Rollenspielfreunde aufgepasst: Diesen Monat gilt es besonders viel Freizeit zu opfern, denn gleich drei hochkarätige Spiele sind derzeit ausgesprochen günstig zu haben:

Two Worlds: 24,97 Euro
Two Worlds ist eigentlich das Schnäppchen des Monats. Amazon hat den Preis erst gestern drastisch von knapp 50 Euro auf 24,97 Euro gesenkt. Wer sich dieses Ausnahmerollenspiel schon immer mal zulegen wollte, sollte jetzt zugreifen. Viel billiger wird das Spiel in der aufwändigen Originalverpackung wohl nicht mehr werden.

Jade Empire Special Edition: 9,99 Euro
Biowares (Baldurs' Gate, Knights of the Old Republic) neuester Streich für PC hört auf den Namen Jade Empire. Das asiatisch angehauchte Rollenspiel hat in allen Fachmagazinen sehr gute Wertungen abgesahnt und wurde erst vor 2 Wochen im Preis gesenkt: Für gerade einmal 9,99 Euro erhält man also zig Stunden puren Rollenspielspaß - ein super Preis/Leistungsverhältnis.

The Witcher: 27,97 Euro
Seitdem das Spiel durch etliche Patches nahezu bugfrei funktioniert, wird es in Fankreisen als bestes Rollenspiel 2007 gehandelt. Wer sich selbst von den Qualitäten der Saga um Hexer Gerald überzeugen möchte, bekommt nun eine günstige Gelegenheit: The Witcher kostet in der schönen original verpackten Version nur noch 27,97 Euro - ein Schnäppchen.


Soviel von Sothis Schnäppchen-Informationsdienst für Heute. Viel Spaß beim Zocken :)

John Rambo
Meine erste Begegnung mit Silvester Stallones Kultfigur John J. Rambo fand auf einem Rummelplatz statt. Dort lag in irgendeinem Verkaufsstand ein Plastik-MG aus (so eines, das beim Drücken des Abzugs laut Ratatatat macht) und auf der Verpackung posierte Mr. Stallone in typisch martialischer Haltung - mit Gewehr, rotem Stirnband, verbissen in die Ferne blickend. Damals wusste ich weder wer Silvester Stallone war, noch wusste ich, was es mit diesem Rambo auf sich hatte. Aber das Plastikgewehr, das mein Vater mir schenkte, fand ich richtig toll.

Wenige Jahre später kreuzten sich abermals unsere Wege. Diesmal ganz so wie es sich gehört: Über die Flimmerkiste. Der Film hieß Rambo 2 - Der Auftrag und das Ganze wirkte auf meinen Klassenkameraden und mich schwer beeindruckend. Beispielsweise als Rambo dieses Mikrofon in die Hand nimmt, seine Fingerknochen dermaßen energisch knacken läßt, dass man befürchten musste, er zerdrücke gleich den Mikrofonstände und dann mit typischer Stallone-Miene in das Mikro presst: "Murdock, ich hol sie mir, ich mach sie kalt!". Das war er also: Silvester Stallone, der absolute Inbegriff des 80er Jahre Actionhelden.

Hello Rambo my old friend, I've come to talk with you again...

Nun treffen wir uns also wieder. Genau 20 Jahre nach seinem letzten Auftritt in Afghanistan. Die Erwartungen sind hoch, die Befürchtungen nicht geringer -- immerhin geht es hier um den Aufstieg oder Fall eine der letzten großen Action-Ikonen unserer Zeit. Es stellen sich also die ersten quälenden Fragen: Rambo, der Kriegsveteran, die alte Kampfsau, der, der selbst zum Krieg wird, um den Krieg zu gewinnen. Wird er auch in Birma unter seinen Feinden aufräumen? Zugegeben, wer den brachialen Trailer gesehen hat, für den stellt sich diese Frage erst gar nicht. Doch genau hier verbirgt sich auch das Restrisiko: Wird John Rambo genau wie der Vorgänger Rambo 3 zu einem Actionspektakel ohne Hirn und Flair mutieren? Wollen wir es nicht hoffen.

Desillusionierter Krieger

Als der Film schließlich beginnt, macht sich langsam Gänsehaut breit. Und das nicht nur, weil man sich auf den Hauptprotagonisten freut. Tatsächlich geht der Film in Sachen Brutalität bereits in den ersten 10 Minuten richtig in die Vollen: Blut spritzt, Körperteile fliegen, Menschen zerfetzen. Einblendungen aus realen Berichterstattungen machen klar, dass Birma ein echter Krisenherd ist und unvermittelt wünscht man sich, dass einer wir Rambo kommt, um dem Treiben Einhalt zu gebieten.

Und dann kommt er wirklich. Nicht beeindruckend, eher desillusioniert und sichtlich gealtert. Als Schlangenjäger und Überlebenskünstler im thailändischen Sumpf. Wenn Stallone untermalt von dieser melancholischen Variante des Rambo-Musik-Themas ins Bild rückt, kommt so etwas wie Wehmut auf. Das ist er also, der große Krieger. Und ja, irgendwie kann man sich vorstellen, warum es Rambo in diese Gegend verschlagen hat, warum er so ein resigniertes Gesicht macht. Es wirkt authentisch und damit fällt mir bereits zu Anfang ein Stein vom Herzen: Rambo IV ist zumindest nicht bloßer Action-Kitsch.

Aufgequollen

Apropos Gesicht: Dass Stallone mit 61 Lenzen kein Jungspund mehr ist, dürfte jedem klar sein. Aber der Unterschied zwischen dem Stallone, der noch vor 15 Jahren den Demolition Man mimte und jenem, der nun als John Rambo auf der Leinwand zu sehen ist, ist geradezu frappierend. Stallone sieht nicht einfach nur gealtert aus, auch das aufgequollene und verbrauchte Gesicht spricht Bände. Ob das dem harten Muskelaufbau-Training und dem nachgewiesenen Missbrauch von Steroiden zu verdanken ist, sei dahingestellt. Den eindrucksvollen Körperbau, den Stallone vor etwa einem Jahr noch in Rocky Balboa zur Schau stellte, bekommt man in Rambo 4 übrigens in keiner Szene zu Gesicht -- mit gutem Grund?

"Wenn man dich dazu zwingt, ist Töten so einfach wie Atmen"

Zurück zum Film. Der begibt sich nun auf bekanntere Pfade: Eine Gruppe amerikanischer Missionare zieht es nach Birma, um der dort unterdrückten Bevölkerung Beistand zu leisten. Dass sie dabei ausgereichnet auf John Rambos Hilfe als Fährmann angewiesen sind, dürfte dem Zuschauer zwar arg konstruiert vorkommen, beschert uns aber immerhin den ersten erwähnenswerten Dialog des Films. Und der geht so:

Rambo: "Nehmen Sie Waffen mit?"
Missionar: "Natürlich nicht!"
Rambo: "Dann werden Sie gar nichts ändern."
Missionar: "Es ist dieses Denken, warum sich auf der Welt nichts ändert."
Rambo: "Scheiß auf die Welt."


Ja, da ist er wieder, unser einsilbrige Anti-Held, Liefererant für unzählige kultige Oneliner. Dass sich Rambo nach einigem Hin und Her schließlich doch noch dafür entscheidet, die Gruppe an den gewünschten Zielort zu schippern, ist wenig überraschend. Genauso vorhersagbar ist die Tatsache, dass die Missionare kurz darauf vom hiesigen Militär verschleppt und in einem Lager unter übelsten Bedingungen gefangen gehalten werden. Und dass in diesem Fall nur noch Rambo helfen kann, ist obligatorisch. Wer sich nun im falschen Film wähnt, liegt irgendwie richtig: In Rambo 2 hieß der Auftrag ebenfalls Gefangene aus einem von Asiaten bewachten Lager mitten im Urwald zu befreien. Neu hingegen ist, dass Rambo diesmal tatkräftige Söldner-Unterstützung erhält.

Alter Tiger mit morschen Zähne

In jedem anderen Rambo-Teil hätte Stallone zu diesem Zeitpunkt bereits einen Killcount von gefühlten 50 Gegnern auf dem Buckel gehabt, doch nicht so bei Rambo 4: Bis auf ein-zwei erwähnenswerte Szenen gibt sich die ehemalige Killermaschine erstaunlich zahm, die Söldner räumen da deutlich mehr ab. Überhaupt wirkt Rambo eher wie ein Mitläufer, denn als Hauptprotagonist. Und genau das zehrt ein wenig an den Nerven des Zuschauers, denn die innere Stimme kreischt einem förmlich ins Gesicht, dass Rambo gleich zum Tier wird und etwa dem aufmüpfigen Söldner-Glatzkopf eins auf die Nase gibt oder mit dem kompletten Feindaufgebot aufräumt.

Und so wartet und wartet und wartet man und dann ist der Film plötzlich zuende. Rambos letzte große Kampfszene auf der Kinoleinwand ist bezeichnend für den ganzen Film: Hinter einem MG-Geschütz verschanzt bläst er zwar noch ein Patroullienboot in die Luft, doch auf den ganz großen Showdown gegen den (ohnehin blassen) Oberbösewicht muss der Zuschauer verzichten. Kein Vergleich mit dem Kampf Mann gegen Kampfhubschrauber, den man noch aus vorherigen Teilen kennt.

Brutalität als neues Markenzeichen

Was der Hauptdarsteller an Kampfszenen vermissen läßt, wird im Film durch extreme Brutalität ersetzt. Einige der Sequenzen sind sogar dermaßen derbe (beispielsweise wenn Rambo einem Gegner die gesamte Kehle rausreißt), dass die Schere angesetzt wurde -- und das, obwohl der Film ohnehin erst ab 18 Jahren zugänglich sind. Mit Abstand am unmenschlichsten ist dabei die Darstellung der Übergriffe des birmanischen Militärs auf die Zivilbevölkerung -- etwa wenn Menschen aufs Übelste verstümmelt oder gar lebensecht mit Flammenwerfern abgefackelt werden.

Dieses Szenen sind ein zweischneidiges Schwert. Natürlich dienen Sie einserseits der Effekthascherei. Andrerseits macht man sich Gedanken. Über Birma, über Gewalt und über ethnische Minderheiten. Und das wollte Stallone nach einigen Aussagen erreichen. Passend dazu auch der traurige, fast resignierte Blick des Halbindianers John James Rambo, der am Ende über das zerstörte Schlachtfeld wandert und aussagen will: Ich kann das alles nicht mehr.

Endlich angekommen

Die letzten 5 Minuten des vergleichsweise recht kurzen Streifens (knapp 90 Minuten) gehören dann auch zu den emotionalsten Momenten des Films. Endlich fühlt man sich mit dem Hauptprotagonisten verbunden, endlich hat man das Gefühl, er ist mit sich selbst im Reinen. Aber natürlich schleicht sich das Gefühl der Wehmut ein, denn während der Abspann läuft und Rambo langsam in der Ferne verschwindet, wird schmerzlich bewusst: Das war der letzte große Auftritt einer Legende des Actiongeschäfts, dem mit John Rambo zwar kein überragender, aber zumindest ein würdiger Abschied gegönnt wurde.

In diesem Sinne: Lebe wohl, alter Veteran!

Unser Tipp:

Visitenkarten kostenlos drucken
Afghane: "Was ist das?"
Rambo: "Blaues Licht!"
Afghane: "Was macht es?"
Rambo: "Es leuchtet blau!"


Dieses altehrwürdige Rambo 3-Zitat hat natürlich nicht ohne Grund seinen Weg auf diese Seite gefunden, denn: Heute Abend wird Silvester Stallone auf Burma losgelassen.

Genauer gesagt geht's in das brandneue Movie John Rambo, welches unter Rambo-Fans selbstverständlich unter dem Begriff Rambo 4 firmiert. Ich für meinen Teil freue mich wahnsinnig auf die Fortsetzung, die bereits in allen Trailern klar gemacht hat: Da geht's deutlich härter zur Sache als noch in den voherigen Teilen. Man darf natürlich gespannt sein, wie stark der Film geschnitten wurde (insgesamt müssen Deutsche mit 1 Minute weniger leben).

Und weil ich gerade im Rambo-Fieber bin, hier noch alle klassischen Rambo-Sprüche im Überblick -- ein echter Fundus für jeden Filmzitate-Fan:

Trautman: "Ich glaube, Sie verstehen nicht. Ich bin nicht gekommen, um Rambo zu retten. Ich will Sie vor Rambo retten." (Rambo 1)

Rambo: Ach wissen sie, ich bin entbehrlich."
Vietnamesin: "Was bedeutet entbehrlich?"
Rambo: "Das ist so, als wenn man zu einer Party eingeladen wird, und dann nicht hingeht. Es spielt einfach keine Rolle"
(Rambo 2)

Rambo (ins Mikrofon): "Murdock, ich hol sie mir, ich mach sie kalt!" (Rambo 2)

Trautman: "Das, was Sie vorhin Hölle nannten, nennt er sein zu Hause." (Rambo 2)

Rambo: "Um den Krieg zu überleben, muß man selbst zum Krieg werden." (Rambo 2)

Russischer Offizier: "Wer sind Sie?" (per Funk)
Rambo: "Ihr schlimmster Alptraum."
(Rambo 3)

Trautman: "Er [Rambo] wird kommen und er wird mich hier rausholen."
Russischer Offizier: "Wer glaubt dieser Mann wer er ist? GOTT?
Trautman: "Nein, Gott kennt Gnade, er nicht!"
(Rambo 3)

Hamid: "Gott muss lieben verrückte Menschen??"
Rambo: "Wieso?"
Hamid: "Er machen soviele davon."
(Rambo 3)

Afghane: "Nein Herr Rambo, das ist nicht ihr Krieg"
*BindeUmDenKopfLeg*
Rambo: "Jetzt schon"
(Rambo 3)

*Rambo und Trautman umstellt von Hunderten von Soldaten*
Trautman: "Und was machen wir nun?"
Rambo: "Hmmm umzingeln läuft nicht"
(Rambo 3)

Hamid: "Ein Gebet sagt: O Gott, schütze mich vor dem Gift der Kobra, den Zähnen des Tigers und der Rache der Afghanen. Sie wissen, was das bedeutet?"
Rambo: "Dass ihr Jungs euch nicht verscheißern lasst."
(Rambo 3)

Rambo: "Nehmen Sie Waffen mit?"
Missionar: "Natürlich nicht!"
Rambo: "Dann werden Sie gar nichts ändern."
Missionar: "Es ist dieses Denken, warum sich auf der Welt nichts ändert."
Rambo: "Scheiß auf die Welt."
(Rambo 4 / John Rambo)

Rambo: "Wenn man dich dazu zwingt, ist Töten so einfach wie Atmen" (Rambo 4 / John Rambo)

Rambo (zu sich selbst): "Der Krieg liegt dir im Blut" (Rambo 4 / John Rambo)

Ob ich der Sammlung nach dem heutigen Abend noch ein paar Zitate hinzufügen kann, werdet ihr in Kürze in diesem Blog erfahren -- dann folgt nämlich ein ausführliches Review zu Rambo 4 :)

Edit: Und hier ist es auch schon!

Edit 2: Zitate aus Rambo 4 hinzugefügt. Falls noch jemand weitere kennt, bitte einfach als Kommentar anhängen. Ich nehm das Zitat dann in diese Liste auf.
Dadadadaaaa Dadadaaaa: Nachdem nun ja schon einige Bilder vom neuen Indiana-Streifen in Netz herumgeisterten, gibt es endlich den ersten offiziellen Trailer zu Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels.

Viel Spaß beim Schauen:



Das World Wide Web hält doch immer wieder persönliche Überraschungen bereit. Vergangenen Freitag beispielsweise stöberte ich ein wenig in Google herum und fand quasi per Zufall den Weg auf eine World of Warcraft-Gildenseite, die einen sehr grenzwertigen Kodex (= Gildenregeln) auf ihren Webseiten veröffentlicht hatte.

Es ist nicht so, dass der Kodex schlecht geschrieben gewesen wäre, gegen den schlechten Geschmack verstoßen hätte oder dank massenweiser orthografischer Fehler als ein Objekt der Belustigung durchgehen würde. Nein, das alles ist es nicht. Was mich vielmehr irritierte war, dass mir jedes einzelne Wort verdammt bekannt vorkam. Und das kann ja im Prinzip nur zweierlei bedeuten: Entweder hat man den Text schon einmal irgendwo gelesen oder man hat ihn selbst verfasst. In meinem Fall traf letzteres zu.



Wenn die Vision fehlt

Aber der Reihe nach: Vor einigen Jahren, als ich gerade dabei war, eine World of Warcraft-Gilde zu konzipieren (später bekannt als Nightmare), galt es natürlich auch Gildenregeln niederzuschreiben. Diese Gildenregeln, also der Kodex, sagen aus, für welche Ideale die Gilde steht, was sie von ihren Mitgliedern erwartet und wie sie strukturiert ist.

Als Faustregel gilt: Eine gute Gilde besitzt einen einzigartigen Kodex. Eine mittelprächtiger Clan orientiert sich mit ihren Statuten leicht an anderen Gilden und eine schlechte Gilde hat überhaupt keine eigenen Ideen und verfasst ihren Text auf Basis einer bestimmten Vorlage.

Und dann gibt es noch die ganz miesen Gilden, die von einem oberfaulen und völlig unfähigen Gildenmeister geleitet werden, der keinerlei Vision darüber in sich trägt, was die Gilde eigentlich ausmachen soll. Diese Leute kopieren dann auch gerne ganze Texte von fremden Webseiten und geben sie als ihre eigenen aus -- ohne den eigentlichen Verfasser zu fragen, versteht sich.

"Ganz BlackMooN Knights oder gar nicht!"

Da las ich also diesen Kodex, der wirklich (und das ist kein Witz) eine exakte 1:1-Kopie meines Textes war. Nur der Gildenname und die Rangbezeichnungen wurden getauscht (was hätte ich gelacht, wenn da noch irgendwo Nightmare gestanden hätte *g*), aber ansonsten: Jede Wortkonstruktion, jeder Satz -- alles aus meiner Feder. Selbst solche Redewendungen wie

"Ganz Nightmare oder gar nicht"

firmieren nun als

"Ganz BlackMooN Knights oder gar nicht!"

Auch vor meinen nicht ganz ernstgemeinten Rangerklärungen machte Mr. copy&paste keinerlei Halt. So heißt es etwa für Rang 1 (neuerdings als "Admiral" betitelt):

"Cheffe" trifft wichtige Entscheidungen und leitet zusammen mit den Generälen die Geschicke der Gilde. Hat in allen Fragen das letzte Wort.

Voraussetzungen: Alter und Weisheit *g*
Wer den alten Nightmare-Kodex kennt, weiß: Hier wurde alles inklusive Emoticon (!) plagiiert. Ein Armutszeugnis für den Gildenmeister.

Fragen Sie Google!

Nun wollte ich es genauer wissen und wählte ein paar unverkennbare Zitate aus dem Nightmare-Kodex, das alle Seiten entlarven würde, die sich 1:1 bei mir bedient hatten. Und tatsächlich: Google spuckte hierzu einige brauchbare Ergebnisse aus.

Alles Gilden, die den Nightmare-Kodex komplett oder zumindest große Teilstücke davon übernommen hatten. Denunzierte Beispiele spare ich mir an dieser Stelle, aber es sei versichert, dass die meisten dieser Gilden eine entsprechende Foren-Nachricht von mir erhalten haben.

Das Gros der Gildenmeister trieb es wohl die Schamesröte ins Gesicht, denn viele konnten mein Posting gar nicht schnell genug löschen. Immerhin wurde der Kodex als Reaktion darauf entweder entfernt oder zumindest ein Verweis auf nightmare-wow.de gelegt. Nur für eine Entschuldigung hat es bei keinem der Vorfälle gereicht.

Manchmal war mein Posting aber auch lang genug online, damit das eine oder andere Gildenmitglied einen Blick darauf werfen konnte. Da gab’s dann Reaktionen im Stil von dieser:


Hey Sothi!

Muss sagen hab ich echt net gewusst...kommt man in so ne gilde und denkt...wow der junge hat sich echt mühe gemacht so ne gilde aufzubauen, mit hintergrund....rängen regeln...usw.....und dann alles geklaut ohne Bemerkung!!!

Auf jedenfall meine Anerkennung an dich^^

Also dann GL HF!

PS: Sry von meiner Seite aus (aber wusste nichts davon)



Die Reaktion ist verständlich, wird dem Mitglied doch nun schmerzhaft bewusst, in einem Gilden-Plagiat gelandet zu sein.

Resümee

Tja, was soll ich zu all dem abschließend sagen? Es ist nun nicht so, dass es das erste Mal wäre, dass andere Leute auf meiner Arbeit aufbauen, aber die Häufung und die Kaltschnäuzigkeit, mit der hier ganze Texte ohne auch nur den Hauch einer vorherigen Anfrage kopiert werden, ist erstaunlich und auch rechtlich nicht gerade unbedenklich.

Interessant ist auch, dass sich nur World of Warcraft-Gilden an dem Text bedient haben, obwohl er generell neutral geschrieben ist und für jedes MMORPG Gültigkeit hätte. Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt ;)

Referenzen:
Link zum Original-Kodex: http://www.nightmare-wow.de/kodex.php

Nachtrag vom 03.05.08: Vor einigen Tagen erhielt eine Mail von DigitalVinyl, seines Zeichens Web-/Gildenmeister der Gilde BlackMoon Knights -- eben jener Gilde, die ich hier als repräsentatives Beispiel für den Kodexklau angeführt hatte.

Die Mail und das darauf folgende ICQ-Gespräch brachten etwas Licht in die Sache und allein schon der Umstand, dass sich zumindest überhaupt jemand zu dem Vorfall meldet und sich persönlich entschuldigt ist wohlwollend zu vermerken. Den Imageschaden, den die Gildenführung dadurch bei ihren Mitgliedern erlitten hat (sofern diese über den Vorgang informiet wurden), kann ich allerdings nicht ermessen.

Hier mal ein Auszug aus der Mail (mit Genehmigung des Verfassers):

Nach unserem letzten Serverwechsel auf einen der wohl größten deutschsprachigen privaten WoW Server nahm unsere Mitgliederzahl stetig zu. Dies erforderte auch neue Gildenregeln. Neben einem neuen Webauftritt (mehreren um genau zu sein ^^) und der Verwaltung der Gilde blieb wenig Zeit eine wirklich gute, klar strukturierte Gildensatzung zu schreiben.

Nach kurzem googlen nach Gildenregeln stieß ich auf die Seite von nightmare-wow und fand dort eure Gildenregeln. Schon nach den ersten paar Sätzen war mir klar das diese Gildenregeln für uns selbst wie geschaffen sind da sie genau das wiederspiegeln für das wir als Gilde stehn.

Nun ja, den Rest der Geschichte kennst du ja. Kurz copy&paste, euren Namen durch unseren ersetzt und online gestellt. Dafür möchte ich mich bei dir entschuldigen.

Und das sind sie ohne Zweifel. Sonst hätte ich sie wohl nicht 1:1 so übernommen. Besser hätte es wohl keiner geschrieben (und wir haben einige begabte Schreiber in der Gilde)

Nun ja, was bleibt mir noch zu sagen ausser einem dicken ES TUT MIR LEID?
Ich habe einen Verweis auf die original Quelle (nightmare-wow) unter die Gildenregeln gesetzt. Sollte dir das nicht reichen oder wünschst du sogar eine Löschung deiner Gildenregeln so sag mir bitte Bescheid.
Nachdem ja nun ein Link auf den Original-Kodex erfolgt ist, bin ich für meinen Teil besänftigt. Ich hab's ja schon in den Comments geschrieben: Ich sollte meinen Kodex lizensieren, vielleicht werde ich dabei reich *g*.
 

Seit heute findet sich auf der Webseite meines Computerspielmagazin
levelattack.de ein Testbericht zum Action-Rollenspiel Titan Quest. Der Test wurde von mir ursprünglich schon letztes Jahr begonnen, lag aber länger halb fertig auf meiner Festplatte herum. Jetzt habe ich mir einfach mal ein Herz gefasst und den Bericht zuende geschrieben.

Da ich dazu neige, sehr ausführliche Artikel zu verfassen, würde es die Grenzen dieses Blogs sprengen, das 5 DIN A4-Seiten starke Review an dieser Stelle komplett zu veröffentlichen. Stattdessen poste ich nur mein ausführliches Fazit zum Spiel:

Wer beim Lesen der vorangegangenen Zeilen zu dem Schluss gekommen ist, dass der Begriff Diablo 2 bereits viel zu häufig gefallen ist, dem sei an dieser Stelle Recht gegeben. Doch mal ehrlich: Welche Wahl bleibt mir auch, wenn es noch immer kein anderes Spiel gibt, das man als Referenz heranziehen könnte? Immerhin machte Titan Quest bereits im Vorfeld schon dermaßen viel Hoffnung, dass es nicht zu Unrecht als starker Aspirant für die Krone der Action-Rollenspiele gehandelt wurde. Die Frage ist also, ob der Thronsturz auch geklappt hat. Und die Antwort darauf: Nein, hat er nicht.

Und die Gründe sind leider so offensichtlich, wie traurig: Während sich die grafische Darstellung natürlich erheblich weiterentwickelt hat, hakelt es in spielerischer Hinsicht dann doch ein wenig - zumindest stark genug, um gegen den Klassiker Diablo 2 immer noch den Kürzeren zu ziehen. Besonders in Sachen Atmosphäre und Spieldesign stößt Titan Quest an allen Ecken und Enden an seine Grenzen. Sei es nun bei der 08/15 Präsentation der uninspirierten Questen. Sei es aufgrund des Fehlens der im Grunde bitter nötigen Zwischensequenzen oder der nahezu lachhaften Charakterstellung zu Anfang: Die Designschnitzer sind leider nicht zu übersehen.

Und das alles ärgert mich, denn aus dem titanischen Gerangel hätte mit etwas mehr Feinschliff ein echter Diablo-Killer werden können, denn die Basis des Spiels ist vorhanden und bringt mit dem interessanten Skillsystem inklusive Klassenkombi sogar eine sehr erfrischende Komponente ins Spiel. Und wenn ich beidhändig durch meine Feinde pflüge und diese effektvoll in alle Richtungen fliegen, macht das natürlich Spaß. Aber eben nur eine gewisse Zeit. Und dann folgt die Langweile.

Kurzum: Titan Quest wird irgendwann einmal sehr monoton. Vielleicht schon nach 2 Stunden spielen, vielleicht auch erst nach 10 Stunden. Das kommt ganz auf den Typ des Spielers an. Manchen wird es auch gar nichts ausmachen, sich ewig durch die Gegnerhorden zu grinden - die Belohnung in Form von neuen Ausrüstungsteilen und interessanten Skills ist schließlich vorhanden. Wer damit umgehen kann, darf Titan Quest als Diablo-Killer sehen, denn in allen anderen Punkten ist das Spiel dem großen Vorbild überlegen. Der Rest der Spielerschaft wird aber weiterhin auf den einzig wahren Thronerben warten - und der könnte, wenn man sich die bisherigen Misserfolge der blizzardschen Konkurrenz so anschaut, durchaus auf den Namen Diablo 3 hören.

Das Spiel erhielt von mir eine Gesamtnote von sehr guten 86%. Der komplette Bericht ist bei levelattack.de abrufbar.
 


Seit letzter Woche sind meine beiden Battlestar Galactica-Staffeln bis zur letzten Folge über den Bildschirm geflimmert, Nachschub muss also her und zwar sofort! Über die Ersatzdroge spekuliere ich bereits seit längerem und es ist beinahe götterlicher Fügung zuzuschreiben, dass die Wahl, die ich getroffen habe, erst seit wenigen Tagen auf DVD erhältlich ist.

Die Rede ist natürlich von Heroes, der neuen Superhelden-Serie, die von Fachpuplikum und vom gemeinen Zuschauervolk gleichermaßen ins Herz geschlossen wurde und derzeit auf RTL2 ausgestrahlt wird.

Doch wer will sich so etwas schon im werbeverseuchten Privat-Fernsehen antun, in der die Folgen zudem geschnitten sind? Außerdem hat die DVD-Verpackung der
Heroes Staffel 1.1 doch so eine schöne Steelcase-Verpackung. Das Problem ist nur der Preis, denn vom Media Markt bis Kaufhof habe ich das Produkt nur satte 29,95 Euro gesehen (wohlgemerkt für Staffel 1.1, der zweite Teil folgt ja noch).

Da kann man doch von Glück reden, dass es unser aller Amazon gibt. Hier erhält man die Heroes Staffel 1.1 sehr günstig für gerade einmal 23,95 Euro und das natürlich versandkostenfrei. Hier der entsprechende Link dazu:

Heroes - Season 1.1 (4 DVDs, Steelbook): 23,95 Euro

Mit etwas Glück liegt meine Heroes-DVD bereits im Briefkasten, so dass ich bestimmt schon in Kürze meine Eindrücke über die Serie an dieser Stelle kund tun kann.

Heroes Staffel 1.2 gibt es übrigens auch schon, vorbestellbar zum gleichen Preis. Ausgeliefert wird die allerdings erst im März.
 
Welche Genres kosten einen Computerspieler wirklich Zeit? Epische Rollenspiele? MMORPGs? Rechnet man die /played-Time eines Everquest- oder WoW-Abhängigen zusammen, kommen bisweilen ganze Lebensjahre zusammen. Allerdings weisen solche Games eher die Eigenschaften eines ZoTs (Zeitverlust over Time) auf: Man spielt abends mal 2-3 Stunden und macht dann am nächsten Tag weiter.



Richtig erwischen kann es einen aber, wenn man sich auf ein globales Strategiespiel im Stil eines Civilzation einläßt. Kaum wird die Kontrolle über Aufbau, Infrastruktur, gesellschaftliche Entwicklungen und kriegerische Auseinandersetzungen eines Volkes übernommen, beginnt die Sanduhr des Lebens in dreifacher Geschwindigkeit zu fließen. Besitzt das Spiel dann auch noch einen geschichtlichen Bezug, der Wiedererkennungswert zu Vorlagen auf gebundenem Papier oder Zelluloid bietet, ist es um dem Spieler geschehen. Ich spreche aus Erfahrung, denn bei dieser Sache bin ich das Opfer und der Täter hört auf den Namen Medieval II: Total War - Kingdoms.




Total War am PC

Die Total War-Reihe ist mit Shogun, Rome und Medieval (1+2) nebem dem altehrwürdigen Civlization und den eher spröden Paradox-Titeln die wahrscheinlich einzige noch intakte Stragegieserie, die dem Spieler gehaltvolle globale Strategie im Rundenmodus anbietet. Jeder Total War-Teil spielt sich dabei wie eine Art komplexes Risiko, das durch seinen geschichtlichen Bezug und die selbst ausfechtbaren Schlachten seine feste Fanbase gefunden hat.

Konflikt im Königreich der Himmel

Eines schönen Tages landete also die Kingdoms-CD in meinem Laufwerk. Kingdoms ist die jüngste Erweiterung zu Medieval II, die den Spieler zu vier interessanten Konfliktschauplätzen der vergangenen Jahrhunderte führt. Ich wählte die Kreuzzüge des 12. Jahrhunderts als Szenario und zusammen mit dem Königreich Jerusalem (in der Hand der Kreuzfahrer, versteht sich) machte ich mich hochmotiviert auf, den Ägyptern (unter Saladin) und den Türken mächtig Dampf im Nahen Osten zu bereiten.

Wer schon einmal den Film
Königreich der Himmel gesehen hat, bekommt es schon gleich zum Spielstart mit bekannten Gesichtern zu tun. So zieht man etwa mit dem leprakranken König Baludin oder dessen Nachfolger Guy de Lusignan in den Krieg. Im Verlauf der Partie findet auch Richard Löwenherz den Weg ins Heilige Land.




Interesant ist, wie schnell es das Spiel schafft, den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Während es anfangs mit ein paar wenigen Städten und Festungen noch relativ geruhsam zugeht, verlangt das Game im Verlauf einer Partie viel vom Spieler ab: Egal ob Truppenproduktion, Gebäudebau oder bei den eigentlichen Kampfhandlungen: Überall gibt es etwas zu tun und umso größer das eigene Gebiet wird, umso mehr Entscheidungen müssen getroffen werden.

Etwa ob man mit den gerade ausgehobenen Truppen schnurstracks gegen Saladin zieht, um der ägyptischen Gefahr endlich das Handwerk zu legen oder lieber doch in Richtung der gerade auf der Karte erschienenen Mongolen eilt. Oder ob man mit dem knappen Geld ein Handelsgebäude bauen möchte, anstatt eine weitere Truppe teurer Kreuzritter zu produzieren, um endlich mal die marode wirtschaftliche Lage in den Griff zu bekommen. Da sind eine Viertelstunde pro Runde keine Seltenheit und wer hardcore genug ist, jedes Gefecht manuell zu steuern, darf sich je nach Kampfumfang gut und gerne weitere 30 bis 45 Minuten hinzurechnen.


Das Ende vom Lied

Aus 1 Minute werden 20. Aus 20 Minuten wird eine Stunde. Aus einer Stunde wird ein halber Tag. Und das alles, ohne dass man es wissentlich mitbekommt. Plötzlich ist es Abend und man sollte eigentlich aufhören, doch das Reich braucht gerade jetzt seinen Anführer und so kommen weitere Stunden hinzu. Und damit ist das Spiel alles andere als ein ZoT. Hier heißt es entweder voll durchstarten und 12 Stunden am Stück durchzocken oder gar nicht erst anfangen. Und damit passt es, um mal bei der RPG-Methapher zu bleiben, eher in die Kategorie Direct Damage :)