Wer sich wundert, dass ich mich in den letzten Tagen etwa rar in meinem Blog gemacht habe, dem sei einfach nur der Begriff LAN-Party entgegen geschleudert – die selbige hatte mich nämlich, wenn man alles drum herum mitrechnet, die letzten Tage ziemlich fest im Griff.

Und das lag nicht einmal ausschließlich an der Netzwerksession begründet. Vielmehr mussten organisatorische Probleme aus dem Weg geräumt werden – etwa solche, die es ermöglichten, StarCraft 2 mit allen Beteiligten auf ganz legalem Wege zu spielen, obwohl nur zwei Personen das Spiel überhaupt gekauft hatten.

Früher war alles besser

Früher, in grauer Vorzeit, gab es tatsächlich Spiele, denen eine abgespeckte Netzwerkversion beilag und deren Erfüllungszweck genau solche LAN-Party-Events darstellten – früher, wie gesagt. Heutzutage sieht die Welt anders aus: Bedingt durch rigide Gewinnoptimierungskurse und Zwänge zur Onlineanmeldung ist es ungleich schwerer, ein paar Tage entspanntes Gegen- oder Miteinander zu genießen. Im Falle von StarCraft 2 beginnt hingegen die Hatz um ein Gut, das ich bis dato als netten Werbegag eingestuft habe: Die dem Spiel beiliegenden Gästepässe.

Wer es nicht weiß: Die StarCraft 2-Verpackung beinhaltet zwei Kärtchen, deren Aufdruck jeweils einen Key für einen Gastaccount zu SC2 darstellt. Diese Keys ermöglichen jedem Spieler, für 7 Stunden reine Spielzeit in den Multispielermodus oder in die Singleplayer-Kampagne einzusteigen. Hört sich wenig an, ist es auch: Würde man auf einer LAN-Party ausschließlich StarCraft 2 spielen, wäre der Spielspaß schnell vorbei. Doch auch wer dieses Kontingent nicht aufbraucht, wird feststellen, dass der Account nach 14 Tagen seine (StarCraft 2-) Gültigkeit verliert.

Unter diesem Aspekt betrachtet, erscheinen die sonst eigentlich uninteressanten Gästepässe in einem ganz anderem Licht. Schade ist auf jeden Fall, dass Blizzard bei den Modi nicht differenziert: Während ich durchaus verstehe, warum eine Singleplayer-Kampagne, die in 15 Stunden durchgespielt werden kann, nicht länger als 7 Stunden dauern darf, hätte man den Multiplayermodus durchaus etwas anders behandeln können – der World of Warcraft-Gästepass läuft ja auch nicht nach ein paar Stunden aus.

Alles in allem muss man aber sagen, dass StarCraft 2 besonders im Multiplayer und dort natürlich insbesondere in einer spaßigen Netzwerksession seine Stärken voll ausspielt und einfach einen Heidenspaß bereitet. In sofern möchte ich mich auch ganz herzlich bei Mähman, Virtex (bzw. dessen Kumpel) und Bernstein für die zur Verfügung Stellung der Probekeys bedanken – die haben uns nämlich das Wochenende sehr versüßt! :)

7 responses to "Netzwerkspaß mit Hindernissen: StarCraft 2 auf LAN-Party spielen"

  1. Hallo Sothi.

    Im Licht von

    http://www.5secrule.de/2010/08/gamescom-wird-diablo-3-kostenpflichtig-neue-features-bekanntgegeben/

    scheint mir Blizzard alles auf Payed Online-Spielzeit auszulegen ;)

    Yitu
    www.PadLive.de

  2. Tourchlight 2 wird bestimmt auch witzig. Wer braucht schon Diablo 3?

  3. Naja, die von Blizzard sind doch nicht doof. Und in Sachen "Wie ziehe ich Kunden das Geld aus der Tasche" sind die bestimmt nicht sonderlich weit hinter Sony OnlineEntertainment.

    7h Buddy-Key. Mich wundert es ja schon das der überhaupt für die Solo-Missis geht. Hier hätte ich dann zumindest erwartet, das nach der zweiten Mission schluss mit Buddy ist.
    Für den Multiplayer reichen 7h zum "anfixen". Ein unbegrenzter Key für Multiplayer ist schlicht weg überflüssig für Blizzard. Denn wenn die Solo-Mission durch ist dann bleibt nur noch der Multiplayer, der ist es was Starcraft 1 so lange am leben gehalten hat, der ist der eigentliche Kern von SC2, die Solo-Missionen sind doch nur Beiwerk.

    Und zumindest bei neuen Spielen funktioniert das. Ich will nicht wissen wieviele sich SC2 kaufen, weil sie es auf einer LAN mit freunen spielen wollen. Einmal geht mit dem Buddykey, dann ist die Zeit um, und zur zweiten LAN braucht man das Orginal. - und schwupps klingelt bie Blizzard die Kasse.

    Im übrigen hinkt glaube ich der vergleich mit dem Buddy von WoW. Wenn mich nicht alles täuscht, ist der zwar nicht zeitlich begrenzt, dafür aber im Level. (oder war das nur bei EQ so?).
    Auf SC2 übertragen hieße das, du kannst zwar endlos im Multiplayer zocken, aber mehr als die 2 billigsten Bodentruppen kannst du nicht bauen *g*.


    /Rippi

    PS: ich habs endlich geschafft und mir nen Account hier angemeldet *g*

  4. Um es nicht ganz so unübersichtlich werden zu lassen, noch nen Kommentar zu den Kostenpflichtigen features.

    Vor 2 oder 3 Monaten hab ich auf Heise oder Golem ein Statement gelesen, dass Gameforge verglichen am Umsatz pro Kunde über das Micropayment seiner Browsergames mehr verdient, als Blizzard mit seinem Abo-System von WoW.

    Und in gewisser Weise ist es nur ein kleiner Schritt vom Micropayment für Onlinegames, dies auch für offline Games. Ein Basisspiel für 40€, wer lustige Zusatzquesten haben will, zahlt eben nochmal 3-4€. Wer im Spiel eine bessere Waffe / Rüstung haben will, zahlt 2-3€. Wer in deiner Gruppe 5 statt 4 NPCs mit ziehen will, zahlt für den Slot auch nochmal 3-4€.
    Schwupps klingelt beim Vertreiber nochmal die Kasse, zwar in kleinen Beträgen, aber vermutlich sehr oft.

    Zudem bietet es auch einen gewissen Kopierschutz, zusätzliche Inhalte können nur mit einem gültigen Account aktiviert werden. Für mich klingt das zwar nach Miesen zockerzeiten, aber ich vermute mal so wird die Zukunft des spielens aussehen.


    Rippi
    -schwarzmaler-

  5. Das was du beschreibst ist doch schon Alltag eines jeden Spielers und nennt sich DLC.
    Aber das letzte was ein DLC ist, ist ein Kopierschutz.
    Folgendes Beispiel:
    Ein Spiel wird bei Amazon vorbestellt und man bekommt dazu einen bestimmten DLC als Vorbesteller Bonus. Jemand anders bestellt es bei Okaysoft vor und bekommt dort einen anderen Vorbesteller DLC.
    Die standard Packung enthält 3 DLCs, wovon einer nur in dieser Packung, nicht aber in der Limited Edition, steckt. Die LE enthält 5 DLCs. Die 2 aus der standard Edition und zusätzlich 3 LE exclusive.
    Das heißt, als ehrlicher Kunde kann ich nie, aber auch wirklich nie, in den Besitzt alles DLCs kommen.
    Das witzige daran ist aber, daß man als Schwarzkopierer alle diese DLCs in seiner runtergeladenen Version schon integriert hat. Man hat damit keinerlei Probleme. Kommt ein DLC raus, wird es gecrackt und zum DL angeboten.
    So und nicht anders läuft es heute. Die einzigen die immer weiter verarscht werden, sind die ehrlichen Käufer. Hauptziel ist es, auf dem Gebrauchtmarkt noch mal abzukassieren. Aber das ist für die Bevölkerung ok. Schließlich sind wir Gamer ja nur eine kleine Randgruppe.
    Doch was, wenn dieses Vorgehen eines Tages bei BluRays und Musik CDs auch eingeführt wird? Dann wird man den Aufschrei der Massen hören, die sich lauthals beschweren. Politiker werden dafür sorgen, daß wieder jeder Bürger das recht hat, auch gebrauchte Musik CDs zu kaufen. Die Gebrauchtverkäufe von CDs und DVDs werden gesetzlich geregelt.
    Nicht enthalten sein werden Spiele. Wir werden uns auch weiterhn verarschen lassen müssen, weil wir zu wenige sind und weil wir wie die Lemminge alles mit uns machen lassen.

  6. Statt Trackback:

    http://padlive.de/2010/08/avatar-geschaftsmodelle-im-spielesektor/

    Yitu/Gerd

  7. Also eine Sache möchte ich noch hinzufügen @Rippi:

    Der WoW-Gästepass geht 10 (!) Tage. Meiner Ansicht nach hätte man den SC2-Gästepass für Solokampagne auf 1-2 Stunden runtereduzieren sollen und dafür den Multiplayermodus bei den 14 Tagen (oder halt analog zu WoW: 10 Tagen) aufmotzen können. Meinetwegen könnte man den Multiplayer auch auf einige Features herunterreduzieren, aber 7 Stunden Echtzeit finde ich wirklich zu wenig. Davon klickt man sich ja allein eine 1/2 bis 3/4-Stunde durchs Battle.net um sich mal alle Achievement und Optionen anzuschauen.