch in Teil 2 plaudern Kai (Kawie), Flo, Ralf (DarkVamp), Benni (Vampiro), Patrick (MajorPanno) und Alex (Sothi) emsig und ausufernd über ihre Plätze 2 bis 1. Außerdem geben Sie Ihre Enttäuschung 2020 zum Besten.

Wer den Podcast nicht bis zum Ende durch hören möchte, der möge sich folgende Liste (in Spoilertags) reinziehen. Alle anderen lauschen einfach unseren lieblichen Stimmen :)

Wir möchten diesen Podcast außerdem nutzen, um uns für die vielen Jahre der Treue und Zuneigung zu bedanken. Wir versprechen euch auch für 2021 sehr unregelmäßig und ganz sicher auch nicht hochprofessionell, aber dafür mit sehr viel Liebe und Herzblut Podcasts über alle mögliche Nerd-Themen zu produzieren -- eine ganze Spielwiese voller Spaß, sozusagen.

Wir wünschen euch ein ganz tolles und gesegnetes Weihnachtsfest 2020, einen guten Rutsch ins neue Jahr und bitte bleibt gesund!

Euer Sothi

>>> Zum Weihnachtspezial - Teil 2 (Spielwiese Podcast unter podcast.sothi.de)


Weihnachtsspezial 2020

Terminplan:


Und damit beginnen wir bereits angekündigt mit Teil 1 des wunderbaren Weihnachtsspezials 2020.

Kai (Kawie), Flo, Ralf (DarkVamp), Benni (Vampiro), Patrick (MajorPanno) und Alex (Sothi) plaudern emsig und ausufernd über ihre Plätze 5 bis 3.

Wer den Podcast nicht bis zum Ende durch hören möchte, der möge sich folgende Liste (in Spoilertags) reinziehen. Alle anderen lauschen einfach unseren lieblichen Stimmen :)

>>> Zum Weihnachtspezial - Teil 1 (Spielwiese Podcast unter podcast.sothi.de)


Ralf

3 Leisure Suit Larry: Wet Dreams Dry Twice

4 Haven

5 Far Cry 5


Flo

3 Among Us

4 Wreckfest

5 Star Wars: Squadrons


Kai

3 Factorio

4 Satisfactory

5 Ring Fit Adventure


Patrick

3 Last of Us 2

4 Herr der Ringe Online

5 Cyberpunk 2077


Alex

3 Overcooked

4 Lego / Klemmbausteine

5 Warcraft 3 Reforged


Vampiro

3 Rimworld

4 Paradox

5 Steel Division 2


In Teil 2 folgen dann die Platzierungen 2 bis 1, sowie die große Enttäuschung 2020. Doch jetzt erstmal viel Freude mit unserem ersten Teil.

Weihnachtsspezial 2020

Mit Jubiläen habe ich es im Allgemeinen nicht so. Und doch, es gibt da das eine Datum, dieses eine Event, das ich Jahr für Jahr unheimlich gerne zelebriere. Ihr werdet es erraten haben, ich rede von unserem Weihnachtsspezial, das es fast so lange wie Sothis Spielwiese gibt.

Und pünktlich wie jedes Jahr bringen wir euch das Spezial direkt zum Fest der Liebe aufs Tablett -- klar, sonst wäre der Name Weihnachtsspezial auch irreführend. Und wir befinden uns im 12. Veröffentlichungsjahr -- eine für diese schnelllebige Branche gar nicht mal so schlechte Zahl und für mich immer wieder ein freudiges Ereignis: Denn auch wenn auf diesem Blog lang nicht mehr soviel läuft, wie vor einigen Jahren, so bleibt die Institution des Spezials doch unangetastet -- und das ist auch gut so! 

Auch dieses Jahr lassen wir es ein wenig gemächlicher angehen und so haben wir uns diesmal dafür entschieden, die geschriebene Artikel wegzulassen und das Ganze als groß angelegten Podcast zu präsentieren. Grund: Ein größeren Aufwand hätte ich dieses Jahr nicht geschafft und besser ein Audio-Format, als gar kein Weihnachtsspezial. Und diese Tradition aufgeben wollten wir einfach nicht.

Der Weihnachtsspezial Podcast wird im Rahmen des Spielwiese Podcast (http://podcast.sothi.de) erscheinen. Aber natürlich wird es auch hier im Blog einen Artikel dazu geben.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein besinnliches Fest und viel Spaß mit dem anstehenden Weihnachtscontent hier auf Sothis Spielwiese.

Das große Weihnachtsspezial 2020: Was ist das?

Um was es genau geht: Alle Autoren verraten euch ihre persönlichen Top 5 Games für das Jahr 2020 – natürlich nicht einfach nur als reine Aufzählung, sondern mit ausführlicher Erklärung zum Warum und Weshalb. Komplettiert wird das Ganze mit dem Titel, den jeder Autor als seine ganz persönliche Spiele-Enttäuschung 2020 ansieht.

Der Clou dabei: Hier geht es nicht darum, welche Spiele 2020 erschienen sind, denn solcherlei Aufzählungen gibt es bereits genug im Netz. Nein: Die Spielwiese Podcaster verraten euch, was Ihnen 2020 am meisten Spaß gemacht hat – das kann ein uraltes Retrogame sein oder ein brandaktueller Blockbuster. Release-Datum egal!

Mit dabei ist der komplette reguläre SWP-Staff: Kai (Kawie), Flo, Ralf (DarkVamp), Benni (Vampiro), Patrick (MajorTeacher) und natürlich der Alex (Sothi). Ihr sehr also, wir feuern für dieses Event aus allen Spielwiese Podcast-Rohren :)

Geplant ist die Veröffentlichung des Podcasts in zwei Hälften: am 23.12. (Teil 1) und am 24.12. (Teil 2).

Und so heißt es auch 2020 wieder: Weihnachtsbaum, Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsgans – alles schön und gut, doch wenn die Lichter ausgehen und langsam Ruhe eingekehrt, schnappen wir uns unser Tablet, das Smartphone oder den Laptop, rufen Sothis Spielwiese auf und erfreuen uns am besten Spezial des Jahres. 

In diesem Sinne,
Euer Sothi


Leisure Suit Larry: Wet Dreams Dry Twice
Leisure Suit Larry: Wet Dreams Dry Twice

Developer: CrazyBunch Studios
Publisher: Assemble Entertainment
Genre: Adventure
Review von: @Darkvamp76
Einige von euch erinnern sich bestimmt noch ein mein Review vor zwei Jahren des ersten Teils der neuen Larry Reihe? Der deutsche Entwickler Crazy Bunch aus dem schönen Hamburg lieferte eine wundervoll umgesetzte Neuinterpretation des legendären Leisure Suit Larry aus den 80er Jahren.

Leisure Suit Larry: Wet Dreams Dry TwiceIch hatte das Spiel damals sehr gelobt, weil es viele neue Ideen in die Serie brachte ohne den Spirit von LARRY dabei zu vernachlässigen. Umso erfreulicher fand ich, dass Teil 1 wohl erfolgreich genug am Markt angekommen ist, um es dem Studio zu ermöglichen an einem zweiten Teil zu arbeiten.

Nachdem Larry in Teil 1 mehr oder weniger erfolgreich seiner großen Liebe Faith nachgestellt hatte, landet er nun in Teil 2 in einem Insel-Archipel der Südsee. Sämtliche Gemeinsamkeiten mit alten Lucasarts Titeln sind hier natürlich ausdrücklich gewollt und sehr schön ins Spiel integriert.

Beispielsweise wird die erste Insel von einer Gouverneurin "regiert", welche zufällig auch noch Marley heißt. Leckere Drinks gibt's in der (S)cumm Bar und ein paar Schauplätze sind liebevoll aus alten Larry-Teilen übernommen worden. 

Leisure Suit Larry: Wet Dreams Dry Twice



Als Kind der 80er (ich war damals Teenager) bekommt man hierbei einen Lachflash nach dem anderen. Der tolle SIRI-Verschnitt namens Pi ist natürlich wieder dabei und mir persönlich richtig ans Herz gewachsen. Ich mochte die weibliche deutsche Sprecherstimme von Pi sehr und diese hätte man nicht besser besetzen können. Viele Kritikpunkte am Benutzerinterface des ersten Teiles wurden nun behoben und man kommt z.B. per Scrollrad der Maus sofort ins Inventory ohne erst das entsprechende Icon auf seinem Pi-Phone klicken zu müssen. Ebenfalls wurde nun eine Art Tagebuch ins Spiel integriert wodurch man ständig wunderbar den Überblick behält.

Ohne etwas vorweg nehmen zu wollen kann man als Nerd-Spieler von Larry am Ende locker 10% auf die Wertung draufschlagen, denn so bekommt man wirklich alle Anspielungen mit und man muss sich nach einigen Stunden im Spiel erstmal die Schmunzelfalten aus dem Gesicht bügeln. Aber nun zurück zum eigentlichen Spiel. Man ist immer noch auf der Suche nach der verschollenen großen Liebe "Faith" von Larry, welche nach den Ereignissen aus Teil 1 unauffindbar ist. Zusammen mit seiner elektronischen Assistentin Pi machen wir uns also auf die Suche. Das Spiel beginnt exakt auf der gleichen Insel wo Teil 1 endete und die ersten 30-60 Minuten sind als Tutorial zu verstehen.

Sobald man dann im besagten Inselarchipel angekommen ist bekommt man im späteren Verlauf des Spiels immer mehr Freiheiten und kann zwischen vielen verschiedenen Schauplätzen (Insel) verreisen. Nach den ersten paar Spielstunden hatte ich kurz Panik, dass es möglicherweise zu wenig Abwechslung geben könnte, was sich aber dann später nicht bewahrheitet hat.

Die Rätsel sind meistens nachvollziehbar, wenn auch nicht immer wirklich logisch. Auch ich habe mich ab und an dabei ertappt einfach die verschiedenen Kombinationen durchzuprobieren. Es sind aber eher Ausnahmen und ich finde die Rätsel insgesamt sehr gelungen. Einige der Charakter aus Teil 1 sind wieder mit von der Partie und man freut sich diese wieder "missbrauchen" zu können, um seinen eigenen Zielen näher zu kommen. Ich finde auch diesmal, dass Larry einfach großartig in die Gegenwart portiert wurde. Man trifft hier Umweltaktivistinnen oder auch Travel-Bloggerinnen, welche ihre Bilder auf Instracrap veröffentlichen und das Hotel kämpft mit schlechten Wertungen auf Gulp. Ich würde hier gerne alle tollen Anspielungen im Game nennen aber 1. hätte ich sie mir dafür aufschreiben müssen und 2. sollt ihr euch das Game kaufen und selber spielen.

Ein tolles Beispiel war aber als unsere Pi auf dem PiPhone im späteren Verlauf Software-Probleme hat und nach einem Reset ruft "Hilfe Softwarefehler! => 64738". Kinder der 80er wissen sofort, dass man mit dem "SYS 64738" den alten Commodore 64 software-resetten konnte ;) Ihr könnt euch nicht vorstellen, welchen Spaß ich bei den ganzen Anspielungen hatte. Außerdem bekommt man am Ende des Spiels die Möglichkeit „Benzin für Kettensägen“ im Darknet zu kaufen ;)

Der Umfang des Spiels wurde (subjektiv) stark erweitert zum ersten Teil und ich war deutlich mehr als 15 Stunden mit dem Spiel beschäftigt.

Technisch gibt es nichts zu meckern und es ist ein schöner popiger Comiclook in hoher Auflösung. Gefreut hätte ich mich persönlich über UltraWideScreen-Support, aber dies ist bei gezeichneten 2D
Grafiken natürlich kaum machbar und mit mehr Aufwand verbunden. Und da (Zitat aus dem Spiel) jedes "Asset" Geld kostet, musste vermutlich hier gespart werden.

Fazit:

Beim Spielen war ich sehr oft hin und her gerissen, ob die Entwickler es nun übertreiben oder ich sie dafür einfach nur Liebe immer wieder Anspielungen auf alte Adventure-Klassiker ins Spiel integriert zu haben. Ich war mir einfach nicht sicher, ob es zu viel des Guten ist und damit zu wenig eigene Kreativität ins Spiel geflossen ist. Am Ende bin ich aber eindeutig zum Entschluss gekommen, dass es sich beim neuen Larry um eine wundervolle Fortsetzung handelt und ich beim Durchspielen unglaublich viel Freude hatte. Jedes Kind der 80er oder 90er Jahre, der entweder Lucasarts oder SIERRA Online-Spiele vergötterte kann blind zugreifen. Alle anderen mit Spaß an billigen sexistischen Sprüchen und einem extrem sympathischen Helden ebenfalls.

Dem Entwickler Crazy Bunch in Hamburg würde ich nach zwei so tollen Spielen nun wirklich ein eigenes Spiel mit komplett eigene Charakteren ans ans Herz legen. Sie haben nun mehr als bewiesen, dass sie es drauf haben und ich würde mich über was komplett neues aus dem Hause extrem freuen.


Wertung: 10/12