Letzte Woche berichtete ich bereits darüber, dass es in Kürze eine deutschsprachige Version zu Tales of Monkey Island geben wird und siehe da, schon trifft der erste Trailer ein. Und der macht zumindest eines klar: Die Voice-Lokalisierung scheint sehr gut gelungen zu sein. Doch hört selbst rein.

Ich möchte einmal folgende Anekdote aus meiner Jugend los werden: Es gab mal eine Sendung, die nannte sich Peters Popshow – war so etwas wie die frühzeitliche Form von The Dome. Dort trat ‘89 unter anderem Depeche Mode auf. Der Name und die Musik sagte mir vorher gar nichts, aber den Personal Jesus-Auftritt fand ich damals so geil, dass ich mich seither als Depeche Mode-Anbeter sehe.

Nun gaben Depeche Mode in jener Sendung zwei Songs aus dem legendären Violator-Album zum Besten: Eben jenes Personal Jesus und dann noch einen Song namens Enjoy the Silence, den ich in meinem jugendlichen Leichtsinn absolut öde fand.

Heute, Jahrzehnte später, oute ich mich: Ich liebe Enjoy the Silence. Einer der besten Songs ever. Die größte Meisterleistung, die Martin Gore je komponierte. Das großartigste Lied, dem Dave Gahan je seine Stimme lieh. Ich könnte den Song noch hunderte Male hören und würde immer noch Gänsehaut bekommen.

Nachdem ich heute eine 8-Bit-Version von Enjoy the Silence bei Hoodoohaufen auf 8-Bit gefunden haben, nahm ich das mal zum Anlass für diesen Artikel. Hört sich echt nicht schlecht an, aber ausnahmsweise muss ich mal sagen, dass mir die Chiptune-Version nicht ansatzweise so gut gefällt wie das Original :)

Everquest Tagebuch

Langsam werde ich ja richtig serientreu: Mein Everquest-Tagebuch befindet sich nun schon in der dritten Woche und noch immer kämpft sich mein armer geschundener Mönch durch die verwinkelten Gänge einer brandgefährlichen Gnollhöhle. Doch langsam zeichnet sich ab, dass ein Leben aus Tritten, Handkantenschläge und Erde fressen nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann.

Prolog

Früher, in sehr grauer Vorzeit (Leser meiner Mainseite wissen, dass ich Everquest bereits 1999 zum ersten Mal betrat), war das Geschäft mit dem Mob noch um einiges schwieriger und nervenaufreibender. Aber auch deutlich spannender: Selten konnte mich ein Spiel zu solchen Wutausbrüchen treiben wie dieses, kaum ein anderes Spiel erzeugte aber auch derartige Glücksmomente.

Bei Everquest lagen Freud’ und Leid’ also schon immer eng beinander und all dies verarbeitete ich Beizeiten in einem Tagebuch, das ich im Zuge meiner Account-Reaktivierung in mehreren Teilen präsentieren möchte.

Anzumerken wäre vor der folgenden Lektüre noch, dass es zwischen dem Everquest von damals und jenem, das den Spielern heute zur Verfügung steht, doch deutliche Unterschiede gibt. Das gilt zwar nicht für die Begrifflichkeiten, aber wer in den EQ-Anfangstagen durch Norrath zog, konnte mit Wörtern wie Train, Pullen, Maintank, Damage Dealer, Nuken und all dem Zeug wenig anfangen. Der Grund: Viele Begriffe gab es vorher in keinem anderem Rollenspiel und erlebten in Everquest ihre Geburtsstunde.

Doch nun lasset das Tagebuch beginnen, das uns zurück in jene Zeit um den April 1999 führt.

Civilization V

Fortsetzungen sehr bekannter Spieleserien umgibt meist ein Hauch von Fluch: Entwickelt sich das Spiel nicht entscheidend weiter, stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit der Produktion. Wird das Spielsystem zu stark renoviert, fühlen sich Altveteranen vergrault. Und so tastet sich auch die Civilization-Reihe seit jeher vorsichtig an neue Spielgefilde heran, fügt hier und da neue Spielelemente hinzu und beschränkt sich vornehmlich darauf, die Grafikengine aufzuwerten.

Auf zu neuen Ufern

Doch mit dieser Methodik, die zuletzt mit Civilization 4 perfektioniert wurde, brechen die Entwickler für Teil 5 -- und das lässt sich am stärksten am neuen Kampfsystem festmachen. Vorbei die Zeiten, in denen Einheiten im Dutzend übereinander gestapelt wurden und epische Schlachten um einzelne Städte entbrannten. In die Hexfelder, die die Spielwelt neuerdings überziehen, passt nur noch eine einzige Einheit und selbst Großmetropolen bekommen maximal einen Verteidiger zur Seite gestellt, dürfen dafür allerdings von Anfang an mit Langstreckenwaffen gegen Invasoren vorgehen. Dies hat zur Folge, das Angriffe gegen Städte, sei es durch KI-gesteuerte Barbaren und andere Völker in der Anfangsphase kaum noch gelingen. Insgesamt bewirkt das System, dass einzelne Einheiten an Wert gewinnen – auch deshalb, weil der Unterhalt für jeden gebauten Kampfverband kräftig am Staatssäckel zehrt.

Vereinfachung des Spielsystems

Abgesehen vom Kampfsystem, das insgesamt komplexer als üblich ist und die besten Tugenden (Auflevelsystem!) des Vorgängers übernommen hat, macht Civilization 5 einen simplifizierten Eindruck. Fast wirkt es so, als hätte Firaxis gefallen am Konsolenableger Civilization Revolution gefunden, denn viele Spielmechanismen, die noch durch Civilization 4 und dessen Erweiterungen eingeführt wurden (Religion, Spionagesystem, Aktiengesellschaften), fielen dem Rotstift zum Opfer. Auch das Interface wurde entschlackt, was Anfängern sicherlich zugutekommt, da das Spielsystem übersichtlicher wird: Die Eroberung einer Stadt bringt der gesamten Bevölkerung einen Glücklichskeitsmalus ein, der Bau eines entsprechenden Gebäudes hebt diesen wieder auf. Ursache und Wirkung werden in Civilization 5 auf möglichst einfacher Ebene gehalten.

Civilization V

KI und Diplomatie – Altlasten 5.0

Seit 1999, dem Jahr, in dem der Civ-Ableger Alpha Centauri aus der Taufe gehoben wurde, wünschen sich Fans ein ähnlich gutes und nachvollziehbares Diplomatiesystem für die Civilization-Reihe. Leider zieht sich dieser Makel von Teil zu Teil, ohne dass die Entwickler es jemals geschafft hätten, dies zufriedenstellend umzusetzen. Die Hoffnungen, die in dieser Beziehung auf Civ 5 ruhten, können getrost als gescheitert bezeichnet werden. Die Möglichkeiten, die sich dem Spieler im neuesten Teil bieten, sind nicht etwa vielzähliger, sondern sogar noch gestutzt worden: Konnten früher etwa einzelne Technologien untereinander getauscht werden, so ist dieses jetzt nur noch über das sehr passive Forschungsabkommen möglich. Auch sind die Entscheidungen der KI nicht nachvollziehbarer als früher: Selbst der freundlichst gesinnte Staat erklärt uns mit großer Sicherheit den Krieg, wenn wir unsere Städte zu nah an dessen Grenzen bauen. Darüber hinaus scheinen spielrelevante Schmakazien wie die kulturelle Eroberung angrenzender Städte zusammengestrichen worden sein. In unserem Test funktionierte dies nur noch über einen Großen Künstler – schade.

Globale Strategie mit Questsystem

Den Zeichen der Zeit folgend entschied sich Firaxis dafür, auch dem neuesten Civilization eine Art Questsystem zu spendieren. Dies wurde über die so genannten Stadtstaaten umgesetzt, die zahlreich über die gesamte Spielwelt verstreut sind. Stadtstaaten sind autarke KI-Städte, die niemals auf Expansionskurs gehen, aber deren Loyalität man gewinnen kann. Hierfür gibt eine Reihe Tasks, die sehr simpel gehalten und in den allermeisten Fällen darauf hinaus laufen, generische Stadtstaaten zu vernichten oder nahe gelegenen Barbarendörfer dem Erdboden gleich zu machen. Ist man erst einmal mit einer solchen Stadt verbündet, winken einige Boni -- so darf sich der Spieler etwa von Zeit zu Zeit über eine aktuelle Einheit freuen oder an besonderen Ressourcen partizipieren. Insgesamt spielt dieses Feature aber keine tragende Rolle.

Moderne Zeiten

Technisch macht die Civilization-Reihe einen großen Schritt nach vorne. Zwar kann nicht mehr so außergewöhnlich weit herausgezoomt werden, wie es noch im Vorgänger der Fall war, aber insgesamt ist Civilization 5 der erste Teil der Serie, der wirklich als schön bezeichnet werden kann. Das gilt schon für die Darstellung der Spielkarte und für die Einheitenanimationen, aber insbesondere und vor allem für die Präsentation des KI-Anführers, sobald mit diesem in diplomatischen Kontakt getreten wird. Atmosphärisch klasse sind hierbei nicht nur die wunderbaren animierten Hintergründe, sondern auch die Idee, den Anführer des Gegners in seiner landeseigenen Sprache parlieren zu lassen. Weniger imposant ist hingegen die staubtrockene Präsentation der Weltwunder -- Fans des zweiten Civilization werden die Filmchen noch immer vermissen.

Civilization V

Performancetechnisch macht sich die Grafikpracht bemerkbar: Wer ein gutes Mittelklasse-System besitzt (hier ein C2D E8400 mit GTX 260 und 4 GB Ram) wird sich im Verlauf des Spiels über nervige Pausen bei der Rundenberechnung ärgern.

Fazit: Kein Wohlfühl-Civ, aber trotzdem gut

Es ist kein rational begründetes Gefühl, aber der fünfte Teil macht, obwohl er zu 99% ein echtes Civilization ist, in manchen Teilen den Eindruck eines Civilization Lite, eines Civilization Revolution-Ablegers, der hier und da auf Komplexität getrimmt wurde. Fühlten sich Käufer des Vorgängers noch wie die Besitzer eines Rund-um-Wohlfühl-Pakets, das vom (grandiosen) Hauptmenü bis zum Spielende glücklich machte, muss sich Civilization 5 seine Freundschaft insbesondere bei Veteranen der Serie erst einmal hart erarbeiten. Das mag auch an dem etwas gestutzt wirkenden Interface liegen, das nur noch die wichtigsten Informationen präsentieren soll. Einerseits löblich, andrerseits leicht konsolenartig und damit befremdlich.

Dabei macht das Spiel gar nicht viel falsch: Grafisch ist es eine Augenweide, die Diplomatie-Kiste ist auch nicht schlechter als das schon seit jeher durchwachsene System der Vorgänger, die Stadtstaaten-Implementierung ist eine ganz nette Idee und das neue Kampfsystem ist klar besser als bei jedem anderen Civ-Teil.

Trotzdem: Aufgrund der Tatsache, dass Firaxis an der einen oder anderen Stellschraube gedreht hat, fühlt sich das Spiel bisweilen nicht mehr "richtig" an. Dazu kommt noch eine Kampf-KI, die einen schwächeren Eindruck macht, als das noch beim Vorgänger der Fall war: Noch nie war es so einfach, Civ auf höheren Schwierigkeitsgraden zu gewinnen.

Unterm Strich bleibt allerdings der Spielspaß und dieser ist auch hier auf gewohnt hohem Niveau. Die dreißig Stunden, die mich das Spiel bislang beschäftigt hat, sind dermaßen flott vergangen, dass sich selbst jetzt noch der Eindruck verfestigt hat, den Titel kaum gespielt zu haben. Diese Art von Zeitgefühl vermittelt nur ein Spitzentitel und dieses Prädikat werde ich Civilization 5 mit Sicherheit nicht absprechen. Nur ob die Fans in 10 Jahren noch wohlwollend über das Spiel sprechen werden oder ob das Game bis dahin zu den eher schlechteren Civ-Titeln gezählt wird, wage ich bereits jetzt schon vorauszusehen. Zeigen wird's die Zukunft – für das jetzt und heute spreche ich meine klare Empfehlung aus.

Wertung: 10/12

everquest

Wer seit letzter Woche auf eine Fortsetzung meines Everquest-Tagebuchs hofft, bekommt heute wieder die volle Packung geliefert, denn es ist wieder Everquest-Mittwoch und all die kleinen Abenteuer aus dem Jahre ‘99 wollen doch unbedingt erzählt werden.

Früher, in sehr grauer Vorzeit (Leser meiner Mainseite wissen, dass ich Everquest bereits 1999 zum ersten Mal betrat), war das Geschäft mit dem Mob noch um einiges schwieriger und nervenaufreibender. Aber auch deutlich spannender: Selten konnte mich ein Spiel zu solchen Wutausbrüchen treiben wie dieses, kaum ein anderes Spiel erzeugte aber auch derartige Glücksmomente.

Bei Everquest lagen Freud’ und Leid’ also schon immer eng beinander und all dies verarbeitete ich Beizeiten in einem Tagebuch, das ich im Zuge meiner Account-Reaktivierung in mehreren Teilen präsentieren möchte.

Anzumerken wäre vor der folgenden Lektüre noch, dass es zwischen dem Everquest von damals und jenem, das den Spielern heute zur Verfügung steht, doch deutliche Unterschiede gibt. So ist das Chatsystem mittlerweile komplett umgebaut; es gibt nun einige allgemeine Komfortfunktionen wie grafische Friendslisten (früher war das alles rein textuell), Zonenübergänge sind heute kein Problem mehr und Chaträume können sogar serverübergreifend gestaltet werden. Dass das Interface mittlerweile Automap und Kompass spendiert bekommen hat, veranschaulicht gut, welchen Weg das Spiel genommen hat (im Großen und Ganzen einen guten, wie ich persönlich finde).

Doch nun lasset das Tagebuch beginnen, das uns zurück in jene Zeit um den April 1999 führt.

Mal ein Leckerbissen für alle Adventure- und Retrofans, die die Tales of Monkey Island (die Monkey Island-Wiedererweckung der Sam&Max-Entwickler Telltale) verpasst haben: Daedalic (The Whispered World, A New Beginning) bringt diese in Kürze in einer komplett lokalisierten Fassung mit allen fünf Episoden auf den Markt. Laut Pressemitteilung soll es am 09. November soweit sein.

Daedalic Entertainment veröffentlicht Tales of Monkey Island™, die Fortsetzung der legendären Monkey Island Adventure-Reihe von Telltale und LucasArts, erstmals komplett lokalisiert mit deutscher Sprachausgabe. Die deutsche Version wurde jetzt fertiggestellt, damit steht der Veröffentlichung am 9. November nichts mehr im Weg.
Als besonderen Leckerbissen für Sammler und langjährige Fans veröffentlicht Daedalic eine Version des Spiels im größeren Eurobox-Format der guten, alten Zeit.

Da bin ich doch mal besonders auf die Schachtel gespannt – wird sich sicher im Regal so manch’ eines altgedienten Sammlers gut machen :)

Retrogaming Soundtrack Quiz

Sonntag ist Retrogaming Soundtrack Quiz-Tag. Das war schon immer so und daran wird sich nichts ändern. Dumm ist es allenfalls, wenn man sich immer erst am Montag daran erinnert, dass es mal wieder Zeit für ein neues Quiz wäre. Da verwundert es auch nicht, dass es zuletzt im Mai etwas zu erraten gab.

Sei's drum, Retrogamer haben naturbedingt ohnehin ein latent anderes Verhältnis zum Thema Zeit. In Quiz #16 musste ein Jump&Run erraten werden, das Level für Level mit überaus schick gemachte Musikuntermalung glänzte.

Der Name dieses Meisterwerks: P.P. Hammer and his Pneumatic Weapon. Der Sieger: Mein alter Kumpel Rippi, der sich den Sieg mit viel List und Tücke erschleichen erkämpfen konnte. Gratulation!

Auflösung zu Quiz 16: P.P. Hammer

Daraus ergeben sich folgende Platzierungen:
 
Retrogaming Soundtrack Quiz
 
- Top 5 -
1. Fabu (4 Punkte)
1. DonFalcone (4 Punkte)
3. Druzil (3 Punkte)
4. Sel (2 Punkte)
5. Halikan (1 Punkt)
5. Rippi (1 Punkt)

Der Song zum folgenden 17. Quiz gehört zu meinen Lieblingstunes auf dem Amiga (jaja, worauf auch sonst) und hat sogar noch einen aktuellen Bezug, drängte sich damit als geradezu für diese Rätserunde auf.

Um nicht zu viel zu verraten, sei maximal hinzugefügt, dass es sich hierbei um die Intromusik des gesuchten Spiels handelt und dass das Intro über eine großartige technische Spielerei verfügte: Da wird nämlich ein relativ großes Bitmap stufenlos von hinten nach vorne gezoomt, was damals für offene Münder sorgte.


Retrogaming Soundtrack Quiz: Teil 17